Die wichtigsten Tipps im Überblick Wie man auf Reisen in ferne Länder gesund bleibt

Bei Reisen in exotische Länder sollte man beim Genießen von landestypischen Speisen auf einige Dinge achten, damit diese einem hinterher nicht auf den Magen schlagen. Die wichtigsten Tipps im Überblick.
30.12.2018, 21:20
Lesedauer: 3 Min
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Von Christina Weise und Sabine Doll

Im Winter zieht es viele Menschen in ferne und exotische Länder. Dorthin, wo es warm und sonnig ist, um den Winter zuhause zu verkürzen. Nicht nur Land und Leute gilt es dann zu entdecken, sondern auch die landestypischen Speisen. Doch so manche Spezialität kann auch auf den Magen schlagen. 80 Prozent aller Reiseerkrankungen sind laut der Weltgesundheitsorganisation WHO auf verunreinigtes Trinkwasser zurückzuführen – es ist das größte Gesundheitsrisiko für Urlauber. Mit ein paar Vorsichtsmaßnahmen lässt sich dieses Risiko aber vermeiden. Die wichtigsten Tipps im Überblick:

Worauf sollte man bei Lebensmitteln besonders achten? Als erstes sollte man auf Geruch und Aussehen von Lebensmitteln achten, raten Experten – auf all das, was zu Hause auch für den Umgang mit Lebensmitteln gelte. Unangenehme Gerüche oder andere Auffälligkeiten könnten anzeigen, ob ein bestimmtes Lebensmittel noch frisch ist. Darüber hinaus sei die Zubereitungsart ein Schutz: Lebensmittel sollten gekocht oder geschält sein; auf rohe Lebensmittel und Eiswürfel sollte man besser verzichten. Hierfür gibt es eine Faustregel im Englischen: „Boil it, cook it, peel it or forget it“ (Koch es, schäl es oder vergiss es). Auf Speisen, die bei milden Temperaturen gelagert werden, sollte man im Zweifel besser verzichten.

Woher weiß man, ob Wasser trinkbar ist oder nicht? Die Wasserqualität lässt sich nach Angaben von Experten nicht einfach so erkennen. Lebensmittelexperte Andreas Daxenberger vom Tüv Süd rät, sich vor Reisebeginn über das Trinkwasser vor Ort zu informieren. Das könne der Reiseveranstalter sein oder auch der Hotelbetreiber. Weitere Quellen seien behördliche Informationen im Internet. Im Zweifelsfall sollte man vorsorglich auf Leitungswasser verzichten. Und am besten sei es, sich an den Einheimischen zu orientieren: Wenn selbst sie verzichten und Wasser in Flaschen kaufen, sollte der Urlauber es erst recht tun.

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Welche Desinfektionsmethode hilft bei Wasser am besten? Das Aufbereiten des Wassers ist vor allem in solchen Regionen wichtig, in denen man sich selbst versorgen muss – beispielsweise auch beim Campen. Eine sichere Methode ist laut Experten das Abkochen, dabei würden die meisten Keime abgetötet. „Das Wasser muss sieben bis zehn Minuten sprudelnd kochen – auf Meereshöhe“, erklärt Professor Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des Centrums für Reisemedizin (CRM) in Düsseldorf. In anderen Höhen habe das Wasser einen anderen Siedepunkt, was im Gebirge schwierig werden könne. Dort seien Filtern oder die chemische Behandlung des Wassers empfohlen. Der Experte empfiehlt eine Kombination aus beiden Methoden. „Zunächst lässt man das Wasser durch den Kohlefilter laufen, im Anschluss wird es chemisch desinfiziert“, so Jelinek.

Wie sicher ist Trinkwasser von Abfüllstationen? Geschlossene Wasserflaschen seien die beste Option, sauberes Wasser zu trinken. Da die Plastikverschmutzung ein großes Problem sei, gebe es in immer mehr Ländern Stationen, an denen Mehrwegflaschen aufgefüllt werden können. Diese werden meist regelmäßig kontrolliert, doch die Menschen vor Ort haben auch nur begrenzte Möglichkeiten, das Wasser zu desinfizieren.

Was kann man selbst tun? Händewaschen oder die Desinfektion der Hände mit Gels, Sprays oder Tüchern reduzieren das Risiko von Ansteckungen deutlich, betont Jelinek. Magen-Darm-Erkrankungen könnten auch über Tröpfcheninfektion übertragen werden. „Auf die eigene Körperhygiene muss auf Reisen außerdem verstärkt geachtet werden“, ergänzt Professor August Stich, Chefarzt für Tropenmedizin an der Missioklinik in Würzburg. „Das betrifft vor allem auch Hautwunden wie Blasen an den Füßen oder aufgekratzte Insektenstiche. Bakterien vermehren sich bei hohen Temperaturen. Vor allem in den Tropen sind die Umweltbedingungen dafür ausgezeichnet.“

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Welche Impfungen werden empfohlen? Das Centrum für Reisemedizin in Düsseldorf empfiehlt, sich spätestens sechs Wochen vor Reisebeginn über Impfungen und andere Vorsorgemöglichkeiten beraten zu lassen. Damit bleibe genügend Zeit für den Aufbau des Impfschutzes. Auch bei Last-Minute-Reisen lohne sich der Gang zum Arzt noch, da einige Impfungen wie etwa Hepatitis A auch kurz vor der Abreise möglich seien. Grundsätzlich gelte: „Besser in letzter Minute impfen, als komplett auf die Schutzwirkung zu verzichten“, so die Experten. Eine reisemedizinische Beratung, die etwa von Hausärzten oder Gesundheitsämtern angeboten wird, liefere außerdem Tipps, wie man sich vor Reisedurchfall oder Insekten schützen kann. Sie können Erkrankungen wie Malaria oder Dengue-Fieber übertragen.

Welche Impfungen sind bei Fernreisen wichtig? Für Ziele in Asien, Afrika und Lateinamerika empfehlen die Experten Impfungen gegen Hepatitis A, gegebenenfalls gegen Kinderlähmung (Polio) sowie Typhus. Auch eine Tollwut-Impfung sei oft ratsam. „Zusätzlich wird bei längerem Aufenthalt eine Impfung gegen Hepatitis B empfohlen. In einigen Ländern besteht eine Impfpflicht gegen Gelbfieber, das in Regionen Lateinamerikas und Afrikas verbreitet ist“, informiert das CRM. Ein Tipp für Austauschschüler, die sich in Nordamerika, Australien, Neuseeland oder einigen europäischen Ländern aufhalten wollen: Sie sollten den Impfschutz gegen Meningokokken, Masern, Mumps und Röteln überprüfen. Je nach Land kann eine Impfpflicht bestehen.

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