Bremen Urbanität durch Dichte

Osterholz wird erstmals im Jahr 1181 im Zusammenhang mit der Kultivierung des moorigen Landes durch holländische Kolonisten erwähnt. Im Jahr 1246 wird dann auch Tenever zum ersten Mal erwähnt.
26.11.2016, 00:00
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Von Lisa Schwarz

Osterholz wird erstmals im Jahr 1181 im Zusammenhang mit der Kultivierung des moorigen Landes durch holländische Kolonisten erwähnt. Im Jahr 1246 wird dann auch Tenever zum ersten Mal erwähnt. Zwischen 1810 und 1813 wird die Osterholzer Heerstraße gebaut, die das Gebiet trennt. Südlich der Straße bleiben dörfliche Strukturen erhalten, während die Gebiete direkt an der Straße und nördlich von ihr allmählich städtische Bebauung aufweisen. Im Jahr 1812 wohnen 433 Menschen in Osterholz. Der Ellener Hof – eine Erziehungsanstalt für verwahrloste Knaben – wird im Jahr 1847 eröffnet und ist damit die erste soziale Einrichtung im Gebiet Osterholz. Im Jahr 1905 hat Osterholz 2548 Einwohner und fünf Jahre später wird das 1959 abgerissene Mütter- und Säuglingsheim auf dem ehemaligen Gelände der Egestorff-Stiftung in Tenever eröffnet. 1920 wird der Osterholzer Friedhof, der heute der zweitgrößte Friedhof Norddeutschlands ist, auf dem Gelände des ehemaligen Vorwerks Kämena eingeweiht. Im gleichen Jahr wird die Straßenbahnlinie 12 bis zum Osterholzer Friedhof eröffnet. 1921 werden die ersten Teile von Osterholz in die Stadt Bremen eingemeindet – darunter der Osterholzer Friedhof, das St.-Jürgen-Asyl und die Osterholzer Heerstraße. Im Jahr 1935 werden mehrere Kleinsiedlergebiete an der Oyter Straße und am Oewerweg sowie die Rahdeland-, Focke-Wulf- und Kuhkampsiedlung errichtet. 1945 wird die Landgemeinde Osterholz schließlich in die Stadt Bremen eingemeindet. Zwischen 1947 und 1969 werden auf dem Osterholzer Friedhof Ehrenanlagen für die KZ-Opfer, Opfer des Luftkriegs sowie Zwangsarbeiter und andere Opfer des Zweiten Weltkriegs errichtet. Im Jahr 1952 wird die Straßenbahnlinie 12 eingestellt und acht Jahre später leben mittlerweile 11 972 Menschen im Stadtteil. Die Großsiedlung Blockdiek, die die erste größere verdichtete Wohnbebauung in Osterholz ist, wird zwischen 1964 und 1967 errichtet. Zwischen 1970 und 1977 wird dann auch Osterholz-Tenever bebaut mit dem Ziel, Urbanität durch Dichte zu erreichen. Insgesamt 2650 Wohnungen in 6- bis 21-geschossigen Wohnblöcken entstehen auf der grünen Wiese. 1977 folgt die Eröffnung des Zentralkrankenhauses Bremen-Ost und 1989 beginnt das Nachbesserungsprojekt für Tenever, um soziale, städtebauliche, ökonomische sowie kulturelle Defizite Tenevers auszugleichen. Im Jahr 1997 startet die umstrittene Bebauung der Osterholzer Feldmark und wenige Jahre später wird Tenever grundlegend saniert. Insgesamt ein Drittel der Hochhausbauten soll abgerissen werden.

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