Heute beginnt am Weserufer die Biergarten-Saison / Wirte hoffen auf sonnige Tage Die Schlachte ist bereit

Die ganze Stadt sehnt sich nach dem Frühling. An den wenigen sonnigen Tagen des noch jungen Jahres bevölkerten die Bremer das Weserufer bereits in Scharen. So wie am bisher wärmsten Tag vor zwei Wochen, als Werder bei strahlendem Sonnenschein gegen Augsburg den fünften Sieg in Serie holte. Zum Hinsetzen war es bisher trotz der Sonne allerdings noch zu kalt. In der Hoffnung, dass sich das bald ändert, haben viele Gastwirte an der Schlachte in den vergangenen Tagen ihre Biergärten aufgebaut.
01.03.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Die Schlachte ist bereit
Von Nikolai Fritzsche

Die ganze Stadt sehnt sich nach dem Frühling. An den wenigen sonnigen Tagen des noch jungen Jahres bevölkerten die Bremer das Weserufer bereits in Scharen. So wie am bisher wärmsten Tag vor zwei Wochen, als Werder bei strahlendem Sonnenschein gegen Augsburg den fünften Sieg in Serie holte. Zum Hinsetzen war es bisher trotz der Sonne allerdings noch zu kalt. In der Hoffnung, dass sich das bald ändert, haben viele Gastwirte an der Schlachte in den vergangenen Tagen ihre Biergärten aufgebaut.

„Der frühe Vogel fängt den Wurm“, sagt Soheil Ghofrani, Betreiber der australischen Bar „Kangaroo Island“. Seit heute dürfen die Gastronomen an der Schlachte offiziell den Biergarten-Betrieb aufnehmen. Und unbeirrt vom wenig frühlingshaften Wetter der zurückliegenden Woche wollen einige Wirte schon gleich vom ersten Tag an dabei sein. Was aber, wenn keine Würmer da sind, also keine Gäste kommen, weil es in der Hansestadt oft noch in Strömen regnet? Ghofrani schiebt gleich noch ein Sprichwort hinterher: „Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen. Das ist mein Motto.“

Mit dem Biergarten seiner australischen Bar will Soheil Ghofrani lieber ein paar Tage zu früh als zu spät dran sein. „Sonst müssen wir am Ende in Hektik die Stühle aus dem Lager holen, wenn die Sonne rauskommt,“ erklärt er. Rund sechzig „richtig gute Sommertage“ braucht Ghofrani in den Monaten zwischen März und September, um den Umsatz zu machen, der das eher maue Geschäft im Winter ausgleicht. „Wenn wir hier an der Schlachte keine Biergärten hätten, würden wir pleite gehen“, sagt er. „Aber zum Glück gibt es ja den Sommer.“

Umsatz unter freiem Himmel

Ähnlich sieht es auch Ali Korkmaz vom „Camarillo“: „Ein schlechter Sommer kann die kleineren Läden schon runterziehen.“ Bis zu einem Drittel des Jahresumsatzes, so erklärt er, mache die Bar mit ihren 150 Sitzplätzen unter freiem Himmel. Zehn sonnige Tage pro Monat wünscht Korkmaz sich für die Biergartensaison, „am besten am Wochenende, wenn außer den Einheimischen auch noch die Touristen kommen“.

Ali Korkmaz ist sich sicher, dass schon ein paar Sonnenstrahlen genügen, um möglichst viele Menschen an die Schlachte zu locken: „Die Leute sind sonnenhungrig. Deshalb haben wir uns beeilt, damit wir die ersten schönen Tage schon mitnehmen können.“

Die größte Außengastronomie an der Schlachte gehört zur Gaststätte „Paulaner’s“. Rund 800 Leute finden auf den Bierbänken Platz, vorausgesetzt, Gero Messelhäuser und sein Team werden rechtzeitig fertig. Der größte Biergarten macht auch die meiste Arbeit. Zum Wochenende wurden die Kühlschränke im Pavillon bestückt, der weiß ist – wie alle anderen Unterstände an der Schlachte.

Die Farbe ist den Gastronomen ebenso vorgeschrieben wie ein unverstellter Blick auf die Weser. „Wir wollen ein einheitliches Bild“, sagt Jan-Peter Halves vom Schlachte-Marketing. Ebenfalls festgelegt ist, dass die Biergärten zwischen 11 und 23.30 Uhr Getränke ausschenken dürfen. Um Mitternacht ist Sperrstunde.

Fern der Schlachte lassen sich die Gastronomen deutlich mehr Zeit: Im Biergarten der „Waldbühne“ im Bürgerpark geht es traditionell zu Ostern los, im Außenbereich vor dem „Haus am Walde“ am Stadtwald sogar erst am 30. April. Sollte es vorher sonnige und womöglich bereits frühlingshafte Tage geben, werden die Wirte beider Gasthäuser aber auch schon früher die Tische abwischen und die Fässer an der Außentheke anschließen.

Für die Biergarten-Betreiber gilt übrigens keineswegs die Regel „je heißer, desto besser“. „22 bis 24 Grad“ hat Soheil Ghofrani vom „Kangaroo Island“ in 16 Jahren an der Schlachte als Ideal-Temperatur ermittelt. „Wenn es noch wärmer ist, trinken die Leute weniger.“

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