Bretten

Zebrafinken fühlen sich in der Gruppe am wohlsten

Bretten. Ein Zebrafink kommt selten allein. Die geselligen Singvögel stammen ursprünglich aus Australien, wo sie in Schwärmen leben und sich so oft es geht vermehren.
24.02.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Myrna Apel

Ein Zebrafink kommt selten allein. Die geselligen Singvögel stammen ursprünglich aus Australien, wo sie in Schwärmen leben und sich so oft es geht vermehren. Während die Weibchen treu sind und das Nest hüten, gehen die Männchen gerne mal fremd. Trotzdem funktioniert die Partnerschaft. Zebrafinken bleiben oft Jahre zusammen, bauen Nest um Nest, kuscheln miteinander und schlafen gemeinsam ein. Vogelfreunde, die mehrere Tiere halten wollen und Spaß am Beobachten haben, sind mit ihnen gut beraten.

Ausgedehnte Ruhephasen kennen Zebrafinken nicht. Akrobatische Flugeinlagen und wildes Gehüpfe auf dem Boden gehören zu ihrem täglichen Programm. Zebrafinken zählen zur Familie der Prachtfinken, die für ihre Agilität bekannt ist. Am liebsten wird gesammelt, zusammengerafft und aufgepickt. „Der Zebrafink ist ein Häuslebauer; sein ganzer Tagesablauf dreht sich um die Ausstattung des Nestes“, sagt der Biologe Rainer Niemann. „Vor allem die Männchen sind ständig unter lautem Gequietsche unterwegs. Wenn sie das nicht ausleben können, werden die Tiere apathisch und dick.“

Den Bewegungstrieb können Halter mit genügend Baumaterial und ausreichend Platz stillen. Für ein Finkenpaar sollte der Käfig mindestens 80 Zentimeter hoch und 60 Zentimeter lang und tief sein. Im Handel angebotene Käfige sind oft zu klein. Eine großzügige Voliere ist die beste Wahl. Freiflugmöglichkeiten und eine große Bodenfläche mit Sand zum Buddeln sind ideal. Dafür muss nicht der ganze Boden bedeckt sein; es reicht, einzelne Bereiche in der Voliere mit Sand auszustatten. Es ist möglich, die Tiere draußen zu halten, wenn ein isolierter Rückzugsraum angeschlossen ist.

Damit sich die Tiere wohlfühlen, brauchen sie ausreichend Futter und Wassernäpfe. Am liebsten fressen sie trockenes Körnerfutter. Je kleiner die Samen, desto besser. „Wer Lust hat, findet in der Natur viele Leckereien wie Wildgräser, aber auch Grünfutter wie Löwenzahn oder Vogelmiere“, sagt Niemann.

Weil Zebrafinken sehr gerne baden und planschen, sollten Halter ihnen entsprechende Möglichkeiten bieten. Wird ein Gefäß gleichzeitig als Wassernapf genutzt, sollte häufiger das Wasser gewechselt werden. „Besonders wichtig ist außerdem eine niedrige Luftfeuchtigkeit im Raum. Zebrafinken sind Wüstentiere und vertragen am besten trockene und warme Luft“, erklärt Marius Tünte vom Deutschen Tierschutzbund.

Zebrafinken einzeln zu halten ist nicht sinnvoll. „Sie fühlen sich nur in Gesellschaft wohl“, erklärt Niemann. Es ist möglich, reine Männchen- oder Weibchengruppen zu halten, aber am spannendsten sei eine gemischte Gruppe. Freundschaft schließen Zebrafinken gerne mit Nymphensittichen und Kanarienvögeln.

Zebrafinken werden in unterschiedlichen Farben gezüchtet. Es gibt nicht nur bunte Vögel. In der charakteristischen Wildform zieht sich bei den Männchen ein schwarzer Tränenstrich vom Auge über die Wange. Er ist zusammen mit den orangefarbenen Bäckchen das wichtigste Erkennungszeichen.

Auf Tuchfühlung mit Menschen gehen Zebrafinken eher selten. Zwar kann es passieren, dass sie ihre Halter anfliegen, aber nicht, um Kontakt zu pflegen. „Zebrafinken werden nicht zahm, sie gewöhnen sich nur an den Menschen“, erklärt Volker Schmidt, Fachtierarzt an der Klinik für Vögel und Reptilien der Universität Leipzig.

Spielzeug muss man diesen Vögeln nicht anbieten. Locken und fordern kann man die nur zehn Zentimeter großen Tiere am besten mit selbst gesammeltem Baumaterial, das man im Käfig versteckt. Gleiches gilt für die Futtersuche: Im Sand verstecktes Saatgut kommt gut an; Zebrafinken lieben die Herausforderung. Leider leben sie nicht sehr lang. Männchen werden höchstens zehn Jahre alt. Weibchen sterben noch früher. „Besonders häufig erkranken Zebrafinken an einer Hefepilzinfektion im Drüsenmagen“, erklärt Schmidt.

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