Wissenschaft Neues Erdbeobachtungszentrum mit 3D-Messungen

Oberpfaffenhofen. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sammelt die Daten seiner Erdbeobachtung künftig in Oberpfaffenhofen bei München. Das sogenannte Earth Observation Center (EOC) erkundet mit Hilfe von Satelliten etwa Klimaveränderungen oder die Folgen von Naturkatastrophen.
20.07.2010, 15:10
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Oberpfaffenhofen. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sammelt die Daten seiner Erdbeobachtung künftig in Oberpfaffenhofen bei München. Das sogenannte Earth Observation Center (EOC) erkundet mit Hilfe von Satelliten etwa Klimaveränderungen oder die Folgen von Naturkatastrophen.

«Die Erdbeobachtung durch Satelliten ist eine Schlüsseltechnologie nicht nur für staatliche Entscheidungsträger und Wirtschaft, sondern Daseinsvorsorge für uns alle», sagte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) bei der feierlichen Eröffnung des EOC am Dienstag.

Das DLR habe sich frühzeitig mit dem Thema befasst und verfüge bereits über 30 Jahre Erfahrung in der satellitengestützten Erdbeobachtung, sagte DLR-Vorstandschef Johann-Dietrich Wörner. Nun werde dieses Wissen und die Arbeit an den verschiedenen Projekten im neuen EOC gebündelt, dass damit die zentrale Einrichtung für die Erdbeobachtung in Deutschland ist. Über Antennen auf dem Dach und mehreren Empfangsstationen weltweit empfängt das Zentrum Daten verschiedener Satelliten, die die Erde aus dem Weltall beobachten.

Erst Ende Juni war von Russland aus der deutsche Radarsatellit «Tandem-X» zur Vermessung der Erde in 3D ins All gestartet. Zusammen mit seinem baugleichen «Zwilling» «Terrasar-X» soll «Tandem-X» drei Jahre lang die Erde umrunden und dabei Daten für das weltweit einzigartige dreidimensionale Modell in bisher unerreichter Genauigkeit sammeln. «Terrasar-X» liefert schon seit 2007 Daten aus dem All. Sie zeigten etwa die Geländeverschiebungen nach dem Erdbeben auf Haiti und können zur Überwachung von Vulkanen genutzt werden.

«Mit dem EOC schafft das DLR eine effiziente Einrichtung, um Daten aktuell und auf höchstem Niveau bereitzustellen», erklärte der DLR-Chef. Die im EOC gewonnenen Informationen bildeten die Grundlage für Aufgaben von der Stadtentwicklung auf kommunaler Ebene bis hin zu Fragen des globalen Klimawandels. Daneben wachse der Bedarf der Wirtschaft an Geoinformationen aus dem All, etwa in der Telekommunikation, Touristik oder bei Versicherern.

Brüderle betonte die wirtschaftliche Bedeutung der Forschung in Deutschland. Sie sei für ein Hochlohnland wie die Bundesrepublik ein wichtiger Faktor, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. «Wir sind in einem harten Konkurrenzkampf», sagte Brüderle. Viele Nationen drängten in den Weltraum. Dabei sei deutsche Technologie ein wichtiger Faktor. Dazu leiste das DLR, als eine Art deutscher NASA, einen wichtigen Beitrag, sagte der Minister. (dpa)

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