Tourismus Forscher: Urlaubsrituale senken Stressfaktor

Stuttgart/Hamburg. Klamotten in Schwarz-Rot-Gold und ein Schnitzel am Abend - an Urlaubsorten im Ausland ist das keine Seltenheit. Für manche ist das eine Geschmacksfrage, für die meisten aber Entspannung pur.
12.01.2011, 12:24
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Stuttgart/Hamburg. Klamotten in Schwarz-Rot-Gold und ein Schnitzel am Abend - an Urlaubsorten im Ausland ist das keine Seltenheit. Für manche ist das eine Geschmacksfrage, für die meisten aber Entspannung pur.

Im Auslandsurlaub senken deutsche Speisen und deutsches Fernsehen nach Einschätzung des Tourismusforschers Ulrich Reinhardt den Stressfaktor. "Im Urlaub soll es wie im eigenen Zuhause sein, nur besser und ohne Alltagspflichten", sagte der Chef der Hamburger B.A.T. Stiftung für Zukunftsfragen. Aus psychologischer Sicht sei es daher sinnvoll, gewisse Alltagsrituale wie Sportschau am Samstagabend oder deutsche Zeitungen beim Frühstück nicht aufzugeben. "Rituale dienen dem Abschalten. Neue Sachen sind psychologisch anstrengender als Sachen, die ich schon kenne."

Nach Amerikanern und Engländern seien die Deutschen besonders auf heimatliche Rituale in der Fremde erpicht. Deshalb gebe es so viele deutsche Restaurants und Bars in Spanien oder in der Türkei. Die Skandinavier ließen sich hingegen viel mehr auf die Fremde ein und verzichteten auf Nachrichten aus der Heimat oder nordischen Lachs am Hotelfrühstück-Buffet, sagte Reinhardt.

Die Vorstellung von der Fremde, die auf Reisen tiefgründig erkundet und in ihrer Exotik ausgelebt werde, sei ein Klischee, sagte Reinhardt. "Das ist Wunsch statt Wirklichkeit." Viele Urlauber hätten ganz anderes im Sinn. "Die Deutschen wollen Zeit mit ihren Freunden oder ihrer Familie verbringen - also etwas, wozu sie im Beruf zu wenig Zeit haben."

Wer doch abseits des üblichen Pauschalprogramms auf eigene Faust fremde Städte erkunde, dem drohe Stress. "Dann kommt er nach Hause und braucht Urlaub vom Urlaub." Allerdings sei das eine Typfrage. Immerhin jeder fünfte deutsche Urlauber verzichtete auf Pauschalangebote und reise auf eigene Faust. (dpa)

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