Aktion der Seemannsmission Ohne Seeleute keine Geschenke

Bremen. Über 90 Prozent aller Güter im Welthandel werden über See transportiert. Dahinter steht eine komplexe Transportkette, die allerdings nicht ohne menschliche Arbeitskraft auskommt.
02.12.2016, 00:00
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Ohne Seeleute keine Geschenke
Von Peter Hanuschke

Bremen. Über 90 Prozent aller Güter im Welthandel werden über See transportiert. Dahinter steht eine komplexe Transportkette, die allerdings nicht ohne menschliche Arbeitskraft auskommt. An Bord sind es unter anderem die Seeleute, die den Gütertransport ermöglichen. Sie sind oft wochen- oder monatelang von ihren Familien und Heimatländern getrennt – auch während der Weihnachtszeit. Anlass für die Bremer Seemannsmission, auch den Seeleuten wieder ein kleines Geschenk zu Weihnachten zu machen. Das Besondere in diesem Jahr: Der Schutzpatron der Seeleute, Sankt Niklas höchstpersönlich, eröffnet die traditionelle Weihnachtsaktion der Bremer Seemannsmission: Am Montag, 5. Dezember, um 17 Uhr erreicht er mit dem Schiff „Das Schiff No.2“, das ihm von der Bremer Reederei Halöver zur Verfügung gestellt wurde, den Martini-Anleger. Die Seeleute, die mit ihren Schiffen in den bremischen Häfen liegen, erhalten in jedem Jahr eine „Weihnachtstüte“ mit einer warmen Mütze , einem Schokoladenweihnachtsmann, weiteren Süßigkeiten und Spenden wie Feuerzeugen oder Kugelschreiber darin. Bis zum 6. Januar verteilt die Bremer Seemannsmission als eine von 32 Stationen der Deutschen Seemannsmission im In- und Ausland annähernd 800 Weihnachtstüten. Weltweit verteilt die Deutsche Seemannsmission etwa 60 000 Weihnachtsgaben an Seeleute.

Begleitet wird Sankt Nikolaus auf seiner Fahrt die Weser hinauf unter anderem von Bürgermeister a.D. Jens Böhrnsen in seiner Funktion als Reformationsbotschafter der Bremischen Evangelischen Kirche, dem Neustädter Shantychor, der Bremer Seemannspastorin Jutta Bartling und der Generalsekretärin der Deutschen Seemannsmission, Pastorin Heike Proske und weiteren Ehrengästen. Das Motto der diesjährigen Weihnachtsaktion „Sankt Niklas war ein Seemann – Ohne Seeleute keine Weihnachtsgeschenke“ soll daran erinnern, „wie immens wichtig Seeleute für ein gelingendes Weihnachtsfest sind, bleiben aber immer unsichtbar und unerwähnt“, so Pastorin Bartling. Gerade vor Weihnachten seien sie die wichtigsten Helfershelfer des Nikolauses, da über 90 Prozent aller Geschenke auf dem Seeweg kämen. „Der Seeweg, das sind Schiffe, die von Menschen bedient werden – von Seeleuten, die auf ihnen leben und arbeiten, oft für geringen Lohn.“

Ohne Seeleute gäbe es keine Weihnachtsgeschenke auf dem Gabentisch oder unter dem Weihnachtsbaum. „Die Regale der Kaufhäuser blieben leer“, so Bartling. „Auch Internetshops könnten da nicht weiterhelfen, da auch sie ihre Produkte zum Großteil aus Überseee über den Seeweg bis zu den Lagern in Deutschland beziehen.“ Und mit der Aktion der Seemannsmission sollen auch die Lebens- und Arbeitsbedingungen ins Bewusstsein rücken. Und ganz nebenbei, „freuen sich die Seeleute auch über die Geschenke – auch wenn sie nicht groß sind. Sie zeigen ihnen aber, fern der Heimat denken Menschen an uns.“

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