Genf

Meteorologen rechnen mit mehr Überschwemmungen

Genf (wk). Der Anstieg des Meeresspiegels hat in diesem Jahr ein neues Rekordniveau erreicht. Mit derzeit 3,2 Millimetern pro Jahr sei der Anstieg doppelt so hoch wie im Schnitt des 20.
14.11.2013, 00:00
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Von WESER-KURIER
Meteorologen rechnen mit mehr Überschwemmungen

Der Taifun „Haiyan“ hat auch dazu geführt, dass zahlreiche Küstengebiete überflutet wurden. Diese Aufnahme entstand in der südchinesischen Stadt Bobai.

Zhang Ailin / Xinhua News Agency, action press

Der Anstieg des Meeresspiegels hat in diesem Jahr ein neues Rekordniveau erreicht. Mit derzeit 3,2 Millimetern pro Jahr sei der Anstieg doppelt so hoch wie im Schnitt des 20. Jahrhunderts, erklärt die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) in einem neuen Bericht. Aufgrund des Anstiegs der Meere erhöhe sich in Küstengebieten die Gefahr, dass sie bei Stürmen wie dem Taifun „Haiyan“ überflutet würden. Viele Experten gehen davon aus, dass es infolge des Klimawandels künftig häufiger extremes Wetter geben wird.

Nach den Angaben der Weltorganisation für Meteorologie hat das Treibhausgas Kohlendioxid an der Luft inzwischen einen Anteil von 0,0393 Prozent. Seit Beginn der Industriellen Revolution im 18. Jahrhundert sei der Anteil um 41 Prozent gestiegen. Der Menschheit stehe eine wärmere Zukunft bevor, betont der Generalsekretär der Organisation, Michel Jarraud. Nach seinen Worten lagen die ersten neun Monate dieses Jahres bei den Temperaturen auf dem Niveau von 2003. Damit zählten sie zu den sieben wärmsten Perioden seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1850. In zahlreichen Regionen seien überdurchschnittlich hohe Temperaturen verzeichnet worden, so etwa in Australien, Nordamerika, im Nordosten von Südamerika, in Nordafrika und weiten Teilen Eurasiens. Die weltweite Oberflächentemperatur lag um 0,48 Grad Celsius über dem Durchschnitt des Zeitraums von 1961 bis 1990.

Auch wenn die Temperaturen im globalen Maßstab auf einem sehr hohen Niveau lagen – in der Arktis ist während der Sommermonate weniger Meereis geschmolzen als in den Vorjahren. In der Antarktis ist die von Meereis bedeckte Fläche nach den Angaben der Experten sogar größer geworden.

Jarraud geht davon aus, dass der Meeresspiegel nicht nur aufgrund des Schmelzens der Gletscher und der Eiskappen weiter steigen wird. Am Meeresspiegelanstieg sind mehrere Faktoren beteiligt. Wenn das Wasser infolge des Klimawandels wärmer wird, nimmt seine Dichte ab, das heißt: Es dehnt sich aus und benötigt mehr Raum; der Meeresspiegel steigt an. Das genaue Ausmaß des Anstiegs wird in den nächsten Jahrzehnten nicht zuletzt davon abhängen, was mit den kilometerdicken Eisschilden auf Grönland und in der Antarktis geschieht. In ihnen sind besonders große Wassermengen gebunden.

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