Burundis unbekannte Seiten: Belgische Spezialitäten und urige Geschichten

Die Schimpansen sind zurück

Bujumbura. Wer einen Trip ins östliche Afrika plant, denkt meist an eine Safari in Kenia oder die Berggorillas in Ruanda. Das kleine Burundi am Tanganjika-See wird gar nicht erst beachtet.
23.05.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Carola Frentzen
Die Schimpansen sind zurück

An weißen Stränden mangelt es in Burundi nicht – wie hier im Blue Bay Resort am Ufer desTanganjika-Sees, etwa 60 Kilometer südlich der Hauptstadt Bujumbura.

Carola Frentzen, dpa-tmn

Wer einen Trip ins östliche Afrika plant, denkt meist an eine Safari in Kenia oder die Berggorillas in Ruanda. Das kleine Burundi am Tanganjika-See wird gar nicht erst beachtet. Dabei gibt es dort noch Abenteuer – ohne Massentourismus.

Wer den dichten Dschungel des Kigwena Forest im Süden Burundis durchstreift, trifft nur selten auf andere Besucher. „Pro Woche kommen vielleicht 10 bis 15 Touristen, wenn überhaupt“, sagt Ranger Pascal Niyokinda. Dabei ist der Regenwald des 1954 eingerichteten Naturreservats mit seinen hohen Bäumen, den Affen, bunten Vögeln und Schmetterlingen gerade für Afrikafans mit Sinn für Abenteuer genau das Richtige.

„Es gibt hier viele Schlangen, aber die bleiben meist auf den Bäumen, weil die Sonne wegen des Blattwerks kaum den Boden erreicht“, erklärt Niyokinda und schlägt mit einem Messer den Weg frei. Das 3300 Hektar große Gebiet erstreckt sich bis zum Tanganjika-See, der auch an Tansania, den Kongo und Sambia grenzt.

Unweit von Kigwena liegt das Schutzgebiet Vyanda Forest mit einer der größten Attraktionen des Landes: Rund 100 Schimpansen bevölkern Schätzungen zufolge den Wald. Anders als in Ruanda und Uganda mit ihren Berggorillas werden die Schimpansen in Burundi aber bislang kaum erforscht. „Die Menschen hatten vergessen, dass es hier Schimpansen gibt. Wir dachten, sie wären während des Bürgerkriegs alle gestorben, aber 2002 wurden sie plötzlich wiederentdeckt“, sagt Christophe Ndikunwayo vom Tourismusministerium in der Hauptstadt Bujumbura. „Und sie scheinen sich zu vermehren.“

Der ethnische Konflikt in der ehemaligen belgischen Kolonie hatte den Tourismus lange zum Erliegen gebracht. Seit den 70er-Jahren war es immer wieder zu Gewalttaten zwischen der Hutu-Mehrheit und der Tutsi-Minderheit gekommen. Hunderttausende wurden getötet, bis 2000 ein Friedensvertrag das Morden beendete.

„Die wichtigste Voraussetzung für den Tourismus ist Frieden. Und in Burundi haben wir jetzt Sicherheit und Stabilität“, betont Ndikunwayo. Tatsächlich scheint Burundi heute wie ein weißes Blatt Papier, auf dem sich Reiseveranstalter und Hote-liers noch austoben können – denn an den meisten Orten fehlt es an allem.

Eines aber hat Burundi: landschaftliche Schönheit. Safaritouristen können dort noch wirklich auf Entdeckung gehen. Etwa im Nordwesten, im Kibira-Nationalpark mit seiner reichen Flora und Fauna und der Möglichkeit, ein Pygmäendorf (Batwa-Dorf) zu besuchen. Oder im Ruvubu-Nationalpark im Osten, wo sich Büffel und Antilopen tummeln.

Ein paar Hotelanlagen mit weißen Stränden und Palmen – wie das Blue Bay Resort am Ufer des Lake Tanganjika – gibt es auch. Wie überall in Burundi werden hier belgisch und französisch angehauchte Spezialitäten aufgetischt – aber auch lokale Gerichte wie der beliebte Mukeke-Fisch oder frittierte Kochbananen.

Zum Abschluss einer Burundireise sollte ein kurzer Zwischenstopp an einem Felsen in Mugere nicht fehlen. „Livingstone - Stanley - 25-XI-1871“ steht darauf. Die Burundier erzählen, dass sich genau an diesem Ort der schottische Afrikaforscher David Livingstone und der Journalist Henry Morton Stanley erstmals trafen und der berühmte Satz „Doktor Livingstone, nehme ich an?“ gesprochen wurde. Doch: Die Begegnung fand zwei Wochen früher in Ujiji in Tansania statt. In Mugere verbrachten beide aber zumindestens zwei Nächte in einer Hütte des Dorfchefs Mukamba, während sie die Flüsse des Tanganjika-Sees erforschten.

Auskünfte: Mit dem Flieger von Ethiopian Airlines geht es täglich von Frankfurt nach Addis Abeba und von dort weiter nach Bujumbura (Zwischenstopp in Kigali oder Nairobi). Lufthansa fliegt mit einem Zwischenstopp in Brüssel und Nairobi nach Burundi (Brussels Airlines). Deutsche Staatsangehörige benötigen ein Visum. Das gibt es für 90 US-Dollar (rund 85 Euro) bei der Einreise oder bei der Botschaft von Burundi in Berlin. Es gilt für einen Monat. Burundi hat ein tropisches, relativ feuchtes Klima. Die kurze Regenzeit liegt zwischen September und Dezember, die lange Regenzeit zwischen März und Mai. Gute Reisezeiten sind Januar und Februar sowie die Monate von Juni bis September. Weitere Informationen erteilt die Botschaft der Republik Burundi in Berlin telefonisch unter der Rufnummer 0 30 /

2 34 56 70 sowie per E-Mail: info@burundi-

embassy-berlin.com.

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