Experten testen Geräte am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz in Bremen

Roboter für die Tiefseeforschung

Bremen. Die Arktis ist ein Gebiet, das sich zurzeit besonders stark verändert. Ein wesentlicher Grund ist der überdurchschnittlich hohe Temperaturanstieg.
28.11.2014, 00:00
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Roboter für die Tiefseeforschung
Von Jürgen Wendler

Die Arktis ist ein Gebiet, das sich zurzeit besonders stark verändert. Ein wesentlicher Grund ist der überdurchschnittlich hohe Temperaturanstieg. Um mehr über die Vorgänge im Meer und Auswirkungen auf Lebewesen zu erfahren, hat das Alfred-Wegener-Institut schon vor vielen Jahren in der Framstraße zwischen Grönland und Spitzbergen Observatorien eingerichtet, das heißt: Dort stationierte Geräte liefern Messdaten. Bei Einsätzen eines Kamerasystems in dem Seegebiet haben Forscher zum Beispiel festgestellt, dass die Menge an Plastikmüll zunimmt. In den nächsten Jahren soll das Beobachtungssystem in der Arktis ausgebaut werden. Eine wichtige Rolle messen die Wissenschaftler dabei Tiefseerobotern bei, die in den vergangenen Tagen am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz in Bremen getestet worden sind.

Einer der Roboter trägt die Bezeichnung „TRAMPER“. Wie Corinna Kanzog vom Alfred-Wegener-Institut erklärt, soll das Kettenfahrzeug ab 2017 eigenständig über längere Zeit am Meeresboden Sauerstoffmessungen vornehmen. Geplant seien Einsatzzeiten von einem Jahr und länger. Ein erster kürzerer Einsatz sei bereits im kommenden Jahr geplant. Nach dem Aussetzen im Meer soll der Roboter kabellos arbeiten. Nach den Worten von Corinna Kanzog handelt es sich bei ihm um eine Weiterentwicklung des vor mehreren Jahren an der Jacobs University entwickelten Roboters „Wally“. Dieses über das Internet gesteuerte Gerät hat sich bei Untersuchungen im Bereich eines Tiefseeobservatoriums vor Vancouver Island bewährt.

Neben dem Tiefseeroboter „TRAMPER“ ist am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz in dieser Woche auch ein Gerät namens „VIATOR“ getestet worden. Verantwortlich für diesen Roboter ist das Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel (GEOMAR). Er soll in der Lage sein, sich selbstständig auf einem vorgegebenen Terrain zu bewegen

und Daten an einer Station am Meeresboden zu übertragen. Er kann mit unterschiedlichen Sensoren ausgestattet werden, die zum Beispiel die Untersuchung von Methanquellen oder Kaltwasserkorallen ermöglichen.

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