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Geschichte, Waffen und Vorschriften bei der Pooljagd Eine Tradition aus Fischerhude

Fischerhude. Um zu jagen, braucht der Jäger eine Poolhütte, darin kann er sich verstecken. Im Herbst bringt er mit dem Trecker seine Poolhütte auf eine Wiese.
09.05.2017, 00:00 Uhr
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Von Aus der Klasse 4a der Grundschule Fischerhude von Leandra Ewig, Havin Kadah, Kathy Lutz, Marc Froben, Tanay Cetinkaya, Tjark Knackstedt, Marco Hastedt, Nilufar Amini, Baran Ercan, Seniha Kiran und Reza Mubarekzada

Fischerhude. Um zu jagen, braucht der Jäger eine Poolhütte, darin kann er sich verstecken. Im Herbst bringt er mit dem Trecker seine Poolhütte auf eine Wiese. Gerd Böhling fährt seine Hütte nach jeder Poolsaison zu sich nach Hause, damit die Hütte nicht so schnell verkommt. Dort steht sie trocken unter einem Dach. Wenn die Hütte im Herbst auf dem richtigen Platz steht, tarnt der Jäger sie mit Heu.

Sind diese Vorbereitungen abgeschlossen, wird die Wiese überflutet. Denn Enten fühlen sich im Wasser wohl. Dazu gräbt er eine Verbindung zu einem der vielen Wümmearme. Dafür hat er auch sehr lange Gummi­stiefel. So kann er über die geflutete Wiese gehen, ohne nass zu werden. Damit er die Wildenten anlocken kann, braucht er entweder lebende Lockenten oder Plastikenten. Die Plastikenten können die Pooljäger in vielen Läden kaufen. Manche Leute haben sie auch nur als Dekoration auf ihrem Teich. Die lebenden Lock­enten hält der Jäger das ganze Jahr in einem tollen Gehege bei sich zu Hause. Dort leben sie als Hausenten und sind gar nicht scheu. Gerd Böhling hat Käfige, damit er seine Enten auf das Feld für die Pooljagd mitnehmen kann. Dort schwimmen sie dann auf der überfluteten Wiese.

Die Wildenten kommen in der passenden Jahreszeit aus dem Norden angeflogen und denken, dass sie sicher bei den anderen Enten landen können. Der Trick bei der Pooljagd ist, dass in der Pooljagdzeit auch die Paarungszeit der Enten liegt. Darum fliegen die Wild­enten besonders gern zu den Lockenten. Dann kann der Jäger auf sie schießen. Die Enten werden eingefroren. Wenn Enten übrig bleiben, verkauft der Pooljäger sie.

Die Pooljagd gibt es schon seit vielen 100 Jahren und wird in Fischerhude als alte Tradition sehr geschätzt. Die Pooljagd gibt es nur in Fischerhude und auf zwei nordfriesischen Inseln. Es ist ein altes Gewohnheitsrecht. Deswegen fanden die Viertklässler das Thema so interessant. Bei der Pooljagd dürfen nur Schrotflinten benutzen. Schrotflinten kosten circa 300 Euro und wiegen bis zu viereinhalb Kilogramm. Ein Schuss aus der Waffe kostet circa 80 Cent. Wer eine Waffe erwirbt, muss das beim Landkreis anmelden und den Waffenschein alle drei Jahre erneuern. Die Munition besteht aus einer Röhre, in der 180 kleine Kugeln mit einem Durchmesser von dreieinhalb Millimeter sind.

Früher wurden die Enten auch mit Netzen gejagt. Dabei wudre ihnen dann der Hals umgedreht. Weil das so grausam war, ist es heute verboten. „An manchen Tagen fängt man viele Enten, an anderen Tagen keine“, erzählt Böhling. Aber das mache auch den Reiz aus, sagt er. „Wir dürfen nur von einer Stunde vor Sonnenaufgang bis eine Stunde nach Sonnenuntergang auf einer Wiese jagen“, erzählt der erfahrene Pooljäger. Die Poolsaison geht vom 1. November bis zum 15. Januar.

„An manchen Tagen fängt man Enten. An anderen nicht.“ Gerd Böhling, Pooljäger
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