Wind trieb große Mengen an Nordseewasser durch Meerengen Neuer Sauerstoff für die Ostsee

Warnemünde. Die Ostsee, kaum größer als Deutschland und im Mittel nur rund 52 Meter tief, ist ein Meer, in dem teilweise starker Sauerstoffmangel herrscht. Dieser kann entstehen, wenn Mikroorganismen Überreste von Lebewesen abbauen und dabei Sauerstoff verbrauchen.
09.01.2015, 00:00
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Neuer Sauerstoff für die Ostsee
Von Jürgen Wendler

Die Ostsee, kaum größer als Deutschland und im Mittel nur rund 52 Meter tief, ist ein Meer, in dem teilweise starker Sauerstoffmangel herrscht. Dieser kann entstehen, wenn Mikroorganismen Überreste von Lebewesen abbauen und dabei Sauerstoff verbrauchen. Zu einem deutlichen Anstieg des Sauerstoffgehalts kommt es, wenn große Mengen an sauerstoffhaltigem Salzwasser aus der Nordsee durch den Großen und Kleinen Belt sowie den Øresund, die Meerenge zwischen der dänischen Insel Seeland und dem südschwedischen Schonen, in die Ostsee gelangen. Wie das Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde mitteilt, ist dies in der Zeit vom 13. bis 26. Dezember vergangenen Jahres geschehen. Es sei der größte Salzwassereinbruch seit 60 Jahren und der drittgrößte seit Beginn der meereskundlichen Beobachtungen im Jahr 1880 gewesen. Die Experten beziffern das Volumen auf etwa 198 Kubikkilometer.

Mit dem Nordseewasser kamen demnach rund vier Gigatonnen, das heißt vier Milliarden Tonnen, Salz in das kleine Randmeer. Während die Nordsee einen Salzgehalt von etwa 3,5 Prozent hat, liegt dieser in der Ostsee deutlich niedriger, nämlich zwischen rund 1,9 Prozent im Westen, also im Bereich der Verbindung zur Nordsee, und 0,3 Prozent im Osten vor Finnland.

Besonders groß ist der Sauerstoffmangel, der höheres Leben unmöglich macht, in den tieferen Bereichen der zentralen Ostsee. Nach Angaben des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung besteht jedoch die Hoffnung, dass das im Dezember eingeströmte Nordseewasser sich positiv auf den Sauerstoffgehalt im Bornholm- und Gotlandbecken auswirken wird. Dem Salzwassereinbruch sei eine längere Phase mit Ostwinden vorausgegangen, in der viel Wasser in Richtung Nordsee getrieben worden sei. Dies habe zu einem deutlichen Absinken des Meeresspiegels in der Ostsee geführt. Am 5. Dezember habe der Wind nach Südwest, später nach West gedreht. Da die Windverhältnisse über etwa drei Wochen unverändert geblieben seien, seien nun große Mengen an Nordseewasser in die Ostsee geströmt, erklären die Experten.

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