Draht und Esel „Wir sind glückliche und entspannte Menschen.“

Unternehmerin Wiebke Hamm ist fahrradbegeistert. Was sich schon allein an der Zahl der Räder ablesen lässt, die sie parallel benutzt.
15.04.2018, 13:34
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
„Wir sind glückliche und entspannte Menschen.“
Von Ralf Michel
Das erste Mal auf zwei Rädern

Das war mit vier Jahren. Ein kleines blaues Fahrrad, die Witwe-Bolte-Straße hoch und runter mit der Hand meiner Mutter im Nacken. Ich erinnere mich noch, dass ich stolz war, als ich es konnte. Mit fünf alleine auf dem Fahrrad Brötchen holen – das war ein gutes Gefühl.

Das aktuelle Fahrrad

Ich habe fünf aktuelle Räder. Neben dem aus Dänemark stammenden Lastenfahrrad, noch ein Stadtrad, dann ein Mountainbike, ein Rennrad und außerdem noch ein Zeitfahrrad. Das sind Rennräder mit einem besonderen Lenker, auf denen man die Unterarme auflegen kann. Man kann wohl sagen, dass ich fahrradbegeistert bin.

Die schönste Tour, der größte Erfolg

Meine schönste Tour ist die zum Cap de Formentor an der Nord-Ost-Spitze von Mallorca. Das hat mit meinem persönlich größtem Erfolg zu tun. Als Flachlandschnecke kommt man ja gut mit Gegenwind klar. Aber die Berge auf Mallorca sind wirklich eine Herausforderung, besonders der erste, etwa viereinhalb Kilometer lange Anstieg auf dieser Tour. Zum Rennsport: Ich bin mal Dritte in meiner Altersklasse bei einem 25-Kilometer-Rennen bei „Rad am Ring“ geworden.

Die Vorgängermodelle

Das sind gar nicht so viele. Nach dem blauen Kinderfahrrad kam ein rotes, das ich von einer Cousine übernommen habe. Dann ein weißes Klapprad und ein Alu-Rad. Mit 16 dann das erste Rennrad, ein Peugeot, danach ein weiteres Rennrad, das ich mir selbst zusammengestellt habe. Und dann auch schon die fünf Räder, die ich heute fahre.

Der letzte Diebstahl

Ist mir tatsächlich noch nie passiert. Etwas Besonderes kann allerdings mein Lebensgefährte berichten: Dem wurde ein Rad gestohlen und er hat es dank eines sehr engagierten Polizisten wiederbekommen. Der Polizist arbeitet in Edemissen bei Peine. Der hat auf der Ladefläche des Wagens einer verdächtigen Person drei Fahrräder gefunden, von denen eines nach Bremen zurückverfolgt werden kann. Daraufhin hat er sich über die Fabrikate der beiden anderen Räder bei Fachhändlern recherchiert, bis er auch diese Räder zuordnen konnte.

Die Lieblingsstrecke

Die schon genannte Strecke auf Mallorca. Weil ich sie mir so mühsam erarbeiten musste. In Bremen ist die Fahrt zur Moorlosen-Kirche sehr schön. Und für Trainingsfahrten mit dem Rennrad die Blocklandrunde.

Der ausgefallenste Fahrradschmuck

Auf so etwas stehe ich überhaupt nicht. Mehr als eine Trinkflasche kommt nicht an meine Fahrräder.

Die am häufigsten gefahrene Strecke

Von zu Hause in der Otto-Gildemeister-Straße in die Innenstadt.

Der schlimmste Unfall

Toi, toi, toi. Ich habe mich zwar durchaus schon mal auf die Seite gelegt, aber mehr als Schürfwunden habe ich mir dabei nicht zugezogen. Das ist mir aber immer nur im Stadtverkehr in Bremen passiert, nie bei einem Rennen oder überhaupt mit dem Rennrad. Weil mir ein Fußgänger vors Rad gelaufen ist und ich beim Ausweichen in Schräglage kam. Oder, weil ich im Winter eine vereiste Kurve zu spät erkannt habe.

Lastenfahrradfahrer sind …

... glückliche Menschen. Und ziemlich entspannte. Man kommt mit so einem Rad einfach unglaublich entspannt von A nach B. Und da hat nicht mit dem Tempo zu tun. Ich fahre damit nicht langsamer als mit meinem Stadtfahrrad. Man kann dieses Lastenfahrrad ziemlich sportlich fahren, 20 bis 23 km/h sind damit gut zu machen. Wenn ich damit nur 13 km/h fahren könnte, würde das nicht zu meiner Entspannung beitragen.

Ich frage gern Fahrrad weil …

… es meinen Zeitplan kalkulierbarer macht. Man schaut sich an, wo man hin will, kalkuliert die Zeit und ist dann auch genau so lange unterwegs. Bis zum Marktplatz sind es für mich zum Beispiel immer zwölf Minuten. Und ich fahre gerne Rad, weil ich sportmäßig gerne draußen unterwegs bin. Rennrad fahre ich nie ohne Helm, aber wenn ich das Rad nur als Verkehrsmittel nutze, trage ich keinen Helm.

Fahrradfahren in Bremen ist …

… schlau. Und meistens entspannt. Mit Einschränkungen. Man wird durch Autofahrer gefährdet. Für mich bedeutet das aber keine Aufregung und ist immer noch entspannter als im Pkw zu sitzen und drei Ampelphasen abwarten zu müssen. Außerdem finde ich, dass man in Bremen deutlich besser Radfahren kann als in anderen Städten. Nicht gut finde ich, wenn Radwege nur als Mittel zum Zweck genutzt werden, um den Pkw-Verkehr zu verdrängen.

Die Fragen stellte Ralf Michel

Info

Zur Person

Wiebke Hamm

ist Mitinhaberin der Design-Agentur Abraxas Medien. Zudem ist die 49-jährige gebürtige Bremerin Geschäftsführerin eines Zeitschriftenverlags.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+