Historisches Segelschiff ist zurück

Viermastbark „Peking“ wird neue Attraktion in Hamburg

Hamburgs Hansahafen wird um eine Attraktion reicher. Die Historische Viermastbark „Peking“ ist in die Elbmetropole zurückgekehrt. Dort soll sie Wahrzeichen des neuen Deutschen Hafenmuseums werden.
07.09.2020, 13:36
Lesedauer: 3 Min
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Viermastbark „Peking“ wird neue Attraktion in Hamburg

Begleitet von dutzenden Schiffen wurde die Viermastbark "Peking" (M) in den Hamburger Hafen geschleppt. Das Schiff kehrte nach 88 Jahren in den Hamburger Hafen zurück.

Axel Heimken/dpa

34 Mal umrundete sie das berühmte Kap Hoorn, mehr als 40 Jahre war sie als Museumsschiff in New York zu besichtigen: Nach 88 Jahren ist die legendäre Viermastbark „Peking“ am Montag begleitet von Hunderten Schiffen und Booten in ihren Heimathafen nach Hamburg zurückgekehrt.

Gezogen von zwei Schleppern hatte das Segelschiff am Morgen die Peters Werft in Wewelsfleth verlassen, wo es drei Jahre lang aufwendig restauriert worden war.

Entlang der Elbe bestaunten Tausende Menschen am Ufer die Rückkehr der „Peking“. Begleitet von einer wahren Armada an historischen Schiffen, Ausflugsbooten und auch kleinen Seglern erreichte „De Hamborger Veermaster“ am frühen Abend die Landungsbrücken. Hier wurde das Schiff von Tausenden „Sehleuten“ bei schönstem Hamburger Sonnenschein begrüßt. Zwischendrin ertönte immer wieder ein lautes Typhonkonzert. Die Reise mit einer Drehung vor der Elbphilharmonie und dem Anlegen am Hafenmuseum im Hansahafen.

„Die "Peking" soll das Wahrzeichen des neuen Deutschen Hafenmuseums werden“, sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU), die das Schiff begleitete. Der Bund hatte mit seiner Zusage von 120 Millionen Euro für das neue Hafenmuseum - inklusive Restaurierung der „Peking“ - die Rückkehr des legendären Flying P-Liners erst möglich gemacht. „Die "Peking" ist weitaus mehr als ein Schiff. An ihr und mit ihr können wir im neu entstehenden Hafenmuseum sehr gut die spannende Geschichte und die Auswirkungen der Globalisierung auf unsere Gesellschaft erzählen“, sagte Kultursenator Carsten Brosda (SPD).

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Gebaut 1911 auf der Werft Blohm+Voss für die Reederei F. Laeisz gehört die „Peking“ zu den letzten großen Frachtseglern, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts wegen ihrer Geschwindigkeit und Sicherheit gegen Dampf- und Motorschiffe antreten konnte. Bei ihrem Stapellauf galt sie mit 115 Metern Länge als größtes Segelschiff der Welt. Bis 1932 brachte sie unter anderem Salpeter von Chile nach Europa. In Folge der Weltwirtschaftskrise wurde die „Peking“ 1932 nach England verkauft und dort zu einem Internatsschiff umgebaut. Seit 1974 konnte sie als Museumsschiff im South Street Seaport Museum in New York besichtigt werden.

Für Mathias Kahl, dessen Vater einst auf dem Schiff zur See fuhr, ist die Rückkehr der Viermastbark ein bewegender Moment. „Schon als kleines Kind hat mein Vater mir gesagt: Mensch, es wäre doch schön, wenn wir die "Peking" wieder in Hamburg hätten“, sagte der Vorsitzende des Vereins Freunde der Viermastbark Peking. Die „Peking“ sei „etwas Einzigartiges“, weil es nur noch vier Schiffe dieser Art auf der Welt gibt: das Schwesternschiff „Passat“, das in Travemünde als Museumsschiff vor Anker liegt, die „Pommern“, die in Finnland besichtigt werden kann und als einziges Schiff, das noch seetüchtig ist: die „Padua“, die heute als „Kruzenshtern“ unter russischer Flagge segelt und oft beim Hamburger Hafengeburtstag zu Gast ist.

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Nachdem sie im Sommer 2017 mit einem Dockschiff über den Atlantik gebracht wurde, wurde die „Peking“ in Wewelsfleth aufwendig restauriert: Zunächst musste der Rumpf von Rost befreit und ausgebessert werden, 2019 folgte die Montage der 62 Meter hohen Masten, Anfang 2020 die 18 Rahen - Querstangen, an denen früher die Segel hingen. Für die Takelage wurde 4000 Meter stehendes Gut in Handarbeit wieder hergestellt. „Es ist nie etwas Perfekteres erfunden worden, als diese riesigen stählernen Frachtsegler“, sagt Joachim Kaiser, Vorstand der Stiftung Hamburg Maritim, der die Sanierungsarbeiten leitete.

Bis zum Sommer 2021 muss die „Peking“ noch für den Besucherbetrieb eingerichtet werden - danach kann das Museumsschiff im Hansahafen besichtigt werden. Bis dahin können es maritime Fans während der Öffnungszeiten des alten Hafenmuseums schon einmal von der Kaikante bewundern. Voraussichtlich ab 2025 liegt die „Peking“ dann als neues Wahrzeichen des Deutschen Hafenmuseums am Grasbrook vor Anker. (dpa)

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