Wie weit Fledermaus-Laute reichen, hängt von der Temperatur ab Wärme beeinflusst Jagderfolg

London (wk). Fledermäuse mit eher tiefen Ultraschallrufen könnten bei der Jagd von der globalen Erwärmung profitieren. Tiere mit hohen Lauten haben hingegen einen Nachteil, wenn die Lufttemperatur steigt, wie Forscher vom Max-Planck-Institut für Ornithologie im bayerischen Seewiesen im Fachblatt „Interface” der britischen Royal Society erklären.
02.01.2014, 00:00
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Von WESER-KURIER

Fledermäuse mit eher tiefen Ultraschallrufen könnten bei der Jagd von der globalen Erwärmung profitieren. Tiere mit hohen Lauten haben hingegen einen Nachteil, wenn die Lufttemperatur steigt, wie Forscher vom Max-Planck-Institut für Ornithologie im bayerischen Seewiesen im Fachblatt „Interface” der britischen Royal Society erklären.

Fledermäuse orientieren sich nachts mithilfe von Ultraschallrufen. Die Schallwellen werden von den Objekten in der Umgebung – darunter fliegende Insekten – zurückgeworfen und helfen den Jägern, ihre Beute anzupeilen und deren Größe zu schätzen. Die Übertragung von Ultraschallwellen hängt von der Luftfeuchtigkeit und der Temperatur ab. In wärmerer Luft werden hohe Töne über eine geringere und tiefe Töne über eine größere Distanz übertragen. Wie die Wissenschaftler um Holger Goerlitz erklären, verringert sich der Radius, in dem Tiere mit hochfrequenten Lauten ihre Beute orten können, mit steigender Lufttemperatur. Der Effekt sei in Regionen mit gemäßigtem Klima stärker als in den Tropen.

Nach Ansicht der Forscher ist der Klimawandel deshalb für Arten mit tiefen Ultraschallrufen von Vorteil. Sie bekämen die Möglichkeit, ihre Beute in einem größeren Umfeld aufzuspüren. Dadurch könne sich die Zusammensetzung des Fledermausbestandes innerhalb einer Region verändern. Dies habe vermutlich auch Folgen für das Umfeld der Tiere, etwa ihre Beute.

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