Besser Leben - Zahngesundheit

Wann zahlt die gesetzliche Krankenkasse?

Schätzungsweise die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland ist in kieferorthopädischer Behandlung. „Diese kann medizinisch notwendig sein, wenn Fehlstellungen von Zähnen oder Kiefer vorliegen, die zu Beeinträchtigungen führen, zum Beispiel beim Beißen oder Kauen“, erläutert Dr.
29.09.2019, 00:00
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Von AKZ-O
Wann zahlt die gesetzliche Krankenkasse?

Der Kieferorthopäde passt die Zahnspange individuell an die jeweiligen Bedürfnisse an.

SolisImages/gettyimages.com/akz-o

Schätzungsweise die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland ist in kieferorthopädischer Behandlung. „Diese kann medizinisch notwendig sein, wenn Fehlstellungen von Zähnen oder Kiefer vorliegen, die zu Beeinträchtigungen führen, zum Beispiel beim Beißen oder Kauen“, erläutert Dr. Johannes Schenkel, ärztlicher Leiter der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland.

Vor der Behandlung mit einer Zahnspange gruppiert der Kieferorthopäde jeden Fall in eine von fünf Kieferorthopädischen Indikationsgruppen (KIG) ein. Liegt ein KIG-Behandlungsgrad 3, 4 oder
5 vor, übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten für Patienten, die sich zu Beginn der Behandlung zwischen dem zehnten und 18. Lebensjahr befinden. „Die
Eltern müssen zunächst einen Eigenanteil von 20 Prozent tragen, der nach erfolgreich beendeter Behandlung erstattet wird.“ Bei zeitgleich behandelten Geschwistern sind es zehn Prozent.

Wenn die gesetzliche Krankenkasse die Kosten der Behandlung übernimmt, zahlt sie für eine Versorgung, die ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich ist – dies wird oft als „Kassenzahnspange“ bezeichnet. Auf diese zuzahlungsfreie Behandlungsmöglichkeit muss
hingewiesen werden. Sind andere Methoden und Geräte gewünscht, etwa innen liegende Spangen, entstehen für die Eltern Zusatzkosten. „Kieferorthopäden sind verpflichtet, ihren Patienten vor Beginn der Behandlung eine detaillierte Kostenaufstellung mitzugeben, den sogenannten Heil- und Kostenplan“, sagt Schenkel.

Fest oder herausnehmbar?

Möglich ist die Korrektur von Zahnfehlstellungen und Kieferfehllagen durch herausnehmbare oder festsitzende Apparaturen. Festsitzende bestehen aus Metallbändern und kleinen Plättchen, den so genannten Brackets, die an den Zähnen befestigt werden. Bögen und Drähte verbinden die Elemente. So wird ununterbrochen ein leichter Druck auf die Zähne ausgeübt, die bewegt werden sollen. Herausnehmbare Geräte wirken nur, wenn sie nachts durchgehend und mindestens einige Stunden am Tag getragen werden, kleinere Spangen auch ganztags.

Bei Erwachsenen übernimmt die gesetzliche Krankenkasse lediglich in Ausnahmefällen die Kosten für eine Zahnspange – zum Beispiel, wenn schwere Kieferanomalien vorliegen. Unabhängig vom Alter der Patienten gilt: „Sowohl bei einer festen als einer herausnehmbaren Spange ist eine gute Mundhygiene nötig, da sonst Karies, Zahnschmelzschädigungen oder Zahnbetterkrankungen drohen“, erläutert Schenkel. Der Sitz des Zahnspange muss darüber hinaus regelmäßig vom Kieferorthopäden kontrolliert werden.

Weitere Informationen gibt es kostenfrei und neutral unter Telefon 0800 / 011 77 22 sowie im Internet unter www.patientenberatung.de.

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