Hannover

Jäger melden Rekord-Abschuss bei Graugänsen

Hannover. Die Zahl der Wildgänse in Niedersachsen nimmt weiter zu. Nach Angaben der Landesjägerschaft nutzen immer mehr Gänse aus Skandinavien Niedersachsen als Winterquartier.
28.12.2014, 00:00
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Jäger melden Rekord-Abschuss bei Graugänsen

Abflug: Graugänse machen Zwischenstation am Dümmersee.

Friso Gentsch, dpa

Die Zahl der Wildgänse in Niedersachsen nimmt weiter zu. Nach Angaben der Landesjägerschaft nutzen immer mehr Gänse aus Skandinavien Niedersachsen als Winterquartier. Die Brutbestände der einzelnen Arten haben sich deutlich erhöht. Nach Schätzungen der Jägerschaft hat sich zum Beispiel die Zahl der hierzulande brütenden Graugänse seit 1994 fast verzehnfacht – zuletzt waren es gut 8600 Paare. Die Graugans ist die häufigste Gänseart in Europa und die Stammform der hiesigen Hausgans.

Bei der Kanadagans, der größten frei lebenden Gans in Europa, wurden im Jahr 1994 gut 84 und 20 Jahre später fast 1400 Brutpaare gezählt. Einen rasanten Anstieg gab es auch bei den brütenden Nilgänsen von knapp 170 Paaren im Jahr 2005 auf rund 5900 im vergangenen Jahr. Zudem brüten nach Beobachtung der Landesjägerschaft in Niedersachsen in kleinerer Zahl mittlerweile auch regelmäßig Nonnengänse.

Stark angestiegen sind auch die Abschusszahlen. Landesweit wurden im zurückliegenden Jagdjahr 14 276 Graugänse erlegt, sechs Prozent mehr als im Vorjahr und so viele wie nie zuvor in den vergangenen Jahrzehnten. Die höchsten Abschusszahlen gab es in den Landkreisen Aurich (2126 Tiere) und Leer (1641). Auch bei der Nilgans (3895) und der Kanadagans (813) wurden neue Rekord-Abschüsse gemeldet. Bei der Kanadagans lagen die höchsten Strecken in den Landkreisen Harburg (197) und Rotenburg (153).

Für Diskussionen sorgte zuletzt die Reform der Jagdzeitverordnung von Agrarminister Christian Meyer (Grüne), die auch die Jagd auf Wildgänse betrifft. In Vogelschutzgebieten wird die Jagd auf Gänse während der Zugvogelsaison generell verkürzt. Ab 2015 soll es bei der Jagd auf Wildgänse zudem eine stärkere Differenzierung bei Jagd- und Ruhezonen in Vogelschutzgebieten geben. Dort soll dann in vorher festgelegten Teilgebieten im Zweiwochenrhythmus in einer Zone gejagt werden, während in anderen die Gänse Schonung genießen.

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