Inflation Wie Anleger mit Preissteigerungen umgehen

Die Inflation scheint derzeit nur eine Richtung zu kennen: nach oben. Die hohen Preissteigerungen sorgen bei manchem für Verunsicherung. Muss jetzt auch die Geldanlage neu aufgestellt werden?
19.01.2022, 04:00
Lesedauer: 2 Min
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Von dpa

Stuttgart (dpa/tmn) - Lebensmittel, Energie, Baumaterial - viele Dinge werden teurer. Die Inflationsrate ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Viele Anlegerinnen und Anleger verunsichert das. „Die Preissteigerung trifft aber jeden Einzelnen unterschiedlich stark“, sagt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart.

In Deutschland lag die Preissteigerungsrate nach einer Schätzung des Statistischen Bundesamts vom Jahresanfang im Dezember bei 5,3 und im Jahresdurchschnitt 2021 bei 3,1 Prozent. Ein Treiber der Inflation sind die stark gestiegenen Energiepreise. Hier zeigten sich im Einzelfall Unterschiede, erklärt Nauhauser: Wer keine weiten Wege mit dem Auto fahren müsse, werde von hohen Benzinpreisen weniger stark getroffen, als jemand mit langen Fahrtwegen.

Bei Rendite ansetzen

Sorge um die Geldanlage müssten sich Anlegerinnen und Anleger angesichts der hohen Preissteigerung nicht machen. „Die Anlagestrategie sollte unabhängig von Inflation geplant werden“, sagt Niels Nauhauser. „Es gibt keine Geldanlageprodukte, mit der Sie der Inflation ein Schnippchen schlagen können“, erklärt der Verbraucherschützer. „Sie können nur bei der erzielbaren Rendite ansetzen.“

Dazu sollte Vermögen grundsätzlich auf mehrere Anlageklassen aufgeteilt werden. Ein Teil sollte in schwankungsarme Zinsanlagen fließen, der andere Teil in chancenreichere Anlagen wie zum Beispiel Aktien. „Die Historie der Aktienmärkte zeigt: Unter dem Strich waren die Erträge im langfristigen Durchschnitt jährlich um rund vier Prozent höher als bei sicheren Geldanlagen“, sagt Nauhauser.

Geld gut verteilen

Wichtig zu bedenken: Aktienmärkte schwanken. „Es gibt Zeiten, in denen die Kurse nach unten gehen oder sich eine Weile seitwärts entwickeln“, sagt Nauhauser. Wer in solchen Zeiten nicht ruhig schlafen kann, sollte seinen Aktienanteil eher kleiner halten.

Und: Auch an der Börse sollte nicht alles auf eine Karte - das heißt eine Aktie - gesetzt werden. „Besser ist es, das Geld in einen breit streuenden Indexfonds, einen ETF, zu investieren“, sagt Niels Nauhauser. Hier sei das Risiko besser verteilt. Aber: Auch bei ETF ist ein Auf und Ab unvermeidbar.

© dpa-infocom, dpa:220118-99-758042/2

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