Bildung Hintergrund: Der Bologna-Prozess

Hamburg. Die Bildungsminister von 29 Staaten haben 1999 im italienischen Bologna einen europäischen Hochschulraum vereinbart. Grundlage dafür ist eine einheitliche Studienstruktur mit den aufeinander aufbauenden Abschlüssen Bachelor, Master und Promotion.
10.03.2010, 15:00
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Hamburg. Die Bildungsminister von 29 Staaten haben 1999 im italienischen Bologna einen europäischen Hochschulraum vereinbart. Grundlage dafür ist eine einheitliche Studienstruktur mit den aufeinander aufbauenden Abschlüssen Bachelor, Master und Promotion.

Die Studieninhalte werden in Module aufgeteilt und Leistungen nach einem einheitlichen Punktesystem bewertet - dem European Credit Transfer and Accumulation System (ECTS). Dies soll Hochschulwechsel und Auslandsaufenthalte erleichtern.

Derzeit haben 46 Staaten die Bologna-Erklärung unterzeichnet, mindestens 20 weitere haben Interesse bekundet. Alle zwei Jahre treffen sich die Minister zu Folgekonferenzen, um die erzielten Fortschritte zu besprechen und Ziele für die nächste Etappe zu vereinbart. Dieses Jahr findet das zweitägige Treffen in Wien und Budapest statt. Kasachstan soll als 47. Mitglied aufgenommen werden.

In Deutschland sind im Wintersemester 2009/2010 nach Übersicht der Hochschulrektorenkonferenz 79 Prozent der bundesweit 13 131 Studiengänge auf die Bachelor-/Master-Struktur umgestellt. Jura und die medizinischen Studiengänge sind bislang ausgenommen. Nach einer Übersicht des Statistischen Bundesamtes strebten im Studienjahr 2008 rund 74 Prozent der Erstsemester einen Bachelor-Abschluss an. Sehr weit vorangeschritten ist die Umstellung in Hamburg und Sachsen-Anhalt, wo sich 95 Prozent der angehenden Akademiker zu einem Bachelor-Studium einschrieben. Hohe Einschreibquoten hatten auch Bremen mit 94 Prozent sowie Thüringen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen mit je 93 Prozent.

Seit einigen Jahren häuft sich der Unmut bei Studierenden wie bei Lehrenden, was sich auch in den Protesten im vergangenem Jahr entlud. Die Studenten kritisieren Stofffülle und Prüfungsdichte sowie eine Verschulung des Studiums in den meist sechssemestrigen Bachelor- Studiengängen. Kultusminister und Hochschulrektoren haben jetzt deutliche Korrekturen zugesagt. (dpa)

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