Umwelt Wissenschaftler: Keine große Eisbildung in Arktis

Bremerhaven. In Deutschland sind in diesem strengen Winter viele Gewässer erstmals seit Jahren wieder zugefroren. In der Arktis hat sich aus Experteneinschätzung dagegen im Vergleich zu früher relativ wenig neues Eis gebildet.
20.02.2010, 14:40
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Bremerhaven. In Deutschland sind in diesem strengen Winter viele Gewässer erstmals seit Jahren wieder zugefroren. In der Arktis hat sich aus Experteneinschätzung dagegen im Vergleich zu früher relativ wenig neues Eis gebildet.

«Weder räumlich noch zeitlich kann man von einem kalten arktischen Winter sprechen», sagte der Meereisphysiker des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven, Prof. Rüdiger Gerdes, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Große Eisflächen werden bis zum Sommer wieder schmelzen. Auch in den vergangenen Jahren war die Eisausdehnung im Sommer unter dem langjährigen Mittel von sieben Millionen Quadratkilometern geblieben.

2009 hatte die arktische Eisausdehnung die drittkleinste seit Beginn der Satellitenmessungen 1979. In den beiden Jahren zuvor war sie noch geringer. Den Negativrekord verzeichneten Forscher 2007 mit nur 4,1 Millionen Quadratkilometern rund um den Nordpol. Im vergangenen Jahr konnte wegen der starken Eisschmelze erstmals ein deutsches Handelsschiff die Nordostpassage vor der Küste Sibiriens durchqueren.

Einen ähnlichen Trend zeigen Daten der US-Raumfahrtbehörde NASA für das arktische Wintereis: Die sechs kleinsten Winterausdehnungen seit Beginn der Satellitenmessungen 1979 lagen demnach in den vergangenen sechs Jahren (2004 bis 2009).

«Was diesen Winter angeht kann man nicht davon ausgehen, dass es vom Volumen her mehr Eis gibt, als im letzten Jahr, weil einfach die Temperaturen relativ hoch waren», sagte Gerdes. «Definitiv sagen kann ich es natürlich nicht, weil wir ja noch keine Messungen haben.» Es gab aber wohl auch keine Bedingungen, dass sich dicke Eisschichten gebildet haben.

«Im Dezember war es tatsächlich in weiten Gebieten sehr warm», sagte Gerdes. «Wenn man jetzt auf die aktuelle Karte schaut, dann sieht man, dass das Eis weniger ist als im langjährigen Mittel.» Das sei zum einen der Temperatureffekt. Zum anderen sei es aber auch stark bedingt durch den Transport von Eis durch Wind. Es habe die ganze Zeit wenig Eis gegeben. Es ist aber kein Rekord gewesen. «Aber es ist eines der Jahre mit der geringsten Eisausdehnung im Winter.» (dpa)

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