Fleischerei ist einer von drei Betrieben im Landkreis mit Lizenz zum Schlachten / Friedrich Solle seit 45 Jahren angestellt

Schlachter-Handwerk mit Leidenschaft

Hambergen. Die Fleischerei Thamm steht für viele Menschen in der Region für Qualität – und das seit Jahrzehnten. Viele Kunden schätzen das Handwerk, dass Thamm noch beherrscht.
20.03.2016, 00:00
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Schlachter-Handwerk mit Leidenschaft

Irene und Ewald Thamm, Friedrich Solle und Christoph Thamm (von links) stehen seit Jahrzehnten für die Qualität der Fleischerei Thamm.

Die Fleischerei Thamm steht für viele Menschen in der Region für Qualität – und das seit Jahrzehnten. Viele Kunden schätzen das Handwerk, dass Thamm noch beherrscht. „Bei uns ist alles Handarbeit“, betont Christoph Thamm. „Wir sind einer von drei Betrieben im Landkreis Osterholz, die noch die Lizenz haben, Schlachten zu dürfen.“ Thamm bietet neben dem Ladenverkauf auch einen Party-Service an. Die Produkte der Hamberger Traditionsfirma werden unter anderem in Hofläden und sogar auf dem Findorffer Wochenmarkt in Bremen angeboten. Fleischermeister Christoph Thamm kann sich genau wie sein Vater Ewald Thamm auf die Mitarbeiter verlassen. „Die Mannschaftsleistung zählt“, sagt er. Thamm-Senior hatte die Firma im Mai 1958 gegründet. Seit 2011 führt sein Sohn Christoph das Unternehmen.

Heute sind inklusive Teilzeitkräfte insgesamt 15 Mitarbeiter im Betrieb tätig. Einer von ihnen ist Friedrich Solle. Er ist in diesem Jahr seit 45 Jahren bei Thamm angestellt. Friedrich Solle kam am 1. April 1971 in den Betrieb, um gleich eine Ausbildung zum Schlachter zu machen. Wie damals üblich, wohnte er anfangs auch im Geschäftshaus. „Ich fand auch den Familienanschluss toll“, erinnert er sich. Mit seinem Lehrmeister Ewald Thamm und dessen Frau Irene sei er gleich gut zurechtgekommen. „Ich habe mich wohlgefühlt.“ Während Kollegen nach ihrer Lehre zu Mercedes ans Band oder in den Hafenbereich wechselten, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, blieb Friedrich Solle dem Fleischer-Handwerk treu. Er war rundum zufrieden. „Ich liebe die Abwechslung in meinem Beruf“, sagt er. Jeder Tag sei irgendwie anders. Zu tun gebe es genug, sagt Solle. Das mache aber auch den Reiz des Berufs aus. „Hinzu kommt, dass man rechnen können muss“, ergänzt Christoph Thamm. „Das ist schon ein sehr anspruchsvoller Beruf.“ Auch die treue Beschäftigung sei ein Beleg für die Qualität von Mitarbeitern, sagt er. „Wer kann heute schon sagen, 45 Jahre in einer Firma gearbeitet zu haben.“ Und er fügt hinzu: „Wir sind froh, dass wir Herrn Solle haben.“

Christoph Thamm ist als Diplomingenieur der Lebensmitteltechnologie über Umwege ins Geschäft der Eltern eingestiegen. Das Fleischerei-Gewerbe hat er beruflich aus Sicht der Industrie kennengelernt. Thamm war unter anderem 20 Jahre bei einem Bremer Wursthersteller in leitender Position beschäftigt. Anschließend war er vier Jahre bei einem der weltweit größten Schlachtbetriebe in Oldenburg angestellt. Über den Betrieb in Hambergen kehrt er zu den Wurzeln des Handwerks zurück. „Wir sind heute eine Fleischmanufaktur“, sagt er stolz. Handarbeit sei im Fleischerei-Gewerbe wieder gefragt, hat er festgestellt. Das Schlachter-Handwerk erlebe bundesweit eine Art Renaissance. „Die Herkunft des Essens ist für viele Menschen wieder von großer Bedeutung.“

Christoph Thamm verbindet diesen Anspruch mit Qualität. Seine Ansprüche beziehen sich nicht nur auf das Fleisch, sondern auch auf einen würdigen Umgang mit Tieren. Bei ihm habe das Schlachtvieh kurze Transportwege, zählt er auf. Nach alter Tradition schaue er sich die Tiere auch vor Ort an. Gleichzeitig kann er sich beim Bauern einen Eindruck von den Haltungsbedingungen machen. Fleisch- und Wurstkauf seien eben eine Frage des Vertrauens, betont er. Langjährige Handelsbeziehungen zu den Lieferanten aus der Region haben für ihn große Bedeutung. Auch sie seien Teil des Qualitätsbegriffs. Thamm hat teilweise schon seit Jahrzehnten die gleichen Fleischlieferanten. Darauf legt er Wert.

Neben der Fleischqualität machen die Hausrezepturen den Geschmack aus. Thamm nutzt 18 Gewürze, um insgesamt etwa 30 Wurstsorten herzustellen. „Die Mischung macht es“, sagen Thamm und Friedrich Solle. Klassiker bei den Kunden sind Gekochte und Mettwurst nach Hausmacher-Art, zählt Christoph Thamm auf. Den unverwechselbaren Geschmack wissen nicht nur Kunden aus dem Ort zu schätzen. Viele kommen aus der ganzen Region zum Einkaufen an die Bahnhofstraße 25 in Hambergen, weiß er. „Wir haben Kunden, die aus Ritterhude, Worpswede und Osterholz-Scharmbeck kommen, um bei uns einzukaufen.“ Für den Geschäftserfolg sei zudem wichtig, auf Kundenwünsche einzugehen. Neben Tradition sei auch Flexibilität im Fleischerei-Gewerbe eine Pflicht. Die Kunden würden heutzutage vor allem mageres Fleisch bevorzugen, weiß Thamm. „Bei uns bekommen sie erstklassige Ware“, versichert er.

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