Steingärten mit Gebirgspflanzen

Alpine Pflanzen gedeihen zwar normalerweise zwischen den kargen Felsen auf Bergen, kommen aber selbst im norddeutschen Flachland zurecht – vorausgesetzt, sie wachsen in eigens angelegten Steingärten. Klassiker für den Steingarten sind Blaukissen, Kriechwacholder, Steinbrech, Enzian, Alpen-Kuhschelle, Edelweiß, Fetthenne, Steinkraut, Polsterphlox, Zwerg-Rhododendren und Wildtulpen.
26.05.2017, 00:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Christian Teichmann

Alpine Pflanzen gedeihen zwar normalerweise zwischen den kargen Felsen auf Bergen, kommen aber selbst im norddeutschen Flachland zurecht – vorausgesetzt, sie wachsen in eigens angelegten Steingärten. Klassiker für den Steingarten sind Blaukissen, Kriechwacholder, Steinbrech, Enzian, Alpen-Kuhschelle, Edelweiß, Fetthenne, Steinkraut, Polsterphlox, Zwerg-Rhododendren und Wildtulpen. Fachleute empfehlen darüber hinaus Pflanzen der Gattung Hauswurz, die als besonders pflegeleicht gelten, die Glockenblume, den Zwerg-Storchschnabel, die Silberwurz und Zwerggräser, die selbst im Winter noch reizvoll aussehen.

„Die meisten Steingartenpflanzen sind Sonnenliebhaber“, sagt Cathrin Triebel vom Rennsteiggarten Oberhof im Thüringer Wald. Gut geeignet für Steingärten sind deshalb südöstliche, südliche oder südwestliche Lagen.

Das Wichtigste ist allerdings ein gut durchlässiger Boden. Wie Martin Haberer von der Gesellschaft der Staudenfreunde in Ettenheim (Baden-Württemberg) erklärt, vertragen die klassischen Steingartenpflanzen keine Staunässe. Neben Steinen sorgt bestenfalls auch eine Hanglage dafür, dass das Regen- und Gießwasser immer gut abfließen kann. „Gute Drainage ist eigentlich das A und O“, betont Peter Behrens vom Bund deutscher Staudengärtner in Bonn. „Oben im Gebirge läuft das Wasser ja auch immer gut ab.“ Sorgen, dass zu wenig Wasser das Grün erreichen könnte, müssten Gärtner sich nicht machen. Steingartenpflanzen könnten zur Not auch längere Zeit ohne Wasser auskommen.

Vor dem Anlegen der Drainageschicht müssen auf der gesamten Fläche alle Wurzelunkräuter entfernt werden. Dies kann unter Umständen mit viel Arbeit verbunden sein, wie Haberer erläutert. Die Wurzeln könnten durchaus tiefer als 20 Zentimeter reichen. Nach dem Entfernen der Pflanzen kommen Schotter, Bauschutt, kleine Steine oder Kies in den Boden, bevor das Substrat aufgefüllt wird. Obenauf liegen große Steine. Der Boden darf nicht allzu viele Nährstoffe enthalten, und er wird mit untergemischtem Sand durchlässiger gemacht. Schließlich wüchsen in Steingärten Pflanzen, die oft mit sehr wenigen Nährstoffen auskämen, erklärt Behrens. Und Haberer ergänzt: „Handelsübliche Substrate sind zu humuslastig und zu nährstoffhaltig. Ich empfehle eine Mischung aus 20 Prozent Blumenerde, 25 Prozent gewaschenem Sand, 15 Prozent Splitt oder Feinkies und 40 Prozent vorhandener Gartenerde.“

Bei der Wahl der Steinsorten rät Behrens, sich auf eine Sorte zu beschränken, beispielsweise Granit, Kalkstein, Schiefer, Sandstein oder Basalt. Dies gewährleiste eine ruhige und harmonische Optik.

Zwar wissen die meisten typischen Steingartenpflanzen viel Licht zu schätzen, aber dies heißt nicht, dass in solchen Gärten keine Pflanzen zu finden sind, die im Schatten gedeihen. Beispiele hierfür liefern Funkien, Immergrün, Schaumblüten und Elfenblumen. Wer mag, kann auch auf Pflanzen setzen, die sich in der Küche nutzen lassen. Cathrin Triebel rät zu Lavendel, Salbei oder Thymian.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+