Restaurants in Nordbremen und Umgebung starten bald in die Saison / Rechtzeitig reservieren Zünftige Kohlfahrten durch Wälder und Parks

Mitte Oktober startet in vielen Restaurants der Region die Kohl- und Pinkel-Saison. Tra-ditionell bildet zwar der Buß- und Bettag den Auftakt für das delikate und deftige Essen, die Gäste wollen jedoch erfahrungsgemäß nicht so langewarten. Die deftige Winterspeise wird sowohl à la Carte als auch als Kohfahrt mit Musik und Tanz angeboten.
28.09.2013, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Mitte Oktober startet in vielen Restaurants der Region die Kohl- und Pinkel-Saison. Tra-ditionell bildet zwar der Buß- und Bettag den Auftakt für das delikate und deftige Essen, die Gäste wollen jedoch erfahrungsgemäß nicht so lange

warten. Die deftige Winterspeise wird sowohl à la Carte als auch als Kohfahrt mit Musik und Tanz angeboten.

Kohlfahrten sind in Bremen und Umgebung sehr beliebt.

So sieht man in den Wintermonaten bis in den März hinein viele Gruppen unterschiedlicher Größe durch die heimischen Gefilde streifen, mit dem Ziel das schmackhafte Kohlgericht in einem der zahlreichen Restaurants der Region zu genießen. Gegen die Kälte werden gerne auch „geistvolle“

Getränke zu sich genommen.

Aufgrund der großen Beliebtheit der Kohlfahrten, ist es ratsam, sich frühzeitig einen Platz in den Ausflugslokalen zu reservieren. Gerade in Bremen-Nord und Umgebung gibt es eine ganze Reihe von Gastronomen, die Kohl- und Pinkelessen anbieten. Da meist mehrere Kohlgesellschaften zusammen feiern, finden sich meist schnell neue Bekanntschaften.

Besonders an Wochenenden kann man die bunten Karawanen mit dem Bollerwagen auf ihren Landpartien beobachten. Gerade die Nordbremer Parks und die Bremer Schweiz bie-

ten sich für ausgedehnte Wanderungen an. Im Bollerwagen

befindet sich die meist hoch-

prozentige flüssige Nahrung, die gerade bei kalter Witterung von innen wärmen soll, sowie

allerlei Utensilien, die man

zum kurzweiligen Zeitvertreib

benötigt.

Der Frost bringt die Süße

Erst der Frost verwandelt die in den Blättern enthaltene Stärke in sanfte Süße und gibt dem Grünkohl sein unverwechselbares Aroma. So ist es wohl auch durch das Klima zu erklären, dass der „Brassica oleracea“ (lateinischer Name für Kohl), obwohl ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammend, erst in Norddeutschland zur echten Kulturpflanze wurde: Die raue Witterung konnte ihr nicht nur nichts anhaben, sie wurde dadurch sogar erst zur Spezialität. Hinzu kommt, dass der Grünkohl reichlich Vitamin C enthält. Kein Wunder also, dass er sich gerade in einer Gegend durchsetzte, in der infolge der oftmals kalten und feuchten Witterung ständig akuter Vitaminmangel herrschte.

Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Frankfurt liefern 200 Gramm Grünkohl fast das Doppelte des Tagesbedarfs an Beta-Carotin. Mit 140 Milligramm Vitamin C pro 100 Gramm ist der Kohl ein preiswerter Schutz gegen Erkältung. Darüber hinaus decken 200 Gramm die täglich notwendige Menge an Vitamin K und Folsäure ab, die für die Zellneubildung und die Blutgefäße unentbehrlich ist.

Die Forderung, der Kohl müsse so „fett“ sein, dass man mit dem Holzschuh darauf laufen kann, besteht zwar nicht mehr, aber ein Gläschen Korn ist dennoch bei jedem Kohl- und Pinkel-Essen obligatorisch. Der Grünkohl soll mit „Pinkel“, einer speziellen Grützwurst, angerichtet werden, dann schmeckt er vielen besonders gut. Die Pinkel besteht aus Speck, Hafergrütze, Schmalz und Zwiebeln.

Traditionelle Ursprünge

Einst aus exklusiven „Herrenparthien“ der städtischen Oberschicht hervorgegangen, haben sich die traditionellen „Kohl-fahrten“ im 20. Jahrhundert zu einer echten Breitenveranstaltung entwickelt. Von wesent-

lichem Einfluss darauf waren das aufkommende Vereinswesen sowie die Öffnung der Veranstaltung für weibliche Teilnehmer. xpf

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