Gesundheit Ärzte warnen vor Masern als Reisemitbringsel

München. Durchfall, Malaria - aber auch Masern: Reisende können sich im Ausland auch mit der als Kinderkrankheit oft unterschätzten Viruserkrankung infizieren. Viele Erwachsene unterschätzen das Risiko.
27.05.2011, 16:30
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München. Durchfall, Malaria - aber auch Masern: Reisende können sich im Ausland auch mit der als Kinderkrankheit oft unterschätzten Viruserkrankung infizieren. Viele Erwachsene unterschätzen das Risiko.

Vor einer Masern-Infektion im Ausland haben Reisemediziner in München gewarnt. "Masern sind auch eine Importerkrankung, ein Mitbringsel wie Durchfall", sagt der Reisemediziner Albrecht von Schrader in München. Ein Ansteckungsrisiko herrsche etwa in Indien und China, aber auch in vielen europäischen Ländern, allen voran Italien und Frankreich. Allein in Frankreich seien seit Jahresbeginn 6000 Erkrankungen gemeldet worden.

Der Präsident der Bayerischen Gesellschaft für Immun-, Tropenmedizin und Impfwesen, Nikolaus Frühwein, warnte vor Impfmüdigkeit in Sachen Masern. "Wenn wir eine Impfung gegen EHEC anbieten würden, würden sich wahrscheinlich derzeit 99 Prozent impfen lassen", sagte Frühwein mit Blick auf die Krankheitswelle mit dem Darmbakterium und die entsprechenden Sorgen in der Bevölkerung.

Gegen Masern seien bei den Kindern zwar rund 85 Prozent geimpft, bei den Erwachsenen hapere es jedoch stark. Sogar Ärzte in Krankenhäusern hätten oft keinen ausreichenden Schutz - gleich in mehreren Fällen steckten sich Mediziner bei ihren Patienten an.

Es gebe die Meinung, eine Masern-Erkrankung sei eine harmlose Kinderkrankheit . Jedoch seien die Folgen oft schwer, eine mögliche Komplikation sei die Hirnhautentzündung, und es gebe auch Todesfälle. "Masern sind sehr gefährlich", sagte Frühwein. Bei einer Impfung gehe es auch darum, eine Ausbreitung der Krankheit einzudämmen - und eine Ansteckung von Menschen zu verhindern, die sich selbst wegen Immundefekten oder einer Behandlung mit starken Medikamenten nicht impfen lassen können.

Auch gegen Keuchhusten sei eine Impfung ratsam, insbesondere für Menschen, die mit Säuglingen zu tun hätten. Denn bis zum Alter von sechs Monaten könnten die Babys nicht geimpft werden. In vielen Fällen gehe auch eine chronische Bronchitis vor allem bei älteren Menschen auf eine Keuchhusteninfektion zurück. (dpa)

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