Beruf Wie werde ich...? Netzwerkadministrator

Berlin/Hamburg (dpa/tmn) - In Stellenanzeigen sind nicht selten Jobs beschrieben, für die es gar keine spezifische Berufsausbildung gibt. Besonders im noch jungen IT-Bereich ist das so. Beispielhaft dafür ist der Netzwerkadministrator.
25.01.2010, 09:33
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Berlin/Hamburg (dpa/tmn) - In Stellenanzeigen sind nicht selten Jobs beschrieben, für die es gar keine spezifische Berufsausbildung gibt. Besonders im noch jungen IT-Bereich ist das so. Beispielhaft dafür ist der Netzwerkadministrator.

Der konfiguriert, betreibt, überwacht sowie pflegt Datennetze für Computer und kümmert sich um integrierte Telekommunikationsnetze für Telefonie, Videokonferenzen oder Funknetze. Solche Experten werden überall gebraucht, wo mehrere Computer an einem System hängen und Probleme verursachen können.

«Je kleiner das Unternehmen ist, desto übergreifender sind die Tätigkeiten. Je größer das Unternehmen und je größer die IT-Abteilung, desto spezifischer sind die Aufgaben», erklärt Martin Schmidt vom Branchenverband BITKOM in Berlin. Ein Administrator kümmert sich beispielsweise um den Webauftritt des Unternehmens, ein anderer um die Datenbanken.

Eine klassische Berufsausbildung gibt es für diese Stellen nicht. Stattdessen bieten Kammern, private Einrichtungen sowie Hersteller von Hard- und Software Weiterbildungen zum Netzwerkadministrator an - mit recht unterschiedlichen Inhalten. Der Bundesverband der IT-Industrie und die Gewerkschaften setzen bei der Qualifizierung zum Netzwerkadministrator auf das bundeseinheitliche IT-Weiterbildungssystem, gefördert vom Bundesbildungsministerium.

Wer sich darüber zum IT-Spezialisten wie dem Administrator fortbilden will, muss einen der sechs Ausbildungsberufe im IT-Bereich, zum Beispiel zum IT-System-Elektroniker, gelernt haben. «Wer keine einschlägige IT-Ausbildung durchlaufen hat, kann das durch mehrjährige Praxis kompensieren», sagt Schmidt. «Sechs Monate bis maximal zwei Jahre dauert die Weiterbildung parallel zum Beruf.»

Nach bestandener Prüfung bekommen die Teilnehmer ein international gültiges Zertifikat «IT-Spezialist». Etwa 1000 Euro müssen in die Zertifizierung investiert werden. Die Ausbildung übernehmen bundesweit verschiedene Anbieter. Beim Institut für Lernsysteme (ILS) in Hamburg zum Beispiel gibt es keine Zulassungsvoraussetzungen für den Fernkurs Netzwerkadministrator. «Unsere Lehrgangsteilnehmer sind vorwiegend Berufstätige», sagt Werner Müller vom Informatik-Lehrinstitut. Sie müssen für den 21 Monate dauernden Lehrgang 3045 Euro aufbringen, können aber in Raten zahlen. Zu den Lerninhalten zählen Grundlagen der Telekommunikation, Verwaltung einer Serverumgebung, aber auch Datenfernübertragung und Rechnernetze.

Auch wenn sich nach seiner Einschätzung die IHK-Abschlüsse im IT-Bereich nicht so durchgesetzt haben wie im kaufmännischen oder technischen Bereich, bieten viele Kammern die Lehrgänge zum Netzwerkadministrator an. «Ein Nachweis, als IHK-Zertifikat oder durch Personenzertifizierung, erhöht auf alle Fälle die Chancen», sagt Jochen Reinecke vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag in Berlin. Allerdings muss nicht jeder einen Kurs belegt haben, um die Arbeit eines Netzwerkadministrators zu beherrschen: «Es gibt trotz der erfolgreichen IT-Ausbildungsberufe immer noch viele Quereinsteiger, die sicher auch gute Arbeit leisten.»

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