Verschiedene Arten von Lebewesen profitieren vom Miteinander

Nicole Dubilier

Im heutigen Wirtschaftsleben spielt Konkurrenz eine zentrale Rolle. Als wichtige Triebkraft gilt der Eigensinn.
10.03.2017, 00:00
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Nicole Dubilier
Von Jürgen Wendler
Nicole Dubilier

Nicole Dubilier untersucht Zweckgemeinschaften im Meer.

Im heutigen Wirtschaftsleben spielt Konkurrenz eine zentrale Rolle. Als wichtige Triebkraft gilt der Eigensinn. Andererseits ist klar, dass eine Gesellschaft ohne gutes Miteinander nicht von Dauer sein kann. Wie wichtig das Miteinander ist, lehrt auch die Natur. Die Biologin Nicole Dubilier, die an der Universität Bremen und am Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie tätig ist, ist 2014 mit dem Leibniz-Preis ausgezeichnet worden, um ihre Forschung zum Miteinander von Lebewesen im Meer weiter vorantreiben zu können.

Beziehungen, die für beide Seiten von Nutzen sind, bezeichnen Biologen mit dem Fachbegriff Symbiose. Ein Beispiel für eine Symbiose liefern Mikroorganismen im Verdauungstrakt von Lebewesen wie Menschen. Sie helfen unter anderem bei der Verwertung der Nahrung. Zugleich profitieren sie selbst von ihrem Lebensraum, weil es dort Stoffe gibt, die ihnen als Energielieferanten dienen. Auch an den Zellen von Menschen und anderen Lebewesen lässt sich die Bedeutung der Symbiosen ablesen. Sie enthalten sogenannte Mitochondrien, die als Energiekraftwerke lebenswichtige Aufgaben erfüllen. Wissenschaftler nehmen an, dass es sich bei diesen Zellbestandteilen um Nachfahren von Bakterien handelt. Mit anderen Worten: In frühen Phasen des Lebens sind Bakterien von Zellen aufgenommen worden und haben mit ihnen Lebensgemeinschaften gebildet.

In den vergangenen Jahren haben Nicole Dubilier und andere Wissenschaftler immer wieder neue Arten von Zweckgemeinschaften entdeckt. So stießen sie im Wattenmeer vor Sylt auf eine Reihe verschiedener Wurmarten, die eng miteinander verwandt sind, auf kleinstem Raum gemeinsam vorkommen, aber jeweils mit anderen Organismen in Symbiose leben. Alle diese Organismen erfüllen die gleiche Aufgabe, nämlich den Wurm zu ernähren. Der Erforschung der Mikroorganismen und ihrer vielfältigen Rollen misst die Meeresbiologin nicht zuletzt deshalb herausragende Bedeutung bei, weil sie dazu beiträgt, Ökosysteme besser zu verstehen. Von einem besseren Verständnis erhoffen sich Forscher zugleich bessere Möglichkeiten, solche Systeme zu bewahren.

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