Polizei und Flugsicherung bei Fahndung erfolglos Ufo über Flughafen sorgt für Rätselraten

Ein unbekanntes Flugobjekt hat am Montagabend drei Stunden lang die Polizei und die Flugsicherung beschäftigt. Flüge fielen aus oder mussten umgeleitet werden, bei der Polizei gingen verschiedene Hinweise ein. Doch noch immer rätseln Einsatzkräfte und Fachleute, was genau den Flugverkehr gestört hat.
08.01.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Ufo über Flughafen sorgt für Rätselraten
Von Kira Pieper

Ein unbekanntes Flugobjekt hat am Montagabend drei Stunden lang die Polizei und die Flugsicherung beschäftigt. Flüge fielen aus oder mussten umgeleitet werden, bei der Polizei gingen verschiedene Hinweise ein. Doch noch immer rätseln Einsatzkräfte und Fachleute, was genau den Flugverkehr gestört hat.

Die Bremer Polizei ist nach wie vor ratlos, was am Montagabend im Luftraum über Bremen geflogen ist. „Wir haben etliche Zeugenhinweise bekommen“, so Polizeisprecher Dirk Siemering gestern auf Nachfrage. Die erhofften Fotos und Filme von Handykameras seien allerdings bislang ausgeblieben. „Nach den Beschreibungen können wir auf jeden Fall ausschließen, dass es ein beleuchteter Ballon war“, sagt der Polizeisprecher. Bezüglich einer Drohne spricht Siemering von „Spekulationen“. Einige Zeugen sind der Ansicht, einen unbeleuchteten Hubschrauber gesehen und gehört zu haben. „Und die Zeugen meinten keinen Modellhubschrauber“, sagt Siemering.

Die Deutsche Flugsicherung hatte die Polizei um 18.30 Uhr alarmiert, weil sich ein unbekanntes Flugobjekt (Ufo) ohne Erlaubnis im Flugraum des Bremer Flughafens aufhielt. Der Tower konnte weder einen Funkkontakt herstellen, noch tauchte das Objekt auf dem Radar auf. Der Mitarbeiter habe das Ufo lediglich mit einem Fernglas erkennen können, teilt Flughafensprecherin Andrea Hartmann mit. Die Polizeibeamten, die das Ufo daraufhin zunächst mit einem Streifenwagen und auf Sichtkontakt verfolgt haben, beschreiben es als langsam fliegendes Objekt in der Dunkelheit, das mal hell erleuchtet, dann wieder dunkel gewesen sei, sagt Siemering. Zunächst war das Ufo über der Neustadt zu sehen, zog dann weiter in Richtung Weserstadion und Innenstadt, um gegen 20.45 Uhr über dem Leibnizplatz in der Neustadt zu verschwinden.

Der Fall beschäftigt auch die Deutsche Flugsicherung: „Bislang konnten wir unbekannte Flugobjekte immer schnell identifizieren“, sagt Anja Naumann, Sprecherin für den Bereich Norddeutschland. Doch diesmal sei auch im Radar nichts zu erkennen gewesen: „Das Radar erfasst lediglich Flugobjekte, die eine gewisse Fläche an Blech haben“, sagt Naumann. Dies sei offenbar nicht der Fall gewesen. Ein Flugzeug konnte die Flugsicherung jedoch früh ausschließen. „Flugzeuge sind mit einem Transponder ausgestattet, der die Höhe und die Geschwindigkeit an den Tower weitergibt“, erläutert die Sprecherin.

Von einer Flugzeugentführung musste also nicht ausgegangen werden. Nur in diesem Fall hätte ein Notfallplan gegriffen: „Dann kommt die sogenannte Alarmrotte zum Einsatz“, erklärt Naumann. Das sind zwei oder drei Jagdflugzeuge des Fabrikats Eurofighter. „Diese lokalisieren die Maschine, identifizieren sie und zwingen sie notfalls zur Landung“, sagt die Sprecherin. Da das Flugobjekt langsam unterwegs gewesen sei, sei ein Polizeihubschrauber zur Verfolgung die bessere Alternative gewesen. Er stieg gegen 20 Uhr auf, konnte das Ufo jedoch nicht finden.

Zudem galten für den Bremer Flugraum Vorsichtsregeln: Eine Maschine aus München versuchte zweimal zu landen, bekam jedoch keine Landeerlaubnis. Schließlich wurde das Flugzeug nach Hannover umgeleitet, die Passagiere gelangten mit dreistündiger Verspätung per Bus nach Bremen. Ein Flug aus Frankfurt wurde gestrichen, eine Maschine aus Paris bekam zunächst die Anweisung, durchzustarten, durfte danach aber doch noch in Bremen landen. Laut Lufthansa-Sprecher Wolfgang Weber seien mehrere Hundert Passagiere betroffen gewesen. Andrea Hartmann, Sprecherin des Bremer Flughafens, betont, dass der Flugverkehr mittlerweile wieder normal laufe. Die Flugsicherung beschreibt die Auswirkungen des Ufos als bislang einmalig. „Wir bekommen häufiger mal Hinweise, die sich dann als Wetterlichter herausstellen“, sagt Sprecherin Anja Naumann. Die Bremer Polizei ermittelt nun wegen gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr. Bericht Seite 11

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