Kultur Residenzstadt Würzburg: Kulturerbe zwischen Weinerben

Würzburg (dpa/tmn) - Es herrscht Endzeitstimmung in Würzburg. Nicht etwa, weil der Bocksbeutel-Wein ausgegangen wäre. Vielmehr nehmen in diesem Jahr Kulturschaffende auf Initiative des Bistums mögliche Bedrohungen für die Menschheit künstlerisch ins Visier.
09.04.2010, 12:34
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Würzburg (dpa/tmn) - Es herrscht Endzeitstimmung in Würzburg. Nicht etwa, weil der Bocksbeutel-Wein ausgegangen wäre. Vielmehr nehmen in diesem Jahr Kulturschaffende auf Initiative des Bistums mögliche Bedrohungen für die Menschheit künstlerisch ins Visier.

Bei der Veranstaltungsreihe «Endspiel. Würzburger Apokalypse 2010» haben Besucher der Stadt im Norden Bayerns bis November die Auswahl unter rund 80 Veranstaltungen von Kunst und Theater bis Musik und Bildung. Doch das ist nicht der einzige Grund, warum die 130 000-Einwohner-Stadt mehr als einen Kurzbesuch lohnt.

Die Main-Stadt war am Ende des Zweiten Weltkriegs zwar stark zerstört. Und der Bombenangriff vom 16. März 1945, bei dem die Bischofsstadt fast dem Erdboden gleich gemacht wurde, ist nicht vergessen. Doch die Spuren des Krieges sind nicht mehr zu sehen. Ein Streifzug durch die Altstadt gibt Touristen einen Eindruck davon. Nicht zuletzt die Residenz - ein ausladend großes Stadtschloss, einst für die Fürstbischöfe gebaut - ist ein erstklassiger Beleg dafür.

Die UNESCO erklärte die Schlossanlage mit ihren rund 340 Räumen schon 1981 zum Weltkulturerbe. Längst ist sie auch zum größten Touristenmagneten in der Region geworden. Der bei dem Bombenangriff schwer beschädigte Palast ist eine der bedeutendsten barocken Schlossanlagen Europas. Mehr als 300 000 Menschen kommen jährlich, um ihn sich anzusehen.

Er gilt als das Lebenswerk des Baumeisters Balthasar Neumann. Das Architekturgenie des 18. Jahrhunderts arbeitete jahrzehntelang für Würzburger Auftraggeber und starb auch in der Stadt am Main. Wer die Residenz betritt, fühlt sich zurückversetzt in eine Zeit von hochherrschaftlichem Glanz: Das weitläufige Treppenhaus bietet einen hervorragenden Blick auf das 677 Quadratmeter große Deckenfresko.

Eindrucksvoll sind auch die prunkvolle Rokokofassade des fein verzierten Falkenhauses direkt am Marktplatz oder die gotische Marienkapelle mit Sandsteinfiguren des berühmten Bildhauers Tilman Riemenschneider. In Würzburg sind die Wege kurz: Schnell kommt der interessierte Tourist vom romanischen Kiliansdom samt Museum zum Rathaus. Nach einem Blick in den stimmungsvollen Wenzelsaal zieht es viele zur Alten Mainbrücke und damit zur Festung Marienberg.

Das Wahrzeichen thront über den Dächern der Universitätsstadt. Den 20-minütigen Fußmarsch hinauf sollte niemand scheuen. Zur Not fährt aber auch ein Shuttlebus von der Residenz zur Festung hoch. Ein Abstecher zum nahen Käppele darf nicht fehlen. Der Stationsweg hinauf oder hinab ist die Mühe wert.

Die Barockstadt ist dank ihrer Kessellage von einem angenehmen Klima verwöhnt: Üppig grüne Silvaner-, Riesling- oder Domina-Reben verzieren im Sommer die Weinlagen, die zu Fuß erkundet werden können. Nach ein- bis zweistündigen Führungen zum Beispiel am Würzburger Stein geht's zur Weinprobe in eines der drei Traditionsweingüter - Bürgerspital, Juliusspital oder Staatlicher Hofkeller.

Die historischen Anlagen mit großartiger Architektur und die bedeutendsten Holzfasskeller Deutschlands direkt in der Innenstadt können nicht verfehlt werden. Wer zur fränkisch-deftigen Brotzeit lieber Bier trinkt, kann am Alten Kranen einen stimmungsvollen Abend mit Blick auf den Main und seine Wiesen einläuten - die Festung entzieht sich nirgendwo dem Blick.

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