Wanderer erkunden ein Gebiet der Gegensätze: Zwischen Torfabbau und intakter Natur

Auf dem Nordpfad um das Huvenhoopsmoor

Gnarrenburg. Dieser Ausflug ins tiefste Huvenhoop-Moor wird über 20 Wanderern nachhaltig in Erinnerung bleiben. Sie waren dort auf Einladung des „Cultimos“ unterwegs, das zu einer neuen Veranstaltungsreihe rund ums Wandern aufgerufen hatte.
06.04.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von INGRID MAHNKEN

Dieser Ausflug ins tiefste Huvenhoop-Moor wird über 20 Wanderern nachhaltig in Erinnerung bleiben. Sie waren dort auf Einladung des „Cultimos“ unterwegs, das zu einer neuen Veranstaltungsreihe rund ums Wandern aufgerufen hatte. Unter fachkundiger Leitung des zertifizierten Wanderführers Wolfgang Eckel machten sie sich bei idealen frühlingshaften Temperaturen auf den Weg. Auf sie wartete ein Nordpfad der Gegensätze: Landwirtschaft und Torfabbau auf der einen, intakte und wieder vernässte Hochmoorflächen auf der anderen Seite. „Flach, weit und einzigartig, wer hier wandert, kann sich der Faszination dieser Landschaft nicht entziehen“, versprach der Leiter der geführten Wanderung den erwartungsvollen Teilnehmern.

Unter ihnen Klaus und Jutta Wangnick aus Kuhstedtermoor. Bestens gestiefelt und gespornt waren sie auf jede Herausforderung vorbereitet. Start und Ziel der Wanderung war der Glockenturm in Glinstedt. „Die 500 Jahre alte Glocke zählt zu den ältesten des Landkreises und diente früher als Alarm- und Sturmglocke“, erfuhren die Teilnehmer. Und dann ging es ab in die zum größten Teil unberührte Natur. Vorbei an Wiesen, Felder, Birkenhainen und schattigen Wäldern des Gnarrenburger Moores in Richtung Forstort-Anfang. „Seit dem 18. Jahrhundert wurde hier das nördliche Teufelsmoor im Zuge der Moorkolonisation entwässert, abgebaut und urbar gemacht. Somit entstand die heutige Kulturlandschaft mit Wiesen, Kanälen und an Straßen aufgereihten Höfen“, erfuhren die Teilnehmer. Eine riesige ehemalige Torfabbaufläche erzählt noch ein Stückchen Heimatgeschichte der ersten Moorbauern. Damals diente der tiefer liegende Schwarztorf als Brennmaterial und wurde über Torfkähne nach Bremen verschifft. Heute wird der höher liegende Weißtorf für Blumenerde und Substrate abgetragen – mit der Auflage, die abgetragenen Flächen wieder zu renaturieren.

Ideale Rastplätze

Weiter ging es in das Naturschutzgebiet des Huvenhoop-Moores, ein Teil des Gnarrenburger Moores. Herzstück: der 1400 Hektar große Huvenhoopsee, einer der letzten intakten Hochmoorseen Niedersachsens. Torfmoorschwingrasen, Moorbirkenwälder mit Heide- und Bentgraslichtungen, wieder vernässte Torfabbauflächen und Hochmoorgrünland prägen das Bild dieser Hochmoorlandschaft und bieten ideale Brut- und Rastbedingungen für zahlreiche Vogelarten. Während des Vogelzuges rasten hier im Frühjahr und Herbst unter anderem Tausende von Kranichen.

Auch an diesem Tag waren einige der Wandervögel auf dem Weg zu ihren Schlafplätzen in der Ferne zu entdecken. Weiter ging es zu einem überdachten Moorturm. Von hier aus bot sich dem Betrachter eine sagenhafte Sicht auf das Huvenhoopsmoor. Dort legten die Wanderer eine kleine Zwischenrast ein. Annette Barkow aus Hüttenbusch war schlichtweg begeistert. Sie hatte extra ihre Arbeitszeit so eingerichtet, dass sie an der Wanderung teilnehmen konnte. Regina und Erich Behnken aus Selsingen waren erstaunt, dass die Wanderung innerhalb der Woche so gut angenommen wurde. Nachdem alle nach rund drei Stunden wieder glücklich am Glockenturm in Glinstedt angekommen waren, stimmten die meisten von ihnen darin überein, dass sie auch bei der nächsten Wanderung des Cultimo dabei sein würden.

Am Donnerstag, 12. Mai, um 15 Uhr führt sie die nächste Wanderschaft in die Nordpfade der Landeswälder des Gnarrenburger Eichholzes und Franzhorn.

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