Hof Thienfelde bietet das Königsgemüse im Hofladen an Spargelernte startet jetzt

„Der Spargel wird in diesem Jahr wahrscheinlich durch die Einführung des Mindestlohnes für Saisonkräfte etwas teurer werden“, prophezeit Seniorchef Rudolf Schwarting, der auf dem Kartoffel- und Spargelhof in Ganderkesee-Thienfelde das weiße Königsgemüse anbaut. Er ist sich jedoch sicher, dass die Verbraucher die zusätzlichen Cents gerne bezahlen.
24.04.2015, 00:00
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„Der Spargel wird in diesem Jahr wahrscheinlich durch die Einführung des Mindestlohnes für Saisonkräfte etwas teurer werden“, prophezeit Seniorchef Rudolf Schwarting, der auf dem Kartoffel- und Spargelhof in Ganderkesee-Thienfelde das weiße Königsgemüse anbaut. Er ist sich jedoch sicher, dass die Verbraucher die zusätzlichen Cents gerne bezahlen. Denn die Spargelernte ist Schwerstarbeit.

„Spargel wird nach wie vor von Hand gestochen. Sieben bis acht Wochen steht man jeden Tag mit krummem Rücken auf dem Acker“, erläutert der erfahrene Landwirt. Zwar habe die Technisierung auch in den Anbau des Frühlingsgemüses Einzug gehalten. Doch die Qualität der Stangen sei bei der Ernte von Hand am größten. Dies gelte auch für den Versuches, durch mit Sensoren ausgestattete landwirtschaftliche Fahrzeuge ein automatisierten Stechen zu bewerkstelligen. „Dabei werden die Spargelspitzen lokalisiert und die Stangen dann von der Maschine gestochen“, erklärt Rudolf Schwarting. Andere Erntefahrzeuge tragen den ganzen Erdwall ab,

kappen alle Stängel und legen den Damm im letzten Arbeitsschritt wieder hinter sich ab. „Beide Techniken haben sich bisher nicht durchgesetzt“, sagt der Seniorchef. Denn die Erntemaschine unterscheide nicht zwischen verschiedenen Stangengrößen und -qualitäten. Nur die sorgfältige Auswahl durch Landarbeiter garantiere, dass ausschließlich ideal gewachsene Stangen in den Laden

kommen.

Auf dem Acker der Schwartings wird jedenfalls von Hand gestochen und bei der Aufzucht ganz auf Mutter Natur vertraut. Während mancher Großbetrieb auf Heizungen unter den Erdwällen oder auf Überdachungen setzt, um das weiße Gold des Ackers möglichst früh im Jahr aus dem Boden zu holen, warten die Schwartings den Lauf der Natur ab. Lediglich

Planen bedecken die typischen Dämme, in denen der weiße Bleichspargel – eigentlich die Pflanzensprossen eines mehr-

jährigen Liliengewächses –

heranwächst.

Alle drei bis vier Tage überprüfen der Seniorchef und seine Erntehelfer dessen Gedeihen. Bei kaltem Wetter wird die schwarze Seite der Plane nach oben gedreht, um den Boden warm zu halten. Sind die Erträge aus dem Wurzelgeflecht der Pflanzen zu hoch, wird die weiße Seite aufgedeckt. „So lässt sich der Ertrag bis zu 30 Prozent nach unten dirigieren. Das ist für die Qualität des Spargels wichtig und um bis zum Ende der Saison ernten zu können“, sagt Rudolf Schwarting.

Er schätzt, dass der eigene

Anbau Ende April gestochen werden kann. Der Familienbetrieb beliefert damit Restaurants in der Region. Außer-

dem kommt das Königsgemüse

jeden Tag knackfrisch in den eigenen Hofladen an der Straße Thienfelde 3. „Der Spargel wird gestochen und am selben Tag vermarktet“, schildert Rudolf Schwarting. Von Montag bis Sonnabend von 8 bis 12 Uhr

sowie von 14 bis 18 Uhr ist der Verkaufsraum geöffnet. Für auswärtige Besucher ist der Weg durch die Felder bis zu dem idyllisch gelegenen Bauernhof ausgeschildert. Schinken von Tieren aus der eigenen Haltung und Kartoffeln aus eigenem

Anbau ergänzen das Angebot. „Wer Spargel essen möchte,

erhält bei uns alle nötigen Zutaten“, sagt der Seniorchef.

Nach der Spargelernte verkauft seine Ehefrau Traute im Hofladen saisonale Waren und Eier aus Bodenhaltung. Der

Familienbetrieb, der von Sohn Thorben Schwarting geführt wird, betreibt zusätzlich zum Ackerbau eine Schweinemast und eine Biogasanlage. xkb

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