Osterholz-Scharmbeck 13.623 Eier für den Weltrekord

Osterholz-Scharmbeck. Seit Wochen haben die Osterholz-Scharmbecker Ostereier für die längste Kette der Welt gesammelt. Die Zahl der Eier übertraf am Montag alle Erwartungen. Nun muss der Rekord nur noch offiziell anerkannt werden.
01.04.2013, 05:00
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13.623 Eier für den Weltrekord
Von Brigitte Lange

Osterholz-Scharmbeck. Seit Wochen haben die Osterholz-Scharmbecker Ostereier für die längste Kette der Welt gesammelt. Am Montag wurde es nun ernst: Würde es für einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekord reichen? So viel vorweg: Die Zahl der Eier übertraf alle Erwartungen. Nun liegt es an den Verantwortlichen des Guinness-Buchs, ob der Rekord anerkannt wird.

Rühreier, Omelett, Eischwerkuchen, doppelter Blechkuchen – was immer aus Eiern gekocht und gebacken werden kann, ist in den vergangenen Wochen bei den Osterholz-Scharmbeckern auf den Tisch gekommen. "Omelett kann ich in nächster Zeit wirklich nicht mehr sehen", gesteht die Pressesprecherin der Kreisstadt Nicoline Schambach und lacht. Aber wer mit der längsten Ostereierkette der Welt ins Guinness-Buch der Rekorde kommen will, der braucht nun mal ausgeblasene Eier. Und dieses Ziel hatten sich die Osterholz-Scharmbecker gesteckt.

Wie viele bemalte und aufgefädelte Hühnereier sie letztlich zusammen bekommen haben, hat sich am Montag gezeigt. Für Ostermontag hatten die Organisatoren – die stellvertretende Bürgermeisterin Martina de Wolff samt Stadtverwaltung – den Weltrekord-Versuch terminiert. "Eigentlich wollten wir die Kette auf dem Scharmbecker Marktplatz auslegen und auszählen", erzählte die Initiatorin. Aber das Wetter war zu unbeständig, die Gefahren für das zerbrechliche Werk zu groß. Die Aktion wurde in die Turnhalle der Menckeschule verlegt. Von dort sollte es um 11.30 Uhr zum Marktplatz gehen, um die Kette in die Krone der Kaiser-Wilhelm-Eiche zu hängen. So sah der Zeitplan um 9 Uhr aus. Bald war jedoch klar: Das klappt nie. Erst mit zweistündiger Verspätung konnte der Hubsteiger ausgefahren und die Ostereierkette an ihren Platz im Baum gebracht werden. Nur gut, dass die Organisatoren vorgesorgt und ein Rahmenprogramm mit der Band Kranich, einem Kinderkarussell und Imbissständen auf die Beine gestellt hatten. Selbst das Wetter spielte mit.

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Während sich also die Menschen unter dem Baumriesen versammelten und Songs wie "Stand by me" aus den Lautsprechern schallten, kamen in der Turnhalle die Akteure ins Schwitzen. Jacketts wurden ab- und Knieschoner angelegt. "Damit hatte ich nicht gerechnet", räumte Wilfried Grieme freimütig ein. Der Leiter des Osterholzer Polizeikommissariats war einer der beiden unabhängigen Zeugen, die die Kette für den Rekordversuch in Augenschein nahmen. "Ich dachte, ich müsste nur etwas bezeugen." Dass er sich vier Stunden lang über eine schier endlose Kette aus Eiern beugen müsste, hatte er nicht gewusst – ebenso wenig wie sein Mitstreiter, Notar Holger Kandt. Nach 13623 Eiern tat den beiden Weltrekord-Zeugen daher nicht nur der Rücken, sondern vor allem der Daumen vom Drücken des mechanischen Handzählgerätes weh. "Und bei all dem Zählen sind wir noch gar nicht dazu gekommen, uns die Eier genau anzuschauen", bemerkte Holger Kandt. Dabei seien wirklich Schöne darunter.

Den beiden Zeugen immer mindestens vier Schritte voraus, waren Martina de Wolff, Nicoline Schambach, Sonja Wriedt von der Stadtverwaltung sowie gut zehn weitere Mitstreiter aus dem Rathaus und dem Freundeskreis. Auf einem schmalen Streifen Kunstrasen legten sie zunächst die im Rathaus gesammelten Eierketten aus. Im nächsten Schritt wurden die einzelnen Ketten-Stücke zusammengefügt. "Eine figelinsche Arbeit", meinte Martina Meyerhoff. Erst müssten die Knoten der alten Ketten gelöst, dann neue zum Verbinden der einzelnen Enden gebunden und diese schließlich in den hohlen Eiern versteckt werden. Das ein oder andere Ei überstand diese Operation nicht. "Aber ich habe noch Ersatz-Eier mitgebracht", beeilte sich de Wolff zu sagen. Und auch Sonja Wriedt hatte für kleinere Reserven gesorgt. Nichts sollte schließlich verhindern, dass sie den existierenden Guinness-Buch-Rekord von rund 2500 und dem nicht anerkannten Rheinsberger Rekord von 5142 Eiern knacken würden. Anfangs wussten sie ja nicht, dass sie nicht knapp über 5000, sondern weit mehr als 10000 Eier aufgefädelt hatten und Reserven damit überflüssig waren.

Nachdem sich Grieme und Kandt gegen 13 Uhr ihre Daumen krumm gedrückt hatten, ihr Ergebnis genauestens von Kandts Sohn Bernhard protokolliert und alle Arbeiten außerdem gefilmt und fotografiert worden waren, konnten die unabhängigen Zeugen ans Ausmessen der Kette gehen. Eine weitere ihrer Aufgaben. Begeistert teilte Nicoline Schambach das Ergebnis mit: "Die Kette bringt es auf 771,9 Meter."

Zu lang, um in einem Stück in die Baumkrone gehängt zu werden. Kaum war der Rekord bezeugt und dokumentiert ging es daher bereits wieder daran, die Eierkette in handlichere vier Meter lange Stücke zu zerteilen. Diese wurden verpackt und per Transporter zum Marktplatz gebracht und unter den Augen zahlloser Zuschauer in der Eiche platziert. Allerdings nicht alle 13623 Stück. Rund 1000 Eier sollten auf dem Marktplatz verkauft werden. "Die Einnahmen daraus sind für einen guten Zweck", berichtete Nicoline Schambach. Welcher genau das sein wird, werde Martin Wagener noch mitteilen. Der Bürgermeister musste dem Fest fernbleiben: Die Grippe hatte ihn erwischt.

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