Länderübergreifendes Gewerbegebiet

23 Millionen Euro fehlen: Viele offene Fragen beim Großprojekt Achim-West

Die Verhandlungen zwischen Achim und Bremen über das gemeinsame Großprojekt Achim-West laufen weiter auf Hochtouren. Doch es gibt noch immer einige offene Fragen.
20.12.2019, 22:28
Lesedauer: 3 Min
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23 Millionen Euro fehlen: Viele offene Fragen beim Großprojekt Achim-West
Von Elina Hoepken

Es gibt wenige Projekte im Achimer Rathaus, an denen nahezu alle Fachbereich beteiligt sind. Das länderübergreifende Großprojekt Achim-West ist allerdings so eines. „Es zieht sich durch die gesamte Stadtverwaltung“, sagt der Erste Stadtrat Bernd Kettenburg. Und das mittlerweile seit geraumer Zeit. Mit dem Einreichen der Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren beim Landkreis Verden im Juli dieses Jahres hat Achim einen wichtigen Schritt getan. Es müssen aber noch viele weitere folgen, bis das Projekt tatsächlich umgesetzt werden kann. Und das nicht nur von Achim, sondern auch vom großen Nachbarn Bremen.

Denn die Finanzierung des Großprojekts ist nach wie vor noch nicht abschließend geklärt. „Derzeit fehlen uns noch 23 Millionen Euro, für die sich noch keiner bereit erklärt hat, das Portemonnaie zu öffnen“, gibt Kettenburg zu. Allerdings sei er weiterhin optimistisch, dass sich diese Lücke noch schließen lasse. „Wir sind mittlerweile mindesten einmal im Monat zu Gesprächen in Bremen“, berichtet Kettenburg. Er hoffe, dass bis zum Ende des ersten Quartals 2020 eine abschließende vertragliche Entscheidung feststehe.

Offene Punkte mit Bremen

In den Gesprächen mit Bremen gehe es derzeit neben der Frage der finanziellen Beteiligung unter anderem auch um die inhaltliche Beteiligung Bremens an der Achim-West Entwicklungsgesellschaft, die Entscheidung, welche Anteile Bremen an ihr erhält und wie man bei der Vermarktung der Gewerbeflächen zusammenarbeiten wird. „All diese Punkte wollen wir in den kommenden Monaten geklärt haben“, sagt Kettenburg.

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Dass das nicht ganz einfach wird, weiß aber auch Achims Kämmerer Peter Hollwedel, der als einer von zwei Geschäftsführern der Achim-West Entwicklungsgesellschaft ebenfalls eng in die Prozesse eingebunden ist. „Bei all diesen Planungen treffen zwei unterschiedliche Verwaltungsstrukturen aufeinander“, erklärt er. Das große Bremen habe manchmal ganz andere Vorstellungen als das kleine Achim. Noch dazu hätte eine Stadt in Niedersachsen häufig ganz andere Anforderungen umzusetzen als Bremen. „Das geht bis hin zum Gendering oder zum Datenschutz“, sagt Hollwedel. Klar sei jedoch auch: „Keiner kann auf seine Kriterien zu 100 Prozent beharren, sonst wird man es nicht umsetzen können. Ein solches Projekt verlangt daher Kompromissbereitschaft von allen Seiten“, ist sich Peter Hollwedel sicher. Je mehr Beteiligte es gebe, desto komplizierter seien aber natürlich auch die Vorbereitungen und Planungen.

Veranstaltung für Bürger

Dennoch geht die Verwaltung weiterhin von einer positiven Entwicklung des Großprojektes aus. „Wenn alles glatt läuft, können wird die Finanzierung zur Hauhaltssitzung 2020 sicherstellen und – wenn dann auch das Prüfungsverfahren des Landkreises abgeschlossen ist – die endgültige Entscheidung der Politik einholen“, erklärt Kettenburg den weiteren Verlauf.

In diesen Tagen sei bereits die Vollständigkeitsprüfung der Planfeststellungsunterlagen durch den Landkreis Verden abgeschlossen worden. „Jetzt müssen wir noch ein paar Dinge nachreichen – das ist in einem solchen Prozess aber ganz normal – und dann startet das Verfahren auch mit einer öffentlichen Auslegung“, kündigt Kettenburg an. Dazu werde es dann beispielsweise auch eine öffentliche Veranstaltung beim Landkreis geben. „Uns ist es sehr wichtig, mit dem Planfeststellungsverfahren für die Bürger transparent zu sein“, sagt Kettenburg.

In der Achimer Verwaltung hofft man, dass der gesamte Prüfungs- und Genehmigungsprozess des Landkreises Ende 2020 abgeschlossen ist. „Wenn wir Glück haben, können wir die Genehmigung in Weihnachtspapier verpackt abholen“, sagt Kettenburg mit Blick auf den anvisierten Zeitpunkt der Fertigstellung. Auf diesen zeitlichen Rahmen sei nun auch die weitere Projektplanung ausgerichtet. „Anfang 2021 könnten dann die Ausschreibungen beginnen und wenn alles gut läuft, kann der Bürgermeister im Juli 2021 den ersten Spatenstich für das Großprojekt setzen.“

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