Fahrrad-Ausstellung im Universum

Mehr als nur ein Fortbewegungsmittel

Ab der kommenden Woche dreht sich bei „Bike it“ im Universum alles rund ums Fahrrad: Vom klassischen Fahrrad bis hin zur modernen und ausgefallenen Variante ist in der Ausstellung alles vertreten.
22.06.2018, 05:20
Lesedauer: 3 Min
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Von Jenny Häusler
Mehr als nur ein Fortbewegungsmittel

Tobias Wolff an der Station "Fahrradkreisel". Hier wird das physikalische Prinzip der Drehimpulserhaltung gezeigt.

Christina Kuhaupt

Noch wird gewerkelt und gehämmert im Universum Bremen, doch es lässt sich schon jetzt erkennen, was hier bald für eine Sonderausstellung zu sehen sein wird: Überall stehen Fahrräder. Vom ersten Fahrrad bis hin zur modernen Variante, die aus nachhaltigem Material gebaut wurde, ist alles vertreten. Zum Anlass des 200-jährigen Jubiläums des Fahrrads im vergangenen Jahr haben das Bloomfield Science Museum aus Jerusalem, das Canada Science and Technology Museum aus Ottawa und der Città della Scienza aus Neapel die Wanderausstellung „Bike it – vom Laufrad zum Lebensgefühl“ entwickelt.

Premiere feierte die Ausstellung vor gut einem Jahr in Jerusalem. Bis Mai 2018 besuchten sie dort 140.000 Menschen. Nun macht die Ausstellung von Donnerstag, 28. Juni, bis Mai kommenden Jahres Halt im Universum Bremen und ist damit zum ersten Mal in Europa zu sehen. Auf 550 Quadratmetern werden 20 interaktive Exponate ausgestellt, dazu kommen noch einmal 55 Fahrradmodelle. An 18 Video- und Audiostationen werden außerdem verschiedene Filme rund um das Fahrrad und seine Geschichte gezeigt.

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Das historische Filmmaterial und die ausgestellten Fahrrad-Modelle sind eine Leihgabe des Museums aus Ottawa. Einige der ausgestellten Räder stammen aus dem Nationalen Fahrradmuseum „Velorama“ im niederländischen Nimwegen. Gert-Jan Moed gründete das Museum in den in den 1980er-Jahren und steuerte insgesamt 36 Exponate aus seiner Privatsammlung bei, die insgesamt gut 600 Räder umfasst.

„Mein Vater hat damals Automobile gesammelt und mir mit 14 Jahren mein erstes Fahrrad geschenkt. Seitdem habe ich leidenschaftlich Fahrräder gesammelt“, sagt Moed. Bei den Arbeiten in Bremen und in Israel war er immer vor Ort und half bei der Gestaltung und bei dem Aufbau mit. In der Ausstellung werden die Besucher durch die 200-jährige Geschichte des Fahrrads mitgenommen und bekommen an den verschiedenen Exponaten und Mitmachaktionen gezeigt, welche technischen Innovationen das Fahrrad hervorgebracht hat.

Virtuelle Tour durch Bremen

In einem Bereich der Ausstellung geht es um das Fahrrad in der Gesellschaft und welchen Einfluss es auf soziale und politische Bewegungen hat. Ein Exponat macht etwa deutlich, wie es vor vielen Jahren für die Frau war, Fahrrad zu fahren: Besucher können sich anhand der originalen Kleidung von damals ein Bild machen, was Frauen auf dem Fahrrad tragen mussten, um nicht zu viel Haut zu zeigen.

Auch werden Fragen wie „Wann wurde das erste Fahrrad entwickelt“, „Wie fühlt es sich an, auf einem Hochrad zu sitzen?“ und „Können Roboter in der Zukunft Fahrrad fahren?“ beantwortet. An den verschiedenen Mitmachstationen können die Besucher ausprobieren, ob sie unterschiedlichen Windstärken im Windkanal standhalten, oder ob sie verkehrt herum Fahrrad fahren können.

An einer Mitmachstation können die Gäste auf einem Fahrrad durch Städte wie Jerusalem, Ottawa, Neapel und Bremen fahren. So bekommen sie einen Eindruck, wie es ist, in anderen Teilen der Welt Fahrrad zu fahren und welche Bedingungen dort herrschen. Die virtuelle Tour durch Bremen, die Besucher dann ab dem 28. Juni fahren können, wurde vorher von dem Ausstellungsleiter des Bremer Universums, Tobias Wolff, gefahren. Mit einer Helmkamera ging es dabei für ihn durch die Bremer Innenstadt.

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Bei einem Vorabbesuch der Ausstellung führte Wolff neben der 3D-Fahrradtour auch die Station „Fahrradkreisel“ vor. „Auf einem Drehhocker sitzend geben die Besucher dem Reifen Schwung und versetzen das Rad damit in Drehung. Nimmt der Besucher das Rad nun an seinen beiden Griffen in die Hand, möchte das drehende Rad seine ursprüngliche Drehrichtung beibehalten – deshalb widersetzt es sich den von außen aufgezwungenen Bewegungen.

Eine zweite Drehung kommt hinzu: Der Hocker beginnt sich zu drehen. "Dieser sogenannte Kreiseleffekt, der durch die Drehung der Räder, insbesondere der des Vorderrades, entsteht, hat weniger Einfluss auf die Stabilität beim Fahrradfahren als man lange dachte“, erklärt Wolff.

Auch das Thema „Fahrradstadt Bremen“ wird in der Ausstellung behandelt. Wer sich schon immer gefragt hat, was Bremen zu einer Fahrradstadt macht, bekommt im Universum die Antwort geliefert. Auch ein Projekt der Studierenden der Hochschule Bremen und der Hochschule für Künste mit dem Namen „Fahrrad-Vision 2040“ wird ausgestellt. Hierbei geht es um das Thema einer modernen Stadtentwicklung.

Weitere Informationen

Der Eintritt zu der Ausstellung ist in der Tageskarte des Universums inbegriffen. Das Universum Bremen hat montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr, sonnabends und sonntags sowie an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

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