Draht & Esel

„Man kann immer mal eben eine kleine Tour machen“

Propst Martin Schomaker ist gern mit dem Rad unterwegs: Für Dienstfahrten innerhalb der Stadt und vor allem für Besuche bei Gemeindemitgliedern nutzt der 55-Jährige am liebsten sein Faltrad.
15.07.2018, 12:33
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
„Man kann immer mal eben eine kleine Tour machen“
Von Ralf Michel

Das erste Mal auf zwei Rädern...

Das war noch bevor ich zur Schule kam. Ich habe zwei Brüder. Einer ist jünger als ich, der andere zwei Jahre älter. Der Ältere und ich waren immer Konkurrenten. Als er Fahrradfahren lernte, wollte ich das unbedingt auch können.

Das aktuelle Fahrrad?

Ich habe im Moment zwei Räder: Ein ganz normales Tourenrad und dazu ein Faltrad, das ich mir 2016 gekauft habe. Das Faltrad nehme ich gerne mit, wenn ich mit dem Auto oder dem Zug unterwegs bin.

Die schönste Tour?

Eine Tagestour in der Grafschaft Bentheim, zu der ich mich mit Freunden verabredet hatte. Wir wollten die ganzen alten Kirchen abklappern und uns die schöne Landschaft anschauen. Unterwegs hat es so richtig angefangen zu regnen. Wir wurden klitschnass bis auf die Haut. Erst haben wir uns noch untergestellt, aber dann sind wir einfach nur gefahren. Wenn ich alleine unterwegs gewesen wäre, hätte ich das niemals gemacht. Aber so zusammen in der Truppe war das einfach nur witzig. Und diese Tour ist uns allen in Erinnerung geblieben. Ich hatte übrigens zum Glück Ersatzkleidung im Auto.

Lesen Sie auch

Die Vorgängermodelle?

Da gab es eigentlich relativ wenige, weil ich meine Räder immer sehr lange fahre. Ein Kinderrad, ein Rad als Jugendlicher, dann noch zwei Räder in den letzten 30 Jahren und dann kamen auch schon die beiden, die ich heute fahre. Ich kaufe mir immer sehr solide Räder, die fahre ich dann allerdings, bis sie auf sind.

Der letzte Diebstahl?

Es gab noch keinen. Einmal wurde mir allerdings der Sattel von meinem Tourenrad gestohlen. Das war an einem Sonntag an der St.-Elisabeth-Kirche in Hastedt. Ich hatte mein Rad vor der Kirche angeschlossen und den Sattel drangelassen. Sonst nehme ich den immer mit, aber ich habe gedacht: Sonntagmorgen vor der Kirche...

Die Lieblingsstrecke?

Am liebsten um den Werdersee drumzu. Ich stehe immer ziemlich früh auf, um 5.30 Uhr. Nach einem kurzen Morgengebet fahre ich dann einmal um den See. Die Natur, die Stille... Man kann in dieser Ruhe alles Mögliche hören und sehen – das ist einfach wunderschön.

Der ausgefallenste Fahrradschmuck?

Habe ich nicht.

Die am häufigsten gefahrene Strecke?

Vom Büro aus zur Georg-Gröning-Straße zum St.-Joseph-Stift und zur Caritas-Stiftung in der Hollerallee. Bei beiden Einrichtungen sitze ich im Aufsichtsrat. Da gibt es regelmäßig Sitzungen und Besprechungen.

Lesen Sie auch

Der schlimmste Unfall?

Ich hatte noch keinen, bin allerdings auch ein sehr vorsichtiger Fahrer. Und ich fahre auch immer mit Helm. Als ich mir meinen ersten Fahrradhelm gekauft habe, hat mir der Händler gesagt, dass man mit so einem Helm immer glücklich sei. Man sei glücklich, wenn man ihn nie brauche. Und natürlich erst recht, wenn einem dann doch ein Unfall passiert.

Faltradfahrer sind …

...spontan und flexibel. Das Rad ist schnell ein- beziehungsweise ausgepackt. In wenigen Minuten sitzt der Faltradfahrer nach einer Autofahrt und Zugreise auf seinem Fahrrad. Das war auch meine Motivation, mir so ein Rad zuzulegen: Weil man es auch auf Reisen mit der Bahn oder dem Auto immer mit dabei hat, kann man immer mal eben zwischendurch eine kleine Tour machen.

Ich fahre gern Fahrrad, weil …

...weil es einfach Freude macht, sich auf diese Weise zu bewegen. Und weil man viel mehr sieht, als wenn man mit dem Auto unterwegs ist. Da rauscht nicht immer alles so an einem vorbei.

Fahrradfahren in Bremen ist …

...ist sehr angenehm, weil es hier viele Radwege und ausgewiesene Touren gibt. In der Stadt ist es manchmal natürlich sehr eng, weil sie so stark frequentiert ist. Da muss man schon aufpassen. Aber in der Freizeit, wenn ich nicht dienstlich unterwegs bin, ist Radfahren in Bremen einfach wunderschön.

Die Fragen stellte Ralf Michel.

Info

Zur Person

Martin Schomaker ist seit 2008 Propst der katholischen St.-Johann-Gemeinde in Bremen. Der 55-Jährige ist in Bohmte bei Osnabrück aufgewachsen und lebt seit zehn Jahren in Bremen. Für Dienstfahrten innerhalb der Stadt und vor allem für Besuche bei Gemeindemitgliedern nutzt Schomaker am liebsten das Fahrrad.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+