Artefakt und Genussland Bremen Niedersachen veranstalten Apfel- und Erdapfeltag in Wilstedt Jetzt heißt es Gartendelikatessen

Wilstedt. Mit der Kooperation des Vereins „Genussland Bremen Niedersachsen“ als Mitveranstalter für den seit zehn Jahren in Wilstedt stattfindenden Apfel- und Erdapfeltag verändern sich mit neuen Impulsen einige Dinge, über die Artefakt Interessierte frühzeitig informieren möchte.
17.09.2017, 00:00
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Wilstedt. Mit der Kooperation des Vereins „Genussland Bremen Niedersachsen“ als Mitveranstalter für den seit zehn Jahren in Wilstedt stattfindenden Apfel- und Erdapfeltag verändern sich mit neuen Impulsen einige Dinge, über die Artefakt Interessierte frühzeitig informieren möchte.

Sichtbarstes Zeichen dafür ist zunächst der neue Titel der Veranstaltung Gartendelikatessen, mit dem die Organisatoren das Motto der Veranstaltung am 24. September weiter fassen werden. Beibehalten und verstärken werden die Veranstalter die regionalen Bezüge und den Blick auf wertvolles Altes, das auf nachhaltige und moderne Weise zugänglich gemacht werden soll. Diesen Ansatz freudvoll und genießerisch für die Besucher erlebbar zu gestalten, möchten auch die über siebzig Aussteller aus Lebensmittel- und Kunsthandwerkmanufakturen, Gärtnereien, von Landwirten und Gastronomen aus den Regionen des Nordens.

„Genussland Bremen Niedersachsen“ gründete sich im Herbst 2015 zur Unterstützung des Konzeptes der Bio-Stadt Bremen und Förderung einer Ausweitung hin zur Bio-Region des Nordens, was durch den Beitritt von Hamburg zum Bio-Regionen- und Städtenetzwerk im letzten Jahr sowie dem dortigen Förderverein „nah:türlich geniessen“ gestärkt wurde. Beide Vereine haben sich die Aufgabe gestellt das Zusammenwirken von nachhaltig und ökologisch wirtschaftenden Erzeugern, Händlern und Gastronomen in der Region zu fördern, oft auch erst zu initiieren, um damit die Wertschöpfung in der Region zu halten und zu steigern.

Küchenpagoden bilden auf dem Veranstaltungsgelände einen gastronomisch-kulinarischen Parcours unter dem Motto: vom Land auf den Tisch. Neun Spitzenköche aus Bremen, Niedersachsen und Hamburg stellen sich mit einem Erzeugerpartner aus der Region an ihre Seite vor und bereiten mit dessen Produkten eine kreative Speise, die sich leicht und schnell zuhause nachmachen lässt und bieten sie als kleine Portion zum Naschen an. Besucher und Besucherinnen können sich so durch den Reichtum der Region schmecken, neues entdecken, sich Tipps holen, sich anregen und kompetent beraten lassen.

Mit dabei aus Bremen das Canova (Weideland-Auerochsen aus Bordesholm), der Filosoof (Schäferei Natur-Lamm mit Schafen und Lämmern aus Wildeshausen), die Küche 13 (Gemüsegärtnerei Green & Goods aus Wilstedt), das Wels und Apetito an der Jacobs Universität; aus Niedersachsen das Dör`n Schapp aus Vorwerk (Zevener Jägergemeinschaft) und Paulsen aus Zeven (Die Räucherei aus Klein-Meckelsen); aus Hamburg das Hobenköök und Rolling Taste (Hof Heiko Gehrken mit Ochsen aus seiner Rasse-Erhaltungszucht in Hepstedt).

