Motorwelt

Schwitzkasten auf Rädern

Ein sonniges Wochenende am Strand ist eine beliebte Abwechslung vom Alltag – doch die Fahrt dorthin kann zur Belastungsprobe werden. Im Sommer herrschen im Auto schnell saunaähnliche Temperaturen.
13.07.2018, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Kristina Bumb

Ein sonniges Wochenende am Strand ist eine beliebte Abwechslung vom Alltag – doch die Fahrt dorthin kann zur Belastungsprobe werden. Im Sommer herrschen im Auto schnell saunaähnliche Temperaturen. Auch die Unfallgefahr steigt.

„Wenn es draußen noch angenehme 25 Grad sind, kann im Auto das Thermometer schon mal auf über 60 Grad ansteigen, wenn der Wagen länger in der prallen Sonne steht“, sagt Dietmar Clysters vom Zentral­verband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe. Vor allem durch die große Windschutzscheibe kommt viel Wärme ins Auto. ­Ratsam ist es, sie bei einer Pause zum Beispiel mit einer Folie abzudecken, wie sie auch im Winter als Frostschutz verwendet wird.

Längere Autofahrten im ­Sommer bedürfen guter Vorbereitung. Es gilt, sich nicht nur über die Route und eventuelle Beeinträchtigungen zu informieren, sondern auch den Wagen vorzubereiten, sagt Clysters.

Besonderes Augenmerk sollte dabei nicht nur einer funktionierenden Klimaanlage, sondern auch dem Reifendruck gelten. „Reifenprobleme bilden die zweithäufigste Pannenursache im Sommer, meist aufgrund von einem zu niedrigen Reifendruck“, sagt Philipp Sander vom Automobilclub Mobil in Deutschland. Gefährlich ist das Zusammenspiel von hohen Asphalt­temperaturen und der größeren Auflagefläche des Reifens bei ­einem zu geringen Luftdruck: „Dann erwärmen sich auch die Reifen schneller, und es kann zu Schäden kommen“, warnt Philipp Sander.

Auch am Fahrbahnbelag geht die Hitze nicht spurlos vorbei. „Das Problem bei hoher Hitze sind sogenannte Blow-ups, die bei Betonfahrbahnen auftreten können“, sagt Sander. Hierbei dehnt sich die Betondecke aus, bis sich Risse oder Löcher in der Fahrbahn ­bilden, weil sich die einzelnen Platten übereinander schieben. „Bei Asphaltfahrbahnen kann dieses Phänomen nicht auf­treten, betroffen sind daher nur sehr alte Fahrbahnen.“ Für Auto- und Motorradfahrer aber könnten Blow-ups gefährlich werden, da Fahrbahnteile mitunter spitz in die Höhe ragen.

Noch häufiger aber bleiben Autofahrer im Sommer wegen Batterieschäden liegen. „Der Wohlfühlbereich einer Batterie liegt bei 20 bis 35 Grad. Extreme Hitze führt dazu, dass sich auch die Batterie viel schneller entlädt“, sagt Clysters. Wird der Wagen länger abgestellt, kann das Entladen zum Beispiel durch Abklemmen der Batterie verhindert werden.

Speziell E-Auto-Fahrer sollten sich im Sommer schattige Parkplätze aussuchen, um so den Akku zu schonen. „Auch wenn es die Alternative zwischen einer Wiese und dem Asphalt gibt, sollte lieber die Wiese gewählt werden, wo sich das Auto nicht so schnell aufheizt“, rät Sander. Ein absoluter Akku-Killer ist ­übrigens die Klimaanlage.

An der Tankstelle sollten Autofahrer im Sommer nie ganz volltanken. „Der Kraftstoff kann sich bei hohen Temperaturen ausdehnen, womit auch die Brand- und Explosionsgefahr steigt“, warnt Sander. Daher ­raten die Experten generell von der Mitnahme eines Reservekanisters ab.

Unproblematischer hingegen gehen Autos im Sommer mit Flüssigkeiten um. Vor einem dampfenden Kühler muss sich keiner mehr fürchten. „Die Kühlflüssigkeit befindet sich in einem geschlossenen Kreislauf und kann daher auch bei höheren Temperaturen nicht verdunsten oder verschwinden“, sagt Clysters. Allerdings könne der Ölverbrauch im Sommer höher sein, da das Motoröl auch zum Kühlen verwendet werde.

Eines sollte jedoch immer mitfahren: die Wasserflasche. Als Durst­löscher für Mensch und Tier, aber auch bei Bedarf für das Auto. „Daher sollte es stilles Wasser sein, denn damit kann man zur Not auch den Kühler nachfüllen oder das Wischwasser“, sagt Clysters.

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