Umweltfolgen hängen von der Art der Stromerzeugung ab Wann Elektroautos schaden

Minneapolis. Elektrofahrzeuge tragen nur dann deutlich zur Verringerung der Luftverschmutzung bei, wenn der verwendete Strom aus Wind-, Wasser-, Solar- oder Erdgaskraftwerken stammt. Werde der Strom von Kohlekraftwerken erzeugt, die die Luft verschmutzten, entstünden der Gesellschaft erhebliche Gesundheitskosten, erklären die Forscher Julian Marshall, Jason Hill und Christopher Tessum in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften.
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Von Stefan Parsch

Elektrofahrzeuge tragen nur dann deutlich zur Verringerung der Luftverschmutzung bei, wenn der verwendete Strom aus Wind-, Wasser-, Solar- oder Erdgaskraftwerken stammt. Werde der Strom von Kohlekraftwerken erzeugt, die die Luft verschmutzten, entstünden der Gesellschaft erhebliche Gesundheitskosten, erklären die Forscher Julian Marshall, Jason Hill und Christopher Tessum in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften.

Die Wissenschaftler hatten Szenarien für Alternativen zum Einsatz von Benzinfahrzeugen entwickelt, darunter die Nutzung von Fahrzeugen mit Diesel-, Hybrid- und Elektromotoren. Dabei berücksichtigten sie nicht nur die Abgase beim Betrieb, wie sie bei Elektrofahrzeugen nicht entstehen, sondern auch die Folgen der Produktion der Kraftstoffe, des Stroms und der Batterien. Hinzu kamen Simulationen von Stoffkreisläufen, Wetter- und Klimaveränderungen sowie Auswirkungen von erhöhten Feinstaub- und Ozonwerten auf die Gesundheit der Menschen. Bei ihren Simulationen gingen die Experten davon aus, dass bis zum Jahr 2020 zehn Prozent der Fahrzeuge mit Benzinmotoren durch Fahrzeuge mit anderem Antrieb ersetzt werden. Bei den Verbrennungsmotoren würden demnach die Kraftstoffe Diesel und verdichtetes Erdgas sowie ein Benzinhybrid-Antrieb weniger Feinstaub und Ozon erzeugen als Benzin. Biokraftstoffe hingegen würden nach den Angaben der Wissenschaftler wegen der Emissionen in der Landwirtschaft zu erhöhten Feinstaub- und Ozonwerten führen. In der Analyse schnitten Biokraftstoffe aus Mais erheblich schlechter ab als Kraftstoffe aus Pflanzenresten.

Elektrofahrzeuge würden den Ergebnissen zufolge bei ausschließlicher Nutzung von Strom aus Kohlekraftwerken bei gleicher Strecke etwa dreieinhalb Mal soviel Feinstaub und Staub erzeugen wie Benzinfahrzeuge. Besonders deutlich werden die Vorteile von Wind-, Wasser- und Solarkraft, wenn der Einfluss auf den Klimawandel einbezogen wird. Das Fazit der Forscher: Unter Umweltgesichtspunkten seien Elektrofahrzeuge, deren Strom mit geringen Emissionen erzeugt werde, Fahrzeugen mit Benzinmotor vorzuziehen.

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