Tourismus Roatán: Unbekanntes Tauchparadies der Westkaribik

Coxen Hole. Honduras ist nicht als ein herausragendes Touristenziel bekannt. Doch das mittelamerikanische Land bemüht sich, das zu ändern. Seine Antwort heißt Roatán, das Inselparadies in der Westkaribik.
26.04.2011, 10:52
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Coxen Hole. Honduras ist nicht als ein herausragendes Touristenziel bekannt. Doch das mittelamerikanische Land bemüht sich, das zu ändern. Seine Antwort heißt Roatán, das Inselparadies in der Westkaribik.

Schon beim Anflug auf Coxen Hole, den Hauptort von Roatán, wird dem Besucher klar, worum es auf und rund um die Insel in der Westkaribik hauptsächlich geht: Ums Tauchen, Schnorcheln, Baden. Das Flugzeug nähert sich der Wasseroberfläche so sehr, dass die Passagiere den Eindruck haben, die Maschine werde gleich in das türkisfarbene Wasser eintauchen.

Roatán ist eine rund 60 Kilometer lange Insel. Sie liegt rund 50 Kilometer vor der Küste von Honduras, im Zentrum der sogenannten Islas de la Bahia. Zu diesen zählen neben Roatán die Inseln Útila westlich und Guanaja im Osten. Noch ist Roatán ein Paradies, insbesondere für alle, die schnorchelnd oder tauchend die Unterwasserwelt erkunden wollen. Die Insel ist umgeben von einem der größten Riffe der Welt.

Touristisch wurde Roatán bekannt, nachdem Hurrikan "Mitch" die Region 1998 heimgesucht hatte. Um Honduras zu helfen, förderte die Weltbank den Ausbau der Landebahn des Flughafens. Größere Maschinen sollten als Impuls für den Tourismus die Möglichkeit zum Landen auf Roatán bekommen. Damals kamen auch viele Amerikaner, Kanadier und Engländer hierher, investierten in kleine Hotels, Restaurants und Tauchschulen.

Das führte zu einer weiteren "Anglifizierung" Roatans, wo Englisch immer noch die wichtigste Sprache ist. Nach der Ankunft der ersten Europäer im 15. Jahrhundert war die Insel stets zwischen Spanien und England umkämpft und ein wichtiger Schlupfwinkel englischer Piraten. Nach einem von ihnen, John Coxen, ist der Hauptort Coxen Hole benannt.

Die älteste Siedung ist Punta Gorda im Nordosten Roatáns. Hier leben die Nachfahren der schwarzen Kariben, die die Engländer am Ende des 18. Jahrhunderts von der Antilleninsel Saint Vincent hierher verfrachteten. Garífunas heißen sie und haben im Lauf der Zeit eine eigenständige Kultur geschaffen. Auf Roatán sind die Musik und die Tänze der Garífunas ein fester Bestandteil des bunten Programms geworden, das den Tausenden von Besuchern geboten wird, die mit den großen Kreuzfahrtschiffen aus Miami in Roatán anlegen.

Es sollen noch mehr Besucher werden. Honduras will von Roatán aus Touristen zu den Sehenswürdigkeiten auf dem Festland bringen. "Unser Ziel ist es, die Zahl der europäischen Touristen und insbesondere der Deutschen zu erhöhen", sagt Tourismusministerin Nelly Jérez. 2010 kamen rund 900 000 Besucher, darunter nur 10 000 Deutsche. Vor allem werde der Andrang der Kreuzfahrtschiffe größer werden.

Am Abend fahren die Garífunas wieder zurück nach Punta Gorda, dem man noch heute ansieht, dass der Wirbelsturm "Mitch" das Dorf vor über einem Jahrzehnt schwer zerstört hat. Einige Hütten wurden wiederaufgebaut, an einigen wird noch gearbeitet. Am Strand stehen zwei Einbaumboote, die Garifunas leben vom Anbau von Bohnen und Mais und haben als einzige das Recht, in dem Gebiet vor dem Riff zu fischen. Mit ihren Einbaumbooten hätten sie auf der See draußen wohl auch keine Chancen.

Roatán ist am besten mit dem Flugzeug aus den USA zu erreichen. Der Flug aus Miami dauert kaum mehr als eine Stunde. Einmal in der Woche kommt sogar eine Maschine aus Mailand. (dpa/tmn)

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