Tourismus Naturschönheiten im Überfluss: Berchtesgadener Land

Berchtesgaden (dpa/tmn) - Schroffe Gebirge, schmucke Höfe, tiefblaue Seen: Das Berchtesgadener Land bietet jede Menge Portkartenidyll. Um ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte kommen Besucher aber kaum herum: Adolf Hitler richtete es sich auf dem Obersalzberg ein.
19.03.2010, 12:35
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Berchtesgaden (dpa/tmn) - Schroffe Gebirge, schmucke Höfe, tiefblaue Seen: Das Berchtesgadener Land bietet jede Menge Portkartenidyll. Um ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte kommen Besucher aber kaum herum: Adolf Hitler richtete es sich auf dem Obersalzberg ein.

Die Nebelschwaden hängen noch zwischen den Bergen - die Sonne ist gerade aufgegangen. Im Westen funkeln die Lichter Berchtesgadens, nördlich gehen in Salzburg immer mehr Lampen an. Auf dem Obersalzberg, in etwa 1000 Metern Höhe, ist es hingegen noch still. Das Kehlsteinhaus thront am Horizont auf dem Berg, nach dem es benannt ist. Und im einzigen Hotel auf dem Berg schälen sich die Gäste langsam aus ihren Betten.

Der Obersalzberg liegt genau oberhalb der Marktgemeinde Berchtesgaden, die in diesem Jahr ihre 200-jährige Zugehörigkeit zu Bayern feiert. Im «Dritten Reich» war er einer von Hitlers bevorzugten Aufenthaltsorten. Mit einem Dokumentationszentrum und Fahrten in das Kehlsteinhaus wird diese schwierige Geschichte aufgearbeitet und auch aus dem Blick der Familien erzählt, die vor der «Machtergreifung» der Nazis in der Gemeinde Obersalzberg lebten.

Hitler kam in den 1920er Jahren in diesen Winkel Bayerns, unweit des Königssees. Zunächst war er ein normaler Urlauber. 1925, nach seiner Festungshaft in Landsberg am Lech, kehrte er zurück und lebte in einer Blockhütte im Wald - dort diktierte er den zweiten Teil von «Mein Kampf». Später mietete er ein kleines Landhaus, das er nach der «Machtergreifung» kaufte und zum pompösen «Berghof» ausbauen ließ. Nach und nach wurde die Region zum «Führersperrgebiet».

Noch immer führt der einzige Weg in die luftige Höhe des Kehlsteinhauses über die Gebirgsstraße - Busse fahren über die kurvenreiche Strecke auf 1700 Meter, die letzten 134 Meter werden mit einem Aufzug im Inneren des Berges zurückgelegt. Wer sportlich ist, kann die Höhenmeter zu Fuß zurücklegen - mit Blick auf Berchtesgaden im Kessel zwischen der beeindruckenden Alpenkulisse und dem Königssee in der Ferne.

Wie hier hat das Berchtesgadener Land eine Menge oberbayerischen Postkartenidylls zu bieten - von schmucken Häusern und Höfen über schroffe Gebirgslandschaften, tiefblaue Seen, urwüchsige Täler bis zum einzigen hochalpinen Nationalpark Deutschlands. «Und nicht zu vergessen das tief verwurzelte Brauchtum und Kultur von Weltrang», sagt Stephan Köhl, Sprecher der Region. Und dann gibt es das ein oder andere Original: Franz Pfnür etwa, den einzigen Böllermacher Europas, der von den Holzschäften bis zu den Metallteilen alles selbst fertigt. Gebraucht wird er, denn das sogenannte Lärmbrauchtum ist an kaum einem Ort so sehr ausgeprägt wie in Berchtesgaden.

Der Königssee am Fuß von Watzmann, Jenner und dem Steinernen Meer ist ein ganz besonderer Ort - die Kirche auf der Halbinsel St. Bartholomä etwa gehört zu den meistfotografierten Motiven der Welt. Für alle, die es lieber aktiver angehen lassen, hält der 210 Quadratkilometer große Nationalpark ein 230 Kilometer langes Wanderwegenetz bereit. Zwischen Enzian und Edelweiß sehen die Bergsteiger hier Murmeltiere und Gämsen - und mit etwas Glück sogar Steinadler. Und dann gibt es da noch eine besondere Herausforderung: ein Bad im Funtensee. Das kommt allerdings allenfalls im Hochsommer infrage. Dann liegt die Wassertemperatur zwischen zehn und zwölf Grad. Im Winter ist der See zugefroren.

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