Kein Glück für Schlittschuhläufer

Semkenfahrt hat zu wenig Eis

Reinhard Pridat vom Bremer Eisverein hat das Eis auf der Semkenfahrt im Bremer Blockland geprüft - und macht Schlittschuläufern wenig Hoffnung. „Keine Chance, das Eis ist nicht dick genug.“.
07.02.2018, 15:09
Lesedauer: 1 Min
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Semkenfahrt hat zu wenig Eis
Von Sara Sundermann
Semkenfahrt hat zu wenig Eis

Semkenfahrt 2017 im Blockland noch geschlossen

Frank Thomas Koch

Das sonnige, kalte Winterwetter ruft Schlittschuh-Fans auf den Plan. „Wir haben bereits Anfragen und Anrufe bekommen, die Schlittschuhläufer sind zum Teil schon ganz hibbelig“, sagt Reinhard Pridat vom Bremer Eisverein. Aber nachdem er am Mittwochvormittag das Eis im Blockland geprüft hat, stellt er klar: „Keine Chance, das Eis ist nicht dick genug, es ist traurig.“ Im Blockland sieht er keine Möglichkeit für Eislaufen am Wochenende. „Das ist bedauerlich für die ganzen Eislauf-Verrückten.“

Traditionell flutet der Eisverein eine mit Gräben durchzogene Wiesenfläche im Blockland, die sogenannte Semkenfahrt. Weil dort das Wasser dann an den meisten Stellen nur etwa 20 Zentimeter tief ist, friert die Fläche schneller zu als Seen und Flüsse. An sonnigen kalten Wochenenden tummelten sich in vergangenen Wintern in Bremen manchmal Tausende auf der Eisfläche.

Doch derzeit machen die Experten vom Eisverein den Bremern keine Hoffnung: „Wir rechnen nicht damit, dass das Eis bis zum Wochenende trägt“, sagt Pridat. Die Tore am Zugang der Semkenfahrt sollen also auch dieses Wochenende geschlossen bleiben.

Wegen Klimawandel: Wohl immer weniger Tage mit Eis in Bremen

Bereits im November sei Wasser auf die Wiesen gepumpt worden, doch in diesem Winter war Eislaufen dort bislang nicht möglich, sagt Karl-Heinz Kleppe vom Vorstand des Eisvereins. Er stellt klar: „Auch wenn es jetzt eine dünne Eisschicht auf der Semkenfahrt gibt, ist es nicht gut, wenn dort jetzt schon Leute hingehen und herumstochern. Davon geht das Eis kaputt.“

Im 1954 gegründeten Bremer Eisverein haben sich Freunde des Eislaufens zusammengeschlossen, die sich ehrenamtlich um das Wintervergnügen im Blockland bemühen. Dass es Vereine gibt, die sich allein für Eisflächen einsetzen, hat in Bremen Tradition: Der erste Eisverein der Stadt wurde bereits im 19. Jahrhundert gegründet.

Allerdings werden die Aussichten für Schlittschuhfans nicht rosiger: Durch den Klimawandel könnten die Tage, an denen sich in Bremen Eisflächen bilden, in Zukunft weniger werden, darauf verweist Eismeister Reinhard Pridat.

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