Seemannsmission sorgt für Stimmung Weihnachten auf dem Schiff

Bremerhaven. Hoch über den Köpfen der indischen Seeleute schwebt ein Engel. Mit blond-lockigem Haar, glitzerndem Stirnband und weißem Gewand ist die festlich drapierte Schaufensterpuppe unter der Decke des evangelischen Seemannsclubs „Welcome“ in Bremerhaven ein echter Hingucker.
24.12.2015, 00:00
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Von Dieter Sell

Hoch über den Köpfen der indischen Seeleute schwebt ein Engel. Mit blond-lockigem Haar, glitzerndem Stirnband und weißem Gewand ist die festlich drapierte Schaufensterpuppe unter der Decke des evangelischen Seemannsclubs „Welcome“ in Bremerhaven ein echter Hingucker. „Der Engel sorgt für weihnachtliche Stimmung hier im Hafen, der ansonsten ja ganz von Technik geprägt ist“, sagt Seemannsdiakon Thomas Reinold. Wie im „Welcome“ lädt die Deutsche Seemannsmission weltweit in 16 Inlands- und noch einmal 16 Auslandsstationen Seeleute in ihre Clubs ein, um Weihnachten zu feiern.

In der Regel geschieht das fern der Heimat. Denn viele der weltweit etwa 1,2 Millionen Seeleute auf den Handelsschiffen sind zum Fest nicht bei ihren Familien, weil der Bordalltag das nicht zulässt. „Da ist alles eng getaktet und richtet sich nach Fahrplänen“, sagt die Generalsekretärin der Deutschen Seemannsmission in Bremen, Heike Proske. Umso wichtiger seien die Treffpunkte der Seemannsmission, die einen Ruhepol böten. „Das sind die Wohnzimmer der Häfen, in denen Zeit ist, Abstand zu gewinnen vom stressigen Alltag an Bord.“

Und wer gar nicht von Bord kann, weil die Liegezeit im Hafen zu kurz ist, bekommt Besuch. Dazu nimmt der Bordbesuchsdienst der Seemannsmission auch kleine Geschenke mit. „Weltweit sind es in diesem Jahr 54 000 Päckchen“, sagt Generalsekretärin Proske. Darunter sind kleine Überraschungen wie selbst Gestricktes, Süßigkeiten, Kekse, aber auch praktische Dinge wie Telefonkarten und Rucksäcke. In Rostock sind in den zurückliegenden Wochen sogar Weihnachtsbäume an Bord geschafft worden. „Wir verschenken in diesem Jahr Stirnlampen“, verrät Christine Freytag vom Bordbesuchsdienst in Bremerhaven. Außerdem gibt es musikalische Unterhaltung: „Wir gehen mit einem Shantychor, Posaunisten und einem Jugendchor an Bord“, sagt Bremens Seemannspastorin Jutta Bartling.

„Die Geschenke und die Weihnachtslieder sind ja nur ein Zeichen – ein Symbol dafür, dass die Seeleute auch fern ihrer Familien nicht vergessen werden“, betont Bartling. Und Generalsekretärin Proske ergänzt, kaum jemand denke daran, dass Seeleute mehr als 90 Prozent der Waren, die bei uns gehandelt werden, nach Europa gebracht haben. „Auch die allermeisten Geschenke, die unter dem Weihnachtsbaum liegen.“

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