Hamburg/Bremerhaven Weiterer deutscher Kreuzfahrtveranstalter streicht vorläufig die Segel

Bremerhaven·Hamburg. Dunkle Wolken für deutsche Kreuzfahrtanbieter, die nur mit einem Hochseeschiff operieren, endeten doch Anfang September die Aktivitäten von gleich zwei deutschen Kreuzfahrtveranstaltern an der Bremerhavener Columbuskaje.
05.09.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Christian Eckardt

Dunkle Wolken für deutsche Kreuzfahrtanbieter, die nur mit einem Hochseeschiff operieren, endeten doch Anfang September die Aktivitäten von gleich zwei deutschen Kreuzfahrtveranstaltern an der Bremerhavener Columbuskaje.

Nachdem der Berliner Seereisenveranstalter Ambiente Kreuzfahrten bereits im Sommer mitgeteilt hat, den erst im März gestarteten Dienst mit der „Azores” am heutigen Freitag in Bremerhaven gänzlich einzustellen, ist mit der Ankunft des kleinen Kreuzfahrtschiffes „Delphin” von Passat Kreuzfahrten am vergangenen Dienstag in Bremerhaven, zumindest vorerst, auch Schluss. Die „Azores” wird ab dem nächsten Jahr für den britischen Anbieter Cruise & Maritime Voyages verkehren

Nachdem Passat Kreuzfahrten zunächst nur das Winterprogramm 2014/2015 mit der nur 470 Passagiere fassenden „Delphin” gestrichen hatte, folgte nun von dem Offenbacher Veranstalter die Meldung, dass auch in der Sommersaison 2015 mit dem Kreuzfahrtschiff auf dem deutschen Markt nicht zu rechnen sei. Wie es in Zukunft mit Passat Kreuzfahrten weitergehen wird, ist ungewiss, für die Wintersaison 2015/16 möchte man das Unternehmen neu strukturieren und dann wieder an den Start gehen, wie das im Detail aussieht, dazu machte das Unternehmen aber keine konkreten Angaben.

Der Eigner der „Delphin”, die Vishal Cruises PVT ltd. sucht unterdessen eine neue Beschäftigung für den gut erhaltenen Kreuzfahrer, nachdem die Planungen über eine Charter mit dem amerikanischen Veranstalter „Semester at Sea“ als Ersatz für deren bislang eingesetzte „Explorer” gescheitert waren.

Wie Passat Kreuzfahrten mitteilte befindet sich Vishal Cruises aber aktuell in Verhandlungen mit mehreren Charterinteressenten für die kommende Saison. Ob die „Delphin” daher nun doch noch in die Werft gehen wird, wie ursprünglich vom Eigner geplant, ist derzeit auch noch ungewiss. Aufgrund des ursprünglich geplanten Werftaufenthaltes in diesem Spätsommer mussten von Passat Kreuzfahrten schon fünf Reisen der „Delphin” im Zeitraum bis zum 18. Oktober 2014 abgesagt werden.

Das klassische Drei-Sterne-Plus-Schiff „Delphin” gilt als eines der beliebtesten Schiffe seiner Klasse bei den deutschsprachigen Gästen. Der Veranstalter Passat Kreuzfahrten aus Offenbach hatte bislang nur die „Delphin” im Programm. Gegründet wurde Passat Kreuzfahrten im Dezember 2011 von dem indischen Geschäftsmann Pradeep Agrawal sowie von dem deutschen Kreuzfahrtspezialisten Andreas Hey.

Mit dem vorläufigen Ende der „Delphin“ geht das allmähliche Sterben der beliebten kleinen deutschen Kreuzfahrtanbieter weiter, die offensichtlich keine Chance gegen die Preispolitik der großen nationalen und internationalen Kreuzfahrtreedereien haben. Einzig die „Hamburg” des Bremer Veranstalter Plantours, die „Deutschland” der Reederei Deilmann und die „Berlin” von FTI Cruises sind derzeit noch auf dem deutschen Markt als „Ein-Schiff-Unternehmen“ aktiv wobei kürzlich die Reederei Deilmann mit der FTI Group eine Vertriebspartnerschaft geschlossen hat.

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