Fermentieren, der neue Ernährungstrend: Die aktuell wichtigsten Fermente-Spezialisten Deutschlands treffen sich in Wilstedt. Olaf Schnelle (Schnelles Grünzeug) aus Grammendorf in Mecklenburg Vorpommern. Lisa Erdmann und Björn Vondram (Zentrum für Fermentation) aus Leipzig. Nuray Avci (Nu`s Fermente) aus Köln. Ihr erstmalig gemeinsames Auftreten wird auch das thematische Highlight der Veranstaltung. Die sehr alte Konservierungskunst des Fermentierens wird zurzeit von jungen Start-ups für Gemüse neu entdeckt und entwickelt sich zum Mega-Ernährungstrend in den urbanen Zentren. Die vier Protagonisten lassen dabei das Sauerkraut oder die saure Gurke weit hinter sich und schaffen kulinarische Geschmacksexplosionen aus verschiedenstem Gemüse in Kombinationen mit Gewürzen, Hölzern und Blättern.

Fermentieren ist eigentlich leicht selbst zu machen und auch äußerst gesund. So werden die Besucherinnen und Besucher sich auch nicht nur beraten lassen und von den mitgebrachten Köstlichkeiten naschen können, sondern an vier Küchenstationen auch gleich zur Tat schreiten und in einem großen Weckglas ihr erstes Ferment selbst bereiten und ansetzen. Eine reichhaltige Gemüseauswahl stellt dafür der Wilstedter Gemüsegärtner Jochen Krentzel von Green & Goods bereit, auch das Weck-Equipment bringen die Fermente-Spezialisten mit.

Apfel- und Erdapfel: Auch wenn es im Titel der Veranstaltung ersetzt wird, bleiben Apfel und Kartoffel wichtige Ausstellungsthemen: Beim Vorsitzenden des Deutschen Pomologenvereins, Michael Ruhnau, können mitgebrachte Äpfel auf ihre Sorte hin bestimmt werden. Es müssen dafür drei bis fünf Äpfel pro Sorte mitgebracht werden.

Die Obstbaumspezialisten vom Gärtnerhof Badenstedt sind mit einer Schau alter norddeutscher Apfelsorten dabei und beraten zu allen Fragen des Anbaus, der Pflege und des Baumschnitts. Engelmost, die Apfelpresse und -mosterei aus Fintel bietet aus einer Reihe alter Apfelsorten, wie Altländer Pfannkuchen, Finkenwerder Herbstprinz oder Holsteiner Cox, ihre sortenreine Apfelsäfte daraus an. Von der Freundlichen Küche Lilienthal kommen Köche und bringen Äpfel von ihrem Streuobstwiesenprojekt aus den Krankenhaus-Freianlagen mit. Sie bereiten daraus in einer Küchenpagode zahlreiche Leckerein. Dabei lassen sie sich gern über die Schulter schauen und geben Tipps.

Zur Minimierung des Individualverkehrs bieten die Veranstalter eine kostengünstige Hin- und Rückfahrt (zusammen fünf Euro) mit dem Arte-Fix-Bus-Reisebus vom ZOB in Bremen zur Veranstaltung. Die Abfahrt in Bremen ist um 11 Uhr und die Rückfahrt wird um 16 Uhr angetreten. Fahrkartenreservierungen sind telefonisch unter 0 42 83 / 98 13 17 oder per E-Mail: service@artefakt.eu oder im Internet unter www.artefakt.eu möglich.

Auch für die Veranstaltung selbst stellen sich die Veranstalter ökologischen Standards. So erhalten alle Besucherinnen beim Eintritt ein Set mit einem persönlichen und kompostierbarem Besteck in einer Klarsichthülle aus Maisstärke; alle Speisen werden auf kompostierbaren Palmblattgeschirr ausgegeben; getrunken wird aus Gläsern und Porzellantassen und die Besucher sind angehalten sich ihre Tragetaschen selbst mitzubringen, ersatzweise können sie vor Ort Papiertragetaschen erhalten. Der Eintritt wird sechs Euro betragen und vier Euro ermäßigt für Auszubildende, bis 16 Jahre ist der Eintritt frei. Kostenfreie Parkplätze gibt es am Rande des Dorfes, mit ebenfalls kostenfreien Shuttlebussen gelangt man zum Veranstaltungsgelände und zurück.

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