Neurowissenschaftler legen Ergebnisse einer Studie mit Menschen im Alter von 60 bis 77 Jahren vor Sport kann das Gedächtnis fördern

Magdeburg. Dass sich körperliche Fitness günstig auf die geistige Leistungsfähigkeit auswirkt, haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Studien untermauert. So haben Wissenschaftler der Jacobs University Bremen bei Studienteilnehmern, die ihre Ausdauer beim Nordic Walking verbessert hatten, festgestellt, dass ihr Gehirn beim Lösen von Aufgaben am Computer weniger Ressourcen benötigte, also effizienter arbeitete.
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Sport kann das Gedächtnis fördern
Von Jürgen Wendler

Dass sich körperliche Fitness günstig auf die geistige Leistungsfähigkeit auswirkt, haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Studien untermauert. So haben Wissenschaftler der Jacobs University Bremen bei Studienteilnehmern, die ihre Ausdauer beim Nordic Walking verbessert hatten, festgestellt, dass ihr Gehirn beim Lösen von Aufgaben am Computer weniger Ressourcen benötigte, also effizienter arbeitete. Eine Forschergruppe um Anne Maaß von der Universität Magdeburg hat jetzt in der Fachzeitschrift „Molecular Psychiatry“ Studienergebnisse veröffentlicht, die belegen, dass Sport im Alter die Hirndurchblutung und bestimmte Gedächtnisleistungen verbessern kann.

Für ihre Untersuchung teilten die Wissenschaftler 40 untrainierte Frauen und Männer im Alter von 60 bis 77 Jahren in zwei Gruppen ein. Eine Gruppe trainierte über einen Zeitraum von drei Monaten regelmäßig auf dem Laufband; die andere machte lediglich Übungen zur Dehnung und Entspannung der Muskulatur. Bei sieben von neun Mitgliedern der Laufgruppe, die nicht älter als 70 Jahre waren, stellten die Forscher fest, dass das Training nicht nur die körperliche Fitness, sondern auch die Durchblutung des Hippocampus förderte. Der Hippocampus ist eine Hirnregion, die für die Speicherung von Informationen im Langzeitgedächtnis wichtig ist. Ohne Hippocampus können Menschen keine Erinnerungen bilden. Nach dem Trainingsprogramm fiel es vielen der jüngeren Studienteilnehmer leichter, sich abstrakte Abbildungen einzuprägen.

Die Studie der Forscher um Anne Maaß liefert aber auch Hinweise, dass Bewegung kein Allheilmittel zur Förderung der geistigen Fitness ist. Die Teilnehmer, die älter als 70 Jahre waren, profitierten nicht von den Laufübungen. In einer gemeinsamen Mitteilung zu der Studie bezeichnen die Universität Magdeburg und das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen dies als Anzeichen dafür, „dass der Alterungsprozess die Wirkung des Trainings zu begrenzen scheint“.

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