Auto Höhere Preise und kleinere Flotten: Mietauto früh buchen

München/Köln (dpa/tmn) - «Mietwagen werden knapp»: Viele Urlauber dürften sich noch an diese Schlagzeile aus dem Sommer 2009 erinnern. Vor allem in beliebten Mittelmeer-Reiseländern schossen während der Saison die Preise in die Höhe.
09.04.2010, 09:21
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste

München/Köln (dpa/tmn) - «Mietwagen werden knapp»: Viele Urlauber dürften sich noch an diese Schlagzeile aus dem Sommer 2009 erinnern. Vor allem in beliebten Mittelmeer-Reiseländern schossen während der Saison die Preise in die Höhe.

Der Grund: Es standen weniger neue Mietautos zur Verfügung als gewohnt. Unter anderem gaben die Autohersteller nicht mehr so viele Rückkaufgarantien ab wie zuvor - mit der Folge, dass die Leihwagenanbieter weniger Wagen orderten. Die Situation in der Saison 2010 schätzen Experten ähnlich ein - allerdings mit weniger schweren Auswirkungen. Trotzdem raten sie dazu, Mietwagen so früh wie möglich zu buchen.

Vor allem auf der Iberischen Halbinsel seien deutlich weniger Leihwagen verfügbar, sagt Kai Sannwald, Geschäftsführer des Vermittlers Sunny Cars in München. Nach seiner Einschätzung sind es in Portugal wohl 20 Prozent und in Spanien sogar 30 Prozent weniger Autos als im Sommer 2008, als es noch keine Finanzkrise gab. Insbesondere Mallorca und die anderen Balearen steuerten auf neue Mietwagen-Engpässe zu: Auf dem spanischen Festland ließen sich Fahrzeuge schnell zum Beispiel von Alicante nach Barcelona bringen, «auf den Inseln ist man da nicht so flexibel».

Für Sannwald ist klar: Wer sich spät entschließt, laufe Gefahr, «entweder sehr hohe Preise zahlen zu müssen oder gar keinen Wagen mehr zu kriegen». Wer sicher sein will, sollte sich frühzeitig um einen Wagen kümmern: «Sich die Flüge und die Finca langfristig sichern und den Mietwagen erst 14 Tage vorher reservieren - das ist nicht mehr empfehlenswert.» Andere Vermittler und Experten sehen die Situation entspannter. Noch gebe es keine Hinweise darauf, dass es zu Engpässen in der Sommersaison kommen könnte, sagt Katrin Müllenbach-Schlimme vom ADAC in München.

Dennoch sei es wichtig, Leihwagen früh zu buchen: «Sonst kann es passieren, dass es die Wunschkategorie bei den Fahrzeugen nicht mehr gibt». Auch Christian Mahnke, Chef des Marktbeobachters Billiger-Mietwagen.de aus Köln, sagt: «Je später man bucht, desto teurer wird es.»

Die Daten des Marktbeobachters zeigen für die beiden vergangenen Jahre einen interessanten Trend - zum Beispiel auf Mallorca. 2008 gab es dort verhältnismäßig stabile Preise für Mietwagen: Wer in den Monaten Januar bis Juni einen für den Sommer buchte, zahlte im Schnitt 20,83 bis 22,89 Euro pro Tag. Anfang 2009 kostete ein Fahrzeug für die Sommersaison nur noch 18,86 bis 19,00 Euro. Im Juni 2009, also kurz vor der Saison, gab es dann aber einen klaren Preisschub: Im Schnitt kostete ein Mietwagen 34,36 Euro am Tag.

Die Finanzierung von Leihwagen bleibe auch 2010 ein Problem, stellt der Vermittler Holiday Autos in München fest. Dennoch bestehe kein Grund, Panik zu verbreiten, sagt Geschäftsführerin Anna Wolfsteiner. Es werde zwar zu Engpässen kommen, «aber nicht in dem Maße wie 2009».

Die kleiner gewordenen Leihwagenflotten am Mittelmeer wiederum führen dazu, dass die Preise hoch bleiben - auch für Touristen, die sich schon jetzt das Fahrzeug für den Sommer sichern. Auf Mallorca zum Beispiel mussten Urlauber, die von Januar bis März 2010 einen Wagen für die Sommermonate buchten, laut Billiger-Mietwagen.de im Schnitt 31,19 bis 34,49 Euro pro Tag zahlen - das waren um rund zwei Drittel höhere Preise als im gleichen Vorjahreszeitraum.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+