Kanchanaburi

Ausflug zur Brücke am Kwai

Kanchanaburi (tmn). Ein langes Tuten ertönt. Die bunte Touristenschar an der River-Kwai-Brücke aus Thailändern, Chinesen, Deutschen und Russen kommt in Bewegung.
08.03.2014, 00:00
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Ein langes Tuten ertönt. Die bunte Touristenschar an der River-Kwai-Brücke aus Thailändern, Chinesen, Deutschen und Russen kommt in Bewegung. Viele eilen zur nahen Bahnstation, um ihren Zug nicht zu verpassen, mit dem sie gleich über das berühmte Bauwerk rollen. Andere machen sich für das perfekte Foto bereit – stehen vor der Brücke oder in einer ihrer kleinen Nischen direkt am Gleis. Unten liegt der Kwai, auf Thailändisch Khwae, was Flussarm bedeutet. Auf ihm schaukeln Ausflugsboote und hölzerne Restaurants. Nun nähert sich der Zug aus Bangkok mit acht Waggons.

Die etwa 240 Passagiere sind vom Hauptstadt-Bahnhof Hua Lamphong seit drei Stunden unterwegs. Nun rollen sie über die Kwai-Brücke unweit der Stadt Kanchanaburi bis zur Endstation nach Nam Tok. Nachmittags geht es wieder zurück nach Bangkok. Ganze drei Euro kostet die gesamte Fahrt.

Der Ausflugszug fährt nur am Wochenende. Passagiere sind überwiegend Thai-Familien, aber abgesehen von ein paar Japanern kaum ausländische Touristen. Die Stimmung ist gelöst. Verkäufer bieten Hühnerbeine, süßen Klebereis, Bier und Wasser an.

Von September 1942 bis Dezember 1943 mussten Kriegsgefangene für die japanische Besatzungsmacht unter unmenschlichen Bedingungen durch den Dschungel eine Bahnlinie bis Birma errichten. Durch Erschöpfung, Unfälle, Cholera oder Malaria starben über 100 000 Menschen beim Bau der Trasse. In Betrieb sind nur noch etwa 77 Kilometer des einspurigen Schienenstrangs. Der Rest ist zerstört, demontiert oder von Dschungelgrün überwuchert.

In der Umgebung locken Buddha-Tempel, Wasserfälle, Naturparks, Höhlen und Elefantenritte. Warum mit dem schnelleren Bus zurück? Lieber setzt sich der echte Bahn- und Kinofan nochmals in den schlichten Zug. Dann lässt er den alten Film Revue passieren und versucht sich zu erinnern, wo Alec Guinness die Zündschnüre zur Sprengung der Brücke angebracht hat.

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