Brandenburg Spreewald startet Ostern in Kahnfährsaison

Lübbenau/Dissen. Die Spreewaldkähne sind nach dem langen Winter für die Touristen wieder flott gemacht und trockenes Holz für die Osterfeuer aufgeschichtet.
31.03.2010, 16:32
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Lübbenau/Dissen. Die Spreewaldkähne sind nach dem langen Winter für die Touristen wieder flott gemacht und trockenes Holz für die Osterfeuer aufgeschichtet.

Besucher der Spreewaldregion können zu Ostern erste Kahnfahrten unternehmen und zugleich sorbische Bräuche kennenlernen. «Die Tourismusbetriebe der Region haben sich gut auf die neue Saison vorbereitet», sagte der Geschäftsführer des Tourismusverbandes Spreewald, Peter Stephan. So werde mit Hafenfesten am Samstag (3. April) in Lübbenau (Oberspreewald-Lausitz) und Lübben (Dahme-Spreewald) die offizielle Übergabe der Kahnschubstange - Rudel genannt - an die Fährmänner gefeiert. Auch im Spreehafen von Burg (Spree-Neiße) sei aus diesem Anlass ein Bühnenprogramm geplant.

Von mehr als 30 Kahnfährhäfen aus können die Gäste das verzweigte Labyrinth der 500 Kilometer langen, schiffbaren Spreewaldarme entdecken. «Besonders beliebt sind die Kurzfahrten vom Großen Spreewaldhafen in Lübbenau nach Lehde», berichtete Stephan. Angeboten würden aber auch längere Hochwaldtouren, eine Schleusenfahrt in Lübben und eine Dorf-Rundfahrt in Schlepzig. Fast eine Million Besucher ließen sich im vergangenen Jahr von den mehr als 650 gewerblichen Kahnfährleuten über die flachen Fließe staken. Für Wasserwanderer stehen im Spreewald zudem 1800 Kanus bereit und für Radfahrer 250 Kilometer gut ausgebaute Strecken auf dem Gurkenradweg.

Im Lübbenauer Ortsteil Zerkwitz startet am Ostersonntag (4. April) wieder ein stilles Prozessionsreiten. Etwa 30 Reiter ziehen nach dem Frühgottesdienst mit dem begrünten Kreuz und rot-weißen Kirchenfahnen durch sechs Spreewalddörfer, um die Osterbotschaft von der Auferstehung Jesu Christi zu verkünden. Dieser sorbisch-wendische Brauch aus dem 16. Jahrhundert war 1998 in dem Kirchensprengel wieder im ökumenischen Geist eingeführt worden. Das Osterreiten ist besonders in der katholischen Oberlausitz ein Besuchermagnet, dort sind am Ostersonntag hunderte Reiter unterwegs.

Aber das kleine Volk der Sorben/Wenden pflegt zu Ostern noch viele andere Bräuche. Dazu gehören in der Niederlausitz Osterfeuer, Ostereierverzieren, Osterwasserholen und das Backen von Ostersemmeln. Beim «Waleien» werden Ostereier Hügel heruntergerollt. «Diese Bräuche sind in vielen Dörfern der Region wieder im Kommen», erläuterte Hans- Peter Petrick vom Sorbenverband Domowina in Cottbus. Manche Tradition - wie etwa das stille Osterwasserholen am Sonntagmorgen - werde privat im Familienkreis befolgt und sei deshalb in der Öffentlichkeit kaum bekannt.

Wiederbelebt wurde auch das traditionelle Ostersingen in der Kirche von Dissen (Spree-Neiße). Dort singt der Chor «Luzyca» am Karfreitag (2. April) - von den Sorben/Wenden «Stiller Freitag» genannt, alte sorbische Trauerlieder und Osterchoräle. «Die Mädchen lernten diese Lieder früher in der Spinnstube, und sie wurden dann über viele Generationen weitergegeben», erzählte die Leiterin des Heimatmuseums Dissen, Babette Zenker. Diese alten Osterlieder seien aber in keinem Kirchengesangsbuch verzeichnet. (dpa)

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