Draht und Esel

„Ich habe viel Schwein gehabt“

Arne Dunker nutzt sein Faltrad vor allem aus Pragmatismus: Der Geschäftsführer des Klimahaus Bremerhaven fährt es vor allem, um die Strecke zum und vom Bahnhof zurückzulegen.
03.02.2019, 05:57
Lesedauer: 3 Min
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„Ich habe viel Schwein gehabt“
Von Ina Bullwinkel
„Ich habe viel Schwein gehabt“

Arne Dunker nimmt sein Faltrad mit ins Klimahaus.

Frank Thomas Koch
Das erste Mal auf zwei Rädern …

Ich habe das Geräusch der klappernden Stützräder noch im Ohr. Zu meiner Zeit waren Laufräder ja nicht so en vogue wie heute. An mein erstes Mal auf einem Fahrrad oder eine konkrete Situation kann ich mich allerdings nicht erinnern.

Das aktuelle Fahrrad …

Ich habe ein Faltrad der Marke Dahon. Das habe ich geschenkt bekommen im Rahmen der Aktion „mit dem Rad zur Arbeit“ und nutze das seitdem immer häufiger und mit wachsender Begeisterung. Durch das Faltradfahren hab ich gelernt, wie angenehm es sein kann, mit dem Zug zur Arbeit zu fahren. Ich genieße das sehr, morgens in Bremen von zu Hause zum Hauptbahnhof zu fahren, mich in den Zug zu setzen, mein Fahrrad zusammenzuklappen und dann hier in Bremerhaven vom Hauptbahnhof bis zum Klimahaus zu fahren. Das ist eine sehr angenehme Kombination aus frischer Luft, Bewegung und Zeit, die ich im Zug nutzen kann.

Die schönste Tour …

War nicht mit dem Faltrad, sondern mit einem anderen Fahrrad, als ich letztes Jahr von Bremerhaven nach Bonn zur Klimakonferenz gefahren bin. Es war Anfang November, dafür war das Wetter gut, aber ich habe von viel Wind bis ein bisschen Regen alles mitgekriegt. Ich bin in vier Etappen gefahren: Bremerhaven-Bremen, Bremen-Osnabrück, Osnabrück-Unna und dann von Unna bis Bonn. Das war eine tolle Tour, eine tolle Herausforderung und da denke ich gerne dran zurück.

Die Vorgängermodelle …

Ich habe insgesamt vier Fahrräder: ein Bulls-Rennrad, ein Bulls-Mountainbike, ein normales Cityrad von der Bikemanufaktur und das Dahon-Faltrad. Das Mountainbike ist relativ neu, das nutzt auch mein Sohn viel; das Rennrad ist zurzeit etwas verschmäht, das kommt dann im Frühjahr und im Sommer zu den Triathlons wieder aus der Garage. Das Cityrad ist ein reines Zweckrad und das Faltrad ist mein Weg-zur-Arbeit-Fahrrad. Übrigens auch gerne mal genommen im Kofferraum, wenn ich das Auto im Stau stehen lasse und den Rest der Strecke per Pedale nach Hause fahre.

Der letzte Diebstahl …

Einmal wurde mir ein Rad geklaut, das war Anfang der 90er-Jahre in der Neustadt. Ich habe bei Becks gelernt und da hat man mir vor der Brauerei mal ein Fahrrad geklaut. Das war ein KTM, glaube ich.

Die Lieblingsstrecke …

Ich bin sehr gerne auf dem Wümmedeich unterwegs. Ansonsten wohne ich am Weserdeich – auch da kann man tolle Touren machen. Aber eine bestimmte Lieblingsstrecke habe ich nicht.

Der ausgefallenste Fahrradschmuck …

Ich bin überhaupt nicht der Schmuck-Typ. Insofern: Nein, klares Nein.

Die am häufigsten gefahrene Strecke …

… ist von Habenhausen zum Bremer Hauptbahnhof und dann vom Hauptbahnhof in Bremerhaven zum Klimahaus.

Der schlimmste Unfall …

Das war 1989. Damals hat mich ein Lkw-Fahrer mitgenommen, es war der klassische Fall: rechtsabbiegender Lkw und ich auf dem Fahrradweg. Das bedeutete für mich vier Wochen Krankenhaus. Ich habe trotzdem viel Schwein gehabt.

Faltradfahrer sind ...

… Idealisten! Vom Fahrkomfort und von der Fahrleistung ist das Faltrad schon eine Einschränkung gegenüber einem normalen Fahrrad, das muss man ganz klar sagen. Deswegen ist es das typische Pendlerbike, um in Kombination mit öffentlichen Verkehrsmitteln klimafreundlich zur Arbeit zu kommen. Dazu gehören ein Stück Überzeugung und Idealismus. Das Faltrad ist aber auch ein super Reiserad für den Kofferraum oder das Wohnmobil. Für mich ist der typische Faltradfahrer jemand, der mit einem Anspruch an Klimabewusstsein, die eigene Bewegung und Gesundheit alles versucht, um mit dem Fahrrad zur Arbeit zu kommen.

Ich fahre gern Fahrrad, weil …

… ich gerne draußen bin, die frische Luft liebe und mich gerne bewege.

Fahrradfahren in Bremen ist …

… im Vergleich zu anderen Städten toll und trotzdem noch ausbaufähig. Es wird ja gerade viel getan mit den Fahrradrouten und dem Ausbau von Radwegen, das finde ich auch wichtig und richtig. Ich kann das nur unterstützen, dass das noch weiter vorangeht.

Und Fahrradfahren in Bremerhaven ist …

… weniger komfortabel, aber okay. Da kenne ich ja auch nur meine Standardstrecke. Da sind die Radwege nicht gut ausgebaut. Es gibt oft Wechsel zwischen Fahren auf der Fahrbahn und dem Radweg. Auch Bremerhaven hat das erkannt, dass da was passieren muss, ist aber bei der Priorisierung von Radverkehr in der Stadt noch relativ weit am Anfang.

Das Gespräch führte Ina Bullwinkel.

Info

Zur Person

Arne Dunker

Der gebürtige Bremer, 47 Jahre alt, ist seit 2004 Geschäftsführer des Klimahaus Bremerhaven. Neben seiner Tätigkeit für das Klimahaus ist Arne Dunker Initiator und Vorstand der Deutschen Klimastiftung.

Info

Zur Sache

Modell: Dahon Cru d3

Baujahr: ca. 2013

Gewicht: ca. 13 kg

Gänge/Schaltung: 3-Gang-Nabenschaltung

Rahmenmaterial: Stahl

Specials: keine

Helm (4/5)

Platten (kommt drauf an, das Meiste mache ich selbst)

Regen (trotzdem Fahrrad)

Geschwindigkeit: sehr schnell (4/5)

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