Nabu mit Grundschülern im Ahlker Wald unterwegs

Vor dem Frost noch 30 Nistkästen gereinigt

Arsten (xkn). Aktive des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) haben zusammen mit den Schülerinnen und Schülern der Klassen 3c und 4c der Grundschule Arsten Südwest die 30 Nistkästen im Ahlker Wald gereinigt. Gerade noch rechtzeitig vor der Frostperiode hatte es mit dem Termin geklappt.
15.12.2013, 00:00
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Aktive des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) haben zusammen mit den Schülerinnen und Schülern der Klassen 3c und 4c der Grundschule Arsten Südwest die 30 Nistkästen im Ahlker Wald gereinigt. Gerade noch rechtzeitig vor der Frostperiode hatte es mit dem Termin geklappt. Ab nun sollten Nistkästen bis Ende Februar nicht mehr angerührt werden, raten die Naturschützer. Denn Vögel nutzen die Nisthilfen auch als Winterschlafplatz.

Wie schon in den Vorjahren waren fast alle Kästen im Wald an der Wendeschleife der Linie 4 in Arsten von Vögeln genutzt worden, in einigen lagen sogar zwei Nester übereinander. „Allerdings sind mehrere Frontplatten derart weit aufgehackt, dass wir sie im Winter tauschen werden“, erklärt Nabu-Geschäftsführer Sönke Hofmann, der den Ahlker Wald betreut. Die Kinder vermuteten gleich einen Specht als Übeltäter, doch Hofmann beruhigt: „Das waren Hunderte Testhiebe von fleißigen Meisenschnäbeln. Die gucken halt ständig, ob der Kasten auch etwas taugt.“

Für die Grundschüler war die Doppelstunde im Wald eine spannende Abwechslung im Unterricht, gleichzeitig übergab die vierte Klasse die Fortsetzung des Bingo-Projekts „Klasse der Vögel“ an die Drittklässler. Im Zuge des Projekts begleitete der Nabu in den vergangenen zwei Jahren mit den Schülern von neun Bremer Schulen die Vogelsaison. Nistkastenbau und -säuberungen standen auf dem Programm, oft ging es in den Wald, einige Küken wurden gar in der Brutmaschine aufgezogen.

„Zwei Einfluglöcher waren derart vergrößert, dass diesmal sogar Spatzen kuschelige Winternester darin gebaut haben“, berichtet der gelernte Förster Sönke Hofmann. Deutlich weniger tote Meisen und taube Eier fand der Säuberungstrupp in diesem Jahr. „Vielleicht hat der lange Winter die Meisenbrut so lange gebremst, bis dann mit der Wärme auch schnell eine optimale Raupenversorgung möglich war“, vermutet Hofmann.

Dass Nistkästen auch im Winter wichtige Aufgaben erfüllen, ist kaum bekannt. „Nistkästen bieten Vögeln, Insekten und kleinen Säugetieren in eiskalten Nächten einen schützenden Unterschlupf“, erklärt der Nabu. Manchem Vogel könne die Nisthilfe im Winter sogar das Leben retten. Vögel haben eine höhere Körpertemperatur als Säuger, sie liegt zwischen 39 und 42 Grad. „Um diese vergleichsweise hohe Temperatur zu halten, verbrennen die Vögel viel Körperfett. Dadurch verlieren sie Gewicht und sind oft geschwächt. Eine kalte Nacht auf einem schutzlosen Zweig kann ihnen da zum Verhängnis werden“, sagt Sönke Hofmann. Einige Arten, etwa Zaunkönige wärmen sich im Winter gegenseitig im Nistkasten – da ist kuscheln angesagt.

„Nistkästen sind auch prima Weihnachtsgeschenke, und gerade die dunkle Jahreszeit lädt doch zum gemeinsamen Selberbasteln mit den eigenen Küken ein“, findet Hofmann, selbst dreifacher Vater. Der Nabu hält im Vahrer Feldweg 185 in Sebaldsbrück eine Bauplansammlung und diverse Nistkästen sowie Nistkasten-Bausätze bereit, geöffnet ist jeweils von Montag bis Freitag von 15 bis 18 Uhr.

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