Junge Erwachsene aus sieben Ländern gastieren beim Rotary-Sommercamp „Space, Time, Flow“ Internationale Lerngruppe

Achim/Oyten/Verden. Mission Völkerverständigung erfolgreich abgeschlossen: Die Rotary-Clubs Verden, Achim und Oyten haben zusammen mit weiteren Clubs der Region das zweiwöchige Sommercamp „Space, Time, Flow“ auf die Beine gestellt. Als Basis für Weltraumerlebnisse dienten für insgesamt 14 junge Erwachsene aus Taiwan, Israel, Italien, Belgien, Indien, Tschechien und Rumänien im Alter von 18 bis 24 Jahren Gastfamilien im Kreis Verden und den umliegenden Kreisen, die Jugendherberge in Rotenburg sowie das Bremer Seemannsheim.
27.08.2017, 00:00
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Achim/Oyten/Verden. Mission Völkerverständigung erfolgreich abgeschlossen: Die Rotary-Clubs Verden, Achim und Oyten haben zusammen mit weiteren Clubs der Region das zweiwöchige Sommercamp „Space, Time, Flow“ auf die Beine gestellt. Als Basis für Weltraumerlebnisse dienten für insgesamt 14 junge Erwachsene aus Taiwan, Israel, Italien, Belgien, Indien, Tschechien und Rumänien im Alter von 18 bis 24 Jahren Gastfamilien im Kreis Verden und den umliegenden Kreisen, die Jugendherberge in Rotenburg sowie das Bremer Seemannsheim. Mit vielen Eindrücken reisten die Teilnehmer jetzt zurück in ihre Heimatländer.

Die Gruppe besuchte beispielsweise das DLR School Lab des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Bremen. Dort durften die Teilnehmer an ausgewählten Versuchsständen aus den Bereichen Mars-Mission, extreme Gefahren im Weltraum, Satelliten und Fernerkundung selbst experimentieren. Der Höhepunkt war der Bau einer Rakete, die per Wasser-Luft-Antrieb 20 Meter in die Höhe schoss, berichtet Camp-Organisatorin Anja Kappler. „Im Olbers-Planetarium der Hochschule Bremen erfuhr die Gruppe außerdem mehr über astronomische Phänomene. Sie sahen Polarlichter über der Hansestadt und erlebten einen Sonnenuntergang mit allen seinen Einzelheiten“, so Kappler. Weitere Besichtigungstouren führten die Gruppe ins Universum Bremen, ins Marum auf dem Uni-Campus und zu Astrium.

Dass Bremen für die Teilnehmer als Weltraumstadt gilt, liegt sicherlich auch daran, dass dort unter anderem Firmen wie Airbus Defence and Space und der Hochtechnologiekonzern OHB beheimatet sind. OHB rüstet das europäische Columbus-Modul der Internationalen Raumstation ISS und den Raumfrachters ATV aus. Die Referate von drei Wissenschaftlern beeindruckten zum Beispiel Vaibhav Gupta. Der 24-Jährige aus dem indischen Chandigarh hatte im Rahmen seines Studiums der Ingenieurwissenschaften bereits an einem Weltraum-Programm teilgenommen. Nach Beendigung seines Zweitstudiums, Management, kann er sich gut vorstellen, in einem Konzern wie OHB zu arbeiten, um die Technologie für Flüge ins All weiter voranzubringen. Für Abhishek Tongya (19) aus Bhopal (Indien) stand der Besuch bei Airbus hoch im Kurs, weil er sich für die Flugzeuge dieses Herstellers besonders interessiert. Für die 18-jährige Inderin Ishita Sharma war dieses Sommercamp wie eine Sommeruniversität. Sie habe zahlreiche „hochkarätige Vorträge“ gehört, lobt sie.

Viele Teilnehmer sahen ihren Trip nach Deutschland auch als Bereicherung fürs Studium. Chan Hsuan-Pei (20) aus Taichung/Taiwan studiert ebenfalls Ingenieurwissenschaften und Management, Yu-Ting Kao (21) aus dem taiwanesischen Yunlin belegt medizinische Vorlesungen mit dem Schwerpunkt Radiologie. Ihr gefiel das Referat des Arztes und passionierten Hobbypiloten Norbert Grieb zum Thema Gleichgewichtssinn bei Astronauten und Flugpersonal.

Nicht ins All, sondern zu ganz irdischen Zielen will einmal die 18-jährige Elvira Francesca Colore aus Mailand aufbrechen. Die Italienerin möchte nach ihrem Studium in der Tourismusbranche arbeiten. In Deutschland nutzte sie die Gelegenheit, Land und Leute kennenzulernen und ihr Englisch zu verbessern. Die Teilnehmer besuchten das Erlebnisbad Ronolulu, reisten nach Hamburg, unternahmen eine Kanufahrt auf der Wümme und wanderten im Watt der Nordsee.

„Die Clubs aus Achim, Oyten, Verden, Rotenburg, Rotenburg-Wümmeland, Bruchhausen-Vilsen, Syke und Syke-Utbremen ermöglichten diese internationale Veranstaltung“, sagt Organisatorin Anja Kappler. Völkerverständigung ist laut Governor Dirk Bode, Repräsentant der Rotary-Clubs im Distrikt 1850, in Zeiten von Brexit sowie Spannungen zwischen den USA und Russland wichtiger denn je. Der kulturelle Austausch mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist ein jährlicher Höhepunkt im Clubleben.

Die Gymnasiastin Klára Odstrčilová aus Brünn/Tschechien sieht im Rotary-Sommercamp eine gute Gelegenheit, viele Kulturen kennenzulernen und Freundschaften zu schließen, um sich gemeinsam für den Frieden einzusetzen. Man muss im Kleinen anfangen, sagt die 18-Jährige. Später möchte die junge Erwachsene dieses Ziel auf europäischer Ebene in Brüssel und Straßburg verfolgen, sagte sie.

Das Camp hat laut Kappler gute Werbung für die Mint-Fächer (Mathe, Physik, Bio, Chemie) gemacht. Sie freut sich, dass ein Teilnehmer nach dem OHB-Besuch und den Infos zum ExoMars-Projekt ein Studium der Physik aufnehmen will.

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