Wissenschaft Messel-Forscher finden Pflanzenvielfalt

Frankfurt/Messel. Vor 50 Millionen Jahren war Südhessen ein artenreicher tropischer Regenwald rund um einen See. Heute gilt die Fossiliengrube Messel als eine der weltweit bedeutendsten Fundstätten für die damalige Tier- und Pflanzenwelt.
27.07.2012, 14:20
Lesedauer: 1 Min
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Frankfurt/Messel. Vor 50 Millionen Jahren war Südhessen ein artenreicher tropischer Regenwald rund um einen See. Heute gilt die Fossiliengrube Messel als eine der weltweit bedeutendsten Fundstätten für die damalige Tier- und Pflanzenwelt.

Mit 203 Pflanzenarten sei Messel eine der artenreichsten Fundstellen aus dieser Zeit, sagte Volker Wilde vom Senckenberg-Forschungsinstitut am Freitag.

Bei der Untersuchung der Frucht- und Samensammlung aus Messel fanden die Forscher 140 verschiedene Pflanzengattungen, darunter 65 bisher unbekannte. Die Ergebnisse wurden in den "Abhandlungen der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung" veröffentlicht. In der Messeler Ölschiefergrube, die wegen ihrer gut erhaltenen Fossilien zum Unesco-Weltnaturerbe gehört, wurden auch zahlreiche versteinerte Tiere gefunden, darunter Urpferdchen, Krokodile, Vögel und Fledermäuse.

Rund 30 000 Pflanzenreste werteten die Forscher aus - Samen und Früchte, Blätter, Blüten und Pollenkörner. "Wir haben sehr viele Überreste von Blütenpflanzen und einige Nadelhölzer gefunden", sagte Wilde. "Beeindruckt hat uns nicht nur die große Anzahl unterschiedlicher Pflanzenfamilien, sondern auch die Vielfalt der Verbreitungsstrategien." Einige Arten hatten Flügel an ihren Samen, die so mit dem Wind verbreitet werden konnten, andere entwickelten explodierende Kapseln, die ihre Samen im weiten Umkreis verstreuten.

Die Pflanzen lassen Rückschlüsse auf das Klima in der Region zu: "Wir gehen davon aus, dass der Messel-See von einem mehr oder weniger tropischen Regenwald mit verschiedenen Stockwerken umgeben war, ähnlich wie in Gebieten mit einem vergleichbaren Klima zur heutigen Zeit." Unter den untersuchten Pflanzen seien viele Lianen und Sumpfpflanzen. (dpa)

